Sach­ver­stän­di­gen­ab­leh­nung wegen unter­blie­be­ner Benach­rich­ti­gung vom Orts­ter­min

Führt ein Sach­ver­stän­di­ger zur Vor­be­rei­tung sei­nes Gut­ach­tens eine Orts- und Sach­be­sich­ti­gung in Anwe­sen­heit nur einer der Par­tei­en durch, ohne die ande­re benach­rich­tigt und ihr Gele­gen­heit zur Teil­nah­me gege­ben zu haben, so recht­fer­tigt dies die Ableh­nung wegen Besorg­nis der Befan­gen­heit. Dabei ist es uner­heb­lich, ob die feh­len­de Unter­rich­tung der abwe­sen­den Par­tei über den Orts­ter­min auf einem Ver­se­hen beruh­te und ob es zu einer Ein­fluss­nah­me durch die anwe­sen­de Par­tei gekom­men ist.

Sach­ver­stän­di­gen­ab­leh­nung wegen unter­blie­be­ner Benach­rich­ti­gung vom Orts­ter­min

Die Mög­lich­keit, die anläss­lich eines Orts­ter­mins getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen zu wie­der­ho­len, ver­mag das durch die unter­blie­be­ne Unter­rich­tung vom Ter­min bei der benach­tei­lig­ten Par­tei begrün­de­te Miss­trau­en nicht aus­zu­räu­men.

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Beschluss vom 23. Febru­ar 2010 – 14 W 37/​09