Das Beru­fungs­ur­teil – und die zu knap­pen Urteils­grün­de

Ist ein Urteil ent­ge­gen § 540 Abs. 1 Satz 1 ZPO nicht mit Grün­den ver­se­hen, ist der abso­lu­te Revi­si­ons­grund des § 547 Nr. 6 ZPO nur der Fall, wenn Ent­schei­dungs­grün­de ent­we­der voll­stän­dig feh­len oder sie unver­ständ­lich, ver­wor­ren oder nichts­sa­gend sind oder Aus­füh­run­gen ent­hal­ten, die wegen ihrer Dürf­tig­keit und Unvoll­stän­dig­keit den Urteils­aus­spruch nicht tra­gen und des­halb in Wirk­lich­keit nicht erken­nen las­sen, wel­che Über­le­gun­gen maß­ge­bend waren.

Das Beru­fungs­ur­teil – und die zu knap­pen Urteils­grün­de

Sind die Ent­schei­dungs­grün­de hin­ge­gen ledig­lich feh­ler­haft oder knapp, weil zum Bei­spiel Par­tei­vor­brin­gen nicht aus­rei­chend gewür­digt wird, so fehlt es nicht an der Begrün­dung [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. April 2020 – IV ZR 75/​19

  1. BGH, Urteil vom 24.01.2019 – I ZR 200/​17, GRUR 2019, 631 Rn. 47[]