Revi­si­ons­zu­las­sung wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung

Die Revi­si­on ist wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuzu­las­sen, wenn die Rechts­sa­che eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che, klä­rungs­be­dürf­ti­ge und klä­rungs­fä­hi­ge Rechts­fra­ge auf­wirft, die sich in einer unbe­stimm­ten Viel­zahl von Fäl­len stel­len kann und des­we­gen das abs­trak­te Inter­es­se der All­ge­mein­heit an der ein­heit­li­chen Ent­wick­lung und Hand­ha­bung des Rechts berührt.

Revi­si­ons­zu­las­sung wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung

Klä­rungs­be­dürf­tig ist eine Rechts­fra­ge dann, wenn sie zwei­fel­haft ist, also über Umfang und Bedeu­tung einer Rechts­vor­schrift Unklar­hei­ten bestehen.

Der­ar­ti­ge Unklar­hei­ten bestehen u.a. dann, wenn die Rechts­fra­ge vom Bun­des­ge­richts­hof bis­her nicht ent­schie­den ist und von eini­gen Ober­lan­des­ge­rich­ten unter­schied­lich beant­wor­tet wird, oder wenn in der Lite­ra­tur unter­schied­li­che Mei­nun­gen ver­tre­ten wer­den [1].

Der Umstand, dass eine ein­heit­li­che Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ge­richts in meh­re­ren den­sel­ben Sach­ver­halt betref­fen­den Par­al­lel­ver­fah­ren ange­strebt wird, gibt der Sache kei­ne all­ge­mei­ne, mit­hin grund­sätz­li­che Bedeu­tung [2]

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Juni 2019 – II ZR 409/​18

  1. BGH, Beschluss vom 22.09.2015 – II ZR 310/​14, ZIP 2016, 266 Rn. 3 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 22.09.2015 – II ZR 310/​14, ZIP 2016, 266 Rn. 5[]