Die ver­wei­ger­te Tat­be­stands­be­rich­ti­gung

Ist eine Berich­ti­gung des Tat­be­stands nach § 320 ZPO bean­tragt wor­den, kann eine Unrich­tig­keit tat­be­stand­li­cher Fest­stel­lun­gen im Beru­fungs­ur­teil aber auch in der Revi­si­ons­in­stanz mit einer Ver­fah­rens­rüge nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b ZPO gel­tend gemacht wer­den, soweit sich aus der den Berich­ti­gungs­an­trag zurück­wei­sen­den Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts ergibt, dass sei­ne tat­be­stand­li­chen Fest­stel­lun­gen wider­sprüch­lich sind.

Die ver­wei­ger­te Tat­be­stands­be­rich­ti­gung

In der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist aner­kannt, dass der Tat­be­stand eines Beru­fungs­ur­teils kei­nen Beweis für das Par­tei­vor­brin­gen lie­fert, wenn er wider­sprüch­lich ist. Ein sol­cher Wider­spruch kann sich aus Unter­schie­den zwi­schen den tat­be­stand­li­chen Fest­stel­lun­gen und einem kon­kret in Bezug genom­me­nen schrift­sätz­li­chen Vor­brin­gen einer Par­tei erge­ben.

Dass ein Wider­spruch zwi­schen den tat­be­stand­li­chen Fest­stel­lun­gen und dem Par­tei­vor­brin­gen besteht, kann aber auch aus der Begrün­dung der Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts fol­gen, mit der es den Berich­ti­gungs­an­trag einer Par­tei zurück­weist1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Juni 2014 – VI ZR 560/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 16.12 2010 – I ZR 161/​08 – Satan der Rache, NJW 2011, 1513 Rn. 12 mwN []