Frist­ver­säum­nis­se

Die Beru­fungs- und die Beru­fungs­be­grün­dungs­frist und ihre Ein­tra­gung im Fris­ten­ka­len­der des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten müs­sen nicht in jedem Fall auf dem Hand­ak­ten­bo­gen notiert wer­den. Auch die Anbrin­gung ent­spre­chen­der Ver­mer­ke auf dem jewei­li­gen Schrift­stück genügt den an eine ord­nungs­ge­mä­ße Orga­ni­sa­ti­on des Fris­ten­we­sens zu stel­len­den Anfor­de­run­gen.

Frist­ver­säum­nis­se

Ein Rechts­an­walt darf sich grund­sätz­lich dar­auf ver­las­sen, dass eine aus­ge­bil­de­te und bis­her zuver­läs­sig arbei­ten­de Büro­an­ge­stell­te eine kon­kre­te Ein­zel­an­wei­sung, auch wenn sie nur münd­lich erteilt wird, befolgt und ord­nungs­ge­mäß aus­führt 1. Betrifft jedoch die münd­lich erteil­te Ein­zel­wei­sung die Notie­rung einer Beru­fungs- oder Beru­fungs­be­grün­dungs­frist, müs­sen in der Rechts­an­walts­kanz­lei aus­rei­chen­de orga­ni­sa­to­ri­sche Vor­keh­run­gen dage­gen getrof­fen sein, dass eine sol­che nur münd­lich erteil­te Wei­sung in Ver­ges­sen­heit gerät und die Ein­tra­gung der Frist unter­bleibt 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Janu­ar 2009 – II ZB 6/​08

  1. st.Rspr., vgl. z.B. Sen.Beschl. v. 3. Dezem­ber 2007 – II ZB 20/​07, NJW 2008, 576[]
  2. st.Rspr., vgl. z.B. BGH, Beschl. v. 4. April 2007 – III ZB 85/​06, NJW-RR 2007, 1430, 1431[]