Die Hono­rar­ver­ein­ba­rung zwi­schen Musi­ker und Agen­tur

Die Höhe der Gage einer Musik­grup­pe rich­tet sich nach den geschlos­se­nen Ver­trä­gen. Liegt kein schrift­li­cher Ver­trag vor, sind die behaup­te­ten Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­run­gen nach­zu­wei­sen. An die­sem Nach­weis fehlt es, wenn Wider­sprüch­li­ches über die Höhe der Ver­gü­tung vor­ge­tra­gen wird und es nicht nach­voll­zie­bar ist, dass den Musi­kern 75 % des soge­nann­ten Künst­ler­an­teils der Kar­ten­ver­kaufs­prei­se von Ver­an­stal­tun­gen zuste­hen sol­len, obwohl nicht sie, son­dern die Agen­tur sich um die gesam­te Orga­ni­sa­ti­on von der Wer­bung bis zur Abrech­nung und Abfüh­rung von Steu­ern geküm­mert hat.

Die Hono­rar­ver­ein­ba­rung zwi­schen Musi­ker und Agen­tur

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Coburg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Musi­ker­grup­pe auf ein höhe­res Hono­rar abge­wie­sen. Die Musi­ker tra­ten über­wie­gend im Bereich von Din­ner-Shows auf. Die beklag­te Fir­ma war ihre Agen­tur. Einen Agen­tur­ver­trag hat­ten sie aber nur münd­lich geschlos­sen. Die Par­tei­en waren sich nur dar­über einig, dass sich das Hono­rar der Musi­ker nach der Anzahl der ver­kauf­ten Kar­ten und deren Preis bestimm­te. Alles Wei­te­re war zwi­schen ihnen strei­tig. Die Agen­tur hat­te den Musi­kern zusam­men 12,00 bis 13,50 Euro je ver­kauf­ter Kar­te aus­be­zahlt. Die kla­gen­den drei Musi­ker hat­ten behaup­tet, dass die Ein­nah­men wesent­lich höher gewe­sen sein und ihnen 75 % hier­von zuste­hen wür­den. Des­we­gen klag­ten sie nahe­zu 10.000,00 Euro von ihrer Agen­tur ein. Die Beklag­te trug vor, dass sie nicht nur Agent der Musi­ker, son­dern auch Ver­an­stal­ter der Din­ner-Shows gewe­sen sei. Sie habe abspra­che­ge­mäß zwi­schen 4,00 Euro und 4,50 Euro an jeden der Musi­ker je Gast aus­ge­zahlt. Zwi­schen 2004 und 2011 hät­ten die Musi­ker dies ohne Wider­spruch akzep­tiert.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Coburg konn­ten die Musi­ker die von ihnen behaup­te­te Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung nicht nach­wei­sen. Zum einen tru­gen sie zu der behaup­te­ten Ver­ein­ba­rung Wider­sprüch­li­ches vor. Dar­über hin­aus war das Land­ge­richt davon über­zeugt, dass die beklag­te Fir­ma nicht nur die Agen­tur der Musi­ker, son­dern auch Ver­an­stal­ter der Din­ner-Shows gewe­sen war. Sie hat­te sich um die gesam­te Orga­ni­sa­ti­on von der Wer­bung bis zur Abrech­nung und Abfüh­rung von Steu­ern geküm­mert. Daher hielt es das Land­ge­richt für nicht über­zeu­gend, dass den Klä­gern 75 % des soge­nann­ten Künst­ler­an­teils der Kar­ten­ver­kaufs­prei­se zuste­hen soll­ten.

Es gab für das Land­ge­richt kei­nen Grund dafür, war­um die Musi­ker mehr erhal­ten soll­ten, als die jah­re­lang aus­ge­zahl­te Gage. Zumal die Beklag­te sogar für die Klä­ger die Bei­trä­ge für die Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung bezahlt hat­te. Daher wur­de die Kla­ge abge­wie­sen.

Land­ge­richt Coburg, Urteil vom 18. Dezem­ber 2012 – 22 O 420/​12