Die zurück­ge­wie­se­ne Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und die Anhö­rungs­rü­ge

Nach der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gebil­lig­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kön­nen mit der Anhö­rungs­rü­ge gegen einen Beschluss, mit dem eine Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zurück­ge­wie­sen wor­den ist, nur neue und eigen­stän­di­ge Ver­let­zun­gen des Art. 103 Abs. 1 GG durch den Bun­des­ge­richts­hof gerügt wer­den 1.

Die zurück­ge­wie­se­ne Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und die Anhö­rungs­rü­ge

Der­ar­ti­ge Ver­stö­ße gegen Art. 103 Abs. 1 GG lie­gen nicht vor, wenn das Gericht das Vor­brin­gen der Beklag­ten in der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­be­grün­dung zur Kennt­nis genom­men und in vol­lem Umfang bezüg­lich der gel­tend gemach­ten Zulas­sungs­grün­de geprüft, aber aus Rechts­grün­den nicht für durch­grei­fend erach­tet hat.

Die Gerich­te sind nicht ver­pflich­tet, alle Ein­zel­punk­te des Par­tei­vor­trags in den Grün­den der Ent­schei­dung aus­drück­lich zu beschei­den (§ 544 Abs. 4 Satz 2 Halb­satz 2 ZPO). Dies gilt auch für die Ent­schei­dung über die Anhö­rungs­rü­ge gemäß § 321a ZPO 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Dezem­ber 2018 – VII ZR 159/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 31.07.2018 – VII ZR 206/​17 Rn. 2; Beschluss vom 29.03.2017 – VII ZR 262/​15 Rn. 2; Beschluss vom 24.08.2016 – VII ZR 248/​15 Rn. 2; Beschluss vom 27.04.2016 – VII ZR 47/​15 Rn. 2; Beschluss vom 08.10.2015 – VII ZR 238/​14 Rn. 2; BVerfG, NJW 2008, 2635 15 ff.[]
  2. vgl. BVerfG, NJW 2011, 1497 24[]