Die „fried­li­che Koexis­tenz“ von Frank und Micha­el Wend­ler

Ein Künst­ler­na­me, der seit eini­gen Jah­ren hin­läng­lich bekannt ist, kann ein Recht an die­ser Namens­be­zeich­nung begrün­den. Die­ses Recht steht dem Recht an einem bür­ger­li­chen Namen gleich.

Die „fried­li­che Koexis­tenz“ von Frank und Micha­el Wend­ler

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall den unter dem Künst­ler­na­men Micha­el Wend­ler auf­tre­ten­den Schla­ger­sän­ger ver­ur­teilt, die Ver­wen­dung der Bezeich­nung „Der Wend­ler“ oder „Wend­ler“ ohne hin­rei­chen­de Klar­stel­lung zu unter­las­sen. Im Gegen­zug hat es Frank Wend­ler auf die ent­spre­chen­de Wider­kla­ge zur Löschung der auf ihn ein­ge­tra­ge­nen Wort­mar­ke ver­ur­teilt. Gegen den Sän­ger geklagt hat­te der aus Vel­bert stam­men­de Frank Wend­ler, der unter sei­nem bür­ger­li­chen Namen eben­falls im Schla­ger­ge­schäft tätig ist und im August 2008 beim Deut­schen Patent- und Mar­ken­amt die Wort­mar­ke „Der Wend­ler“ auf sich ange­mel­det hat.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es sich um einen Fall der Koexis­tenz gleich­na­mi­ger Per­so­nen han­de­le. Zwar tra­ge der Klä­ger den ent­spre­chen­den Namen von Geburt an. Der Künst­ler­na­me des Beklag­ten sei in der deut­schen Schla­ger­sze­ne aber zumin­dest seit 2007 hin­läng­lich bekannt, so dass auch er ein Recht an die­ser Namens­be­zeich­nung erlangt habe. Die­ses Recht ste­he dem Recht an einem bür­ger­li­chen Namen gleich.

Unab­hän­gig davon, wer den Namen zuerst getra­gen habe, sei­en die Namens­trä­ger in die­ser Situa­ti­on zur wech­sel­sei­ti­gen Rück­sicht­nah­me ver­pflich­tet. Dar­um dür­fe kei­ner von ihnen die Bezeich­nung „Der Wend­ler“ ohne eine Klar­stel­lung, um wel­chen Wend­ler es sich han­delt, ver­wen­den. Viel­mehr müs­se in der Regel der Vor­na­me hin­zu­ge­fügt wer­den. Das Gericht hat Micha­el Wend­ler daher ver­ur­teilt, die Ver­wen­dung der Bezeich­nung ohne hin­rei­chen­de Klar­stel­lung zu unter­las­sen. Im Gegen­zug hat es Frank Wend­ler auf die ent­spre­chen­de Wider­kla­ge zur Löschung der auf ihn ein­ge­tra­ge­nen Wort­mar­ke ver­ur­teilt.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 21. Mai 2013 – I‑20 U 67/​12