Kei­ne Ter­mins­ver­le­gung in der Som­mer­zeit

Pas­send zur der­zei­ti­gen Som­mer­zeit: Im Zivil­pro­zess ist ein für die Zeit vom 1. Juli bis 31. August bestimm­ter Ver­hand­lungs­ter­min – von eini­gen vom Gesetz als eil­be­dürf­tig ange­se­he­nen Ver­fah­rens­ar­ten abge­se­hen – ist auf Antrag inner­halb einer Woche nach Zugang der Ladung oder Ter­mins­be­stim­mung zu ver­le­gen, § 227 Abs. 3 ZPO.

Kei­ne Ter­mins­ver­le­gung in der Som­mer­zeit

Dies gilt frei­lich nicht, wenn das Ver­fah­ren beson­de­rer Beschleu­ni­gung bedarf, § 227 Abs. 3 S. 3 ZPO. In die­ser Aus­nah­me­vor­schrift sieht der Bun­des­ge­richts­hof auch eine Mög­lich­keit, das bis­he­ri­ge Pro­zess­ver­hal­ten der Par­tei­en zu berück­sich­ti­gen:

Für in der Zeit vom 1. Juli bis 31. August bestimm­te Ter­mi­ne besteht kein Anspruch auf Ter­mins­ver­le­gung, wenn das Ver­fah­ren beson­de­rer Beschleu­ni­gung bedarf, nach­dem sei­ne Erle­di­gung durch unab­weis­ba­re Ter­mins­än­de­rung ver­zö­gert und oben­drein durch Flucht in die Säum­nis ver­schleppt wor­den ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Juni 2010 – II ZR 233/​09