Neu­er Wein in alten Schläu­chen – oder: die gefälsch­ten Wei­ne

Hoch­wer­ti­ge Wei­ne erzie­len Spit­zen­prei­se und wer­den welt­weit gehan­delt. Nicht immer ist die Ware aber echt. In einem sol­chen Fall muss der Händ­ler die gefäl­schen Wei­ne zurück­neh­men.

Neu­er Wein in alten Schläu­chen – oder: die gefälsch­ten Wei­ne

In dem aktu­ell vom Ober­lan­des­ge­richt Köln ent­schie­de­nen Fall hat­te eine in Bay­ern ansäs­si­ge Fir­ma geklagt, die mit hoch­wer­ti­gen und sel­te­nen Wei­nen han­delt. Im März 2012 hat­te sie von einer Köl­ner Wein­händ­le­rin 36 Fla­schen Rot­wein der Wein­la­ge Roma­née-Con­ti – Jahr­gän­ge 2004 – 2007 – zum Preis von fast 300.000 € gekauft. Unmit­tel­bar danach ver­kauf­te sie den Wein an einen Händ­ler in Sin­ga­pur wei­ter.

Im April 2013 kamen in der Wein­bran­che Gerüch­te auf, dass Tei­le der auf den Markt gelang­ten Wei­ne die­ser Wein­la­ge gefälscht sei­en. Mit der Begrün­dung, dass ihre Kun­din in Sin­ga­pur davon aus­ge­he, dass es sich bei den ver­kauf­ten Wei­nen um Fäl­schun­gen han­de­le und 34 der 36 Fla­schen zurück­ge­schickt habe, for­der­te die Käu­fe­rin dar­auf­hin die Köl­ner Händ­le­rin zur Rück­zah­lung des antei­li­gen Kauf­prei­ses auf. Nach­dem die­se zur Zah­lung nicht bereit war, mach­te die Käu­fe­rin den Anspruch gericht­lich gel­tend.

Das erst­in­stanz­lich hier­mit befass­te Land­ge­richt Köln hat der Kla­ge auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses Zug-um-Zug gegen Rück­ga­be der betrof­fe­nen Fla­schen Wein im Wesent­li­chen statt­ge­ge­ben. Die gegen das erst­in­stanz­li­che Urteil gerich­te­te Beru­fung hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln nun zurück­ge­wie­sen:

Die Köl­ner Händ­le­rin hat­te bestrit­ten, dass es sich bei den von ihr gelie­fer­ten Wei­nen um Fäl­schun­gen han­de­le. Mit Hil­fe einer spe­zi­el­len Lupe ließ sich jedoch fest­stel­len, dass nur 2 der 34 Fla­schen echt waren. Bei der Erstel­lung der Eti­ket­ten wur­de ein beson­de­res Ver­fah­ren ange­wandt, wel­ches zu einem unver­kenn­ba­ren Druck­ergeb­nis führ­te. Die Beweis­füh­rung über­zeug­te Land­ge­richt und Ober­lan­des­ge­richt.

Auch ein wei­te­rer Ein­wand der Köl­ner Händ­le­rin blieb erfolg­los: Sie hat­te gel­tend gemacht, das Land­ge­richt hät­te genau­er auf­klä­ren müs­sen, ob es sich bei den dem Gericht vor­lie­gen­den Fla­schen tat­säch­lich um jene gehan­delt habe, die sie der baye­ri­schen Fir­ma im Jahr 2012 ver­kauft hat­te. Das über­zeug­te das Ober­lan­des­ge­richt jedoch nicht. Ein auf­merk­sa­mer Mit­ar­bei­ter der baye­ri­schen Käu­fe­rin hat­te näm­lich bei Anlie­fe­rung des Weins auf der Rück­sei­te der Rech­nung der Beklag­ten die Fla­schen­num­mern notiert. 34 der sei­ner­zeit notier­ten Num­mern fan­den sich auf der bei Rück­kehr der Wei­ne aus Sin­ga­pur erstell­ten Pack­lis­te. Sie stimm­ten außer­dem mit den durch das Land­ge­richt in Augen­schein genom­me­nen Fla­schen über­ein. Anlass zur wei­te­ren Auf­klä­rung sah das Ober­lan­des­ge­richt Köln daher nicht.

Ober­lan­des­ge­richt Köln, Urteil vom 25. Juni 2020 – 28 U 53/​19