Der schla­gen­de Bus­fah­rer

Ein Bus­fah­rer darf zwar beim Streit über die Erlaub­nis zur Nut­zung des Bus­ses das "Haus­recht" im Bus aus­üben, aber mit Schä­gen ins Gesicht sind die Gren­zen des Schi­ka­ne­ver­bots über­schrit­ten.

Der schla­gen­de Bus­fah­rer

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Pas­sa­gie­rin 500 Euro Schmer­zens­geld zuge­spro­chen. Die wei­ter­ge­hen­de Kla­ge über Zah­lung von wei­te­ren 300 Euro Schmer­zens­geld wies das Gericht zurück. Der Bus­fah­rer schlug am 27. Okto­ber 2012 gegen 23.45 Uhr die Geschä­dig­te im Bus der Linie 700 im Bereich der Hal­te­stel­le Stein­tor mit 2 Schlä­gen ins Gesicht. Er war mit dem weib­li­chen Fahr­gast in Streit über die Erlaub­nis zur Nut­zung des Bus­ses gera­ten.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Han­no­ver hat der Bus­fah­rer zwar das "Haus­recht" im Bus aus­ge­übt, hier­bei aber die Gren­zen des Schi­ka­ne­ver­bots über­schrit­ten. Nach­dem der Bus­fah­rer den Zutritt zum Bus im Bereich Han­no­ver-Lin­den ver­wei­ger­te, die Klä­ge­rin aber den­noch den Bus betrat, bestand im Bereich der Hal­te­stel­le Stein­tor kein Grund mehr, die Klä­ge­rin aus dem Bus zu wer­fen. Umstän­de, die der in § 22 Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz nor­mier­ten Beför­de­rungs­pflicht ent­ge­gen­stan­den, bestan­den in die­ser Situa­ti­on nicht. Die strit­ti­ge Über­be­le­gung des Bus­ses hat zu die­sem Zeit­punkt in jedem Fall nicht mehr vor­ge­le­gen. Als der Bus­fah­rer die Klä­ge­rin aus dem Bus her­aus drän­gen woll­te, kam es zu den 2 Schlä­gen.

Die Klä­ge­rin erlitt eine Ver­let­zung des Nasen­beins, eine HWS-Dis­tor­si­on, sowie Prell­mar­ken und Schürf­wun­den. Das Gericht hat hier­für ein Schmer­zens­geld von 500 Euro als ange­mes­se­ne Ent­schä­di­gung fest­ge­setzt.

Amts­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 5. Febru­ar 2014 – 502 C 9056/​13