Die “friedliche Koexistenz” von Frank und Michael Wendler

23. Mai 2013 | Zivilrecht
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Ein Künstlername, der seit einigen Jahren hinlänglich bekannt ist, kann ein Recht an dieser Namensbezeichnung begründen. Dieses Recht steht dem Recht an einem bürgerlichen Namen gleich.

Mit dieser Begründung hat das Oberlandesgericht Düsseldorf in dem hier vorliegenden Fall den unter dem Künstlernamen Michael Wendler auftretenden Schlagersänger verurteilt, die Verwendung der Bezeichnung “Der Wendler” oder “Wendler” ohne hinreichende Klarstellung zu unterlassen. Im Gegenzug hat es Frank Wendler auf die entsprechende Widerklage zur Löschung der auf ihn eingetragenen Wortmarke verurteilt. Gegen den Sänger geklagt hatte der aus Velbert stammende Frank Wendler, der unter seinem bürgerlichen Namen ebenfalls im Schlagergeschäft tätig ist und im August 2008 beim Deutschen Patent- und Markenamt die Wortmarke “Der Wendler” auf sich angemeldet hat.

In seiner Urteilsbegründung hat das Oberlandesgericht Düsseldorf darauf hingewiesen, dass es sich um einen Fall der Koexistenz gleichnamiger Personen handele. Zwar trage der Kläger den entsprechenden Namen von Geburt an. Der Künstlername des Beklagten sei in der deutschen Schlagerszene aber zumindest seit 2007 hinlänglich bekannt, so dass auch er ein Recht an dieser Namensbezeichnung erlangt habe. Dieses Recht stehe dem Recht an einem bürgerlichen Namen gleich.

Unabhängig davon, wer den Namen zuerst getragen habe, seien die Namensträger in dieser Situation zur wechselseitigen Rücksichtnahme verpflichtet. Darum dürfe keiner von ihnen die Bezeichnung „Der Wendler“ ohne eine Klarstellung, um welchen Wendler es sich handelt, verwenden. Vielmehr müsse in der Regel der Vorname hinzugefügt werden. Das Gericht hat Michael Wendler daher verurteilt, die Verwendung der Bezeichnung ohne hinreichende Klarstellung zu unterlassen. Im Gegenzug hat es Frank Wendler auf die entsprechende Widerklage zur Löschung der auf ihn eingetragenen Wortmarke verurteilt.

Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 21. Mai 2013 – I-20 U 67/12

 
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