Die einseitige Erledigungserklärung der Klägerin stellt eine nach § 264 Nr. 2 ZPO privilegierte Klageänderung dar, die den Antrag umfasst, die Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache festzustellen1.
Das dafür erforderliche Feststellungsinteresse liegt in der günstigen Kostenfolge, die von der Klägerin nur mit dem Feststellungsantrag erreicht werden kann2.
Der Feststellungsantrag nach einer einseitig gebliebenen Erledigungserklärung ist begründet, wenn die Klage bis zum geltend gemachten erledigenden Ereignis zulässig und begründet war und sie durch dieses Ereignis unzulässig oder unbegründet geworden ist. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Erledigung der Hauptsache festzustellen; anderenfalls ist die Klage abzuweisen oder – wenn die Klage in der Vorinstanz erfolglos war – das Rechtsmittel zurückzuweisen3.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 27. Januar 2022 – I ZR 7/21
- st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 07.06.2001 – I ZR 157/98, GRUR 2002, 287, 288 19] = WRP 2002, 94 – Widerruf der Erledigungserklärung; Urteil vom 19.06.2008 – IX ZR 84/07, NZI 2008, 554 Rn. 8; MünchKomm-.ZPO/Schulz, 6. Aufl., § 91a Rn. 80[↩]
- vgl. BGH, Urteil vom 16.03.2006 – I ZR 92/03, GRUR 2006, 879 Rn.20 = WRP 2006, 1027 – Flüssiggastank; Beschluss vom 16.08.2010 – II ZR 105/09, AG 2010, 749 Rn. 4; BeckOK.ZPO/Jaspersen, 43. Edition [Stand 1.12.2021], § 91a Rn. 51; MünchKomm-.ZPO/Schulz aaO § 91a Rn. 82[↩]
- vgl. BGH, Urteil vom 08.02.1989 – IVa ZR 98/87, BGHZ 106, 359, 366 f. 22]; BGH, NZI 2008, 554 Rn. 10; BGH, Urteil vom 27.01.2010 – VIII ZR 58/09, BGHZ 184, 128 Rn. 18; Urteil vom 28.06.2018 – I ZR 257/16, GRUR 2018, 1181 Rn. 11 = WRP 2018, 1348 – Anschrift des Klägers; zur Klagabweisung mangels erledigenden Ereignisses vgl. OLG Nürnberg, NJW-RR 1989, 444, 444 f. 3][↩]











