Sach­ver­halts­dar­stel­lung und Ent­schei­dungs­grün­de bei der Beru­fungs­ver­wer­fung

Nach stän­di­ger höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung müs­sen Beschlüs­se, die der Rechts­be­schwer­de unter­lie­gen, den maß­geb­li­chen Sach­ver­halt, über den ent­schie­den wird, wie­der­ge­ben sowie den Streit­ge­gen­stand und die Anträ­ge in bei­den Instan­zen erken­nen las­sen. Andern­falls sind sie nicht mit den nach dem Gesetz (§ 576 Abs. 3, § 547 Nr. 6 ZPO) erfor­der­li­chen Grün­den ver­se­hen und schon des­halb auf­zu­he­ben.

Sach­ver­halts­dar­stel­lung und Ent­schei­dungs­grün­de bei der Beru­fungs­ver­wer­fung

Denn das Rechts­be­schwer­de­ge­richt hat nach § 577 Abs. 2 Satz 4, § 559 ZPO grund­sätz­lich von dem Sach­ver­halt aus­zu­ge­hen, den das Beru­fungs­ge­richt fest­ge­stellt hat. Ent­hält der ange­foch­te­ne Beschluss kei­ne tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen, ist es zu einer recht­li­chen Über­prü­fung nicht in der Lage.

Die­se Grund­sät­ze gel­ten auch dann, wenn das Beru­fungs­ge­richt die Beru­fung ver­wirft, weil die Beru­fungs­sum­me nicht erreicht ist.

Denn die Wert­fest­set­zung kann vom Rechts­be­schwer­de­ge­richt nur dar­auf über­prüft wer­den, ob das Beru­fungs­ge­richt die Gren­zen des ihm von § 3 ZPO ein­ge­räum­ten Ermes­sens über­schrit­ten oder rechts­feh­ler­haft von ihm Gebrauch gemacht hat [1].

Der die Beru­fung als unzu­läs­sig ver­wer­fen­de Beschluss muss nicht zwin­gend eine geson­der­te Sach­dar­stel­lung ent­hal­ten. Es genügt, wenn sich der maß­geb­li­che Sach­ver­halt und das Rechts­schutz­ziel hin­rei­chend klar aus den Beschluss­grün­den erge­ben [2].

Bezug­nah­men auf das erst­in­stanz­li­che Urteil oder vor­an­ge­gan­ge­ne schrift­li­che Hin­wei­se des Beru­fungs­ge­richts sind grund­sätz­lich zuläs­sig [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Sep­tem­ber 2014 – III ZB 20/​14

  1. BGH, Beschlüs­se vom 14.06.2010 – II ZB 20/​09, NJW-RR 2010, 1582 Rn. 5; vom 31.03.2011 – V ZB 160/​10, Beck­RS 2011, 08349 Rn. 3; vom 16.04.2013 – VI ZB 50/​12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 4; und vom 29.10.2013 – VI ZB 2/​13, NJW-RR 2014, 124 Rn. 5[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 16.04.2013 aaO Rn. 5; und vom 29.10.2013 aaO Rn. 6[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 31.03.2011 aaO; vom 16.04.2013 aaO Rn. 6; und vom 29.10.2013 aaO Rn. 6; Musielak/​Ball, ZPO, 11. Aufl., § 547 Rn. 17; Zöller/​Heßler, 30. Aufl., § 547 Rn. 8[]