Der unbe­zif­fer­te Fest­stel­lungs­an­trag – und das Grundurteil

Es stellt einen Ver­stoß gegen §§ 301, 304 ZPO dar, wenn das Gericht auch über den unbe­zif­fer­ten Fest­stel­lungs­an­trag durch Grund­ur­teil ent­schei­det1.

Der unbe­zif­fer­te Fest­stel­lungs­an­trag – und das Grundurteil

Im hier ent­schie­de­nen Fall hat der Bun­des­ge­richts­hof das Beru­fungs­ur­teil aller­dings dahin­ge­hend aus­ge­legt, dass das Beru­fungs­ge­richt über den Zah­lungs­an­trag dem Grun­de nach (§ 304 ZPO) und zugleich durch statt­ge­ben­des Tei­lend­ur­teil (§ 301 ZPO) über den Fest­stel­lungs­an­trag befun­den hat. Dem Tenor und den Ent­schei­dungs­grün­den war zu ent­neh­men, dass das Beru­fungs­ge­richt umfas­send über die Beru­fung ent­schie­den und der Fest­stel­lungs­kla­ge statt­ge­ge­ben hat, weil es sie für zuläs­sig und ent­schei­dungs­reif hält. Nur hin­sicht­lich des mit dem Zah­lungs­an­trag gel­tend gemach­ten Scha­dens­er­sat­zes hat es zur Recht­fer­ti­gung des Erlas­ses eines Grund­ur­teils aus­ge­führt, dass und war­um über die Höhe des von dem Beklag­ten geschul­de­ten Scha­dens­er­sat­zes noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den wer­den kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. März 2021 – V ZR 158/​19

  1. vgl. BGH, Urteil vom 28.01.2000 – V ZR 402/​98, NJW 2000, 1405, 1406; BGH, Urteil vom 22.07.2009 – XII ZR 77/​06, BGHZ 182, 116 Rn. 10, 11 mwN; Urteil vom 11.12.2018 – KZR 26/​17, NJW 2019, 661 Rn. 43[]