Grund­stücks­tei­lung und Zwangs­ver­stei­ge­rung

Eine Grund­stücks­tei­lung stellt eine gegen­über dem die Zwangs­ver­stei­ge­rung bestran­gig betrei­ben­den Gläu­bi­ger eine gemäß § 23 ZVG rela­tiv unwirk­sa­me Ver­fü­gung dar 1.

Grund­stücks­tei­lung und Zwangs­ver­stei­ge­rung

Die Tei­lung oder Ver­ei­ni­gung von Grund­stü­cken ist eine Ver­fü­gung im Sin­ne von § 23 ZVG. Sie ist – wenn der Gläu­bi­ger die Ver­fü­gung nicht geneh­migt – ihm gegen­über unwirk­sam.

Das Zwangs­ver­stei­ge­rungs­ver­fah­ren ist dann – unge­ach­tet der Ein­tra­gung des neu­en Bestands im Grund­buch – so fort­zu­füh­ren, als wäre die Ver­fü­gung nicht erfolgt 2.

Die Grund­stücks­tei­lung ist daher gegen­über der betrei­ben­den Gläu­bi­ge­rin nicht wirk­sam gewor­den. Gegen­stand der Zwangs­ver­stei­ge­rung blieb das unge­teil­te, aus zwei Flur­stü­cken bestehen­de Grund­stück.

Vor die­sem Hin­ter­grund lag in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall – anders als in der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs vom 05.06.2014 3 – auch kei­ne unrich­ti­ge Bekannt­ma­chung der Ter­mins­be­stim­mung vor, die ein nach § 83 Nr. 7, § 43 Abs. 1, § 37 Nr. 1 i.V.m. § 100 Abs. 3 ZVG von Amts wegen zu beach­ten­der Zuschlags­grund wäre. In der Bekannt­ma­chung wur­de das Ver­stei­ge­rungs­ob­jekt gemäß § 38 Abs. 1 Satz 1 ZVG nach den aktu­el­len, zwei Grund­stü­cke aus­wei­sen­den Ein­tra­gun­gen im Grund­buch beschrie­ben. Es wur­de jedoch zugleich unter Hin­weis auf die frü­he­re Ein­tra­gung zutref­fend als ein Ver­stei­ge­rungs­ge­gen­stand bezeich­net, für den fol­ge­rich­tig auch nur ein Ver­kehrs­wert gemäß § 74a Abs. 5 ZVG fest­ge­setzt wor­den ist.

Da nur ein Grund­stück zu ver­stei­gern war, kommt schließ­lich auch kein Zuschlags­ver­sa­gungs­grund nach § 83 Nr. 2 i.V.m. § 63 Abs. 4 ZVG in Betracht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Janu­ar 2015 – V ZB 191/​14

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Beschluss vom 05.06.2014 – V ZB 16/​14, WM 2014, 1584 ff.[]
  2. BGH, Beschluss vom 05.06.2014 – V ZB 16/​14, WM 2014, 1584 ff., Rn. 13[]
  3. BGH, Beschluss vom 05.06.2014 – V ZB 16/​14, WM 2014, 1584 ff.[]