Streit­wert fürs Not­we­ge­recht

Der Streit­wert einer Kla­ge auf Dul­dung der Benut­zung von Nach­bar­grund­stü­cken zur Her­stel­lung der erfor­der­li­chen Ver­bin­dung mit einem öffent­li­chen Weg (Not­weg) bestimmt sich in ent­spre­chen­der Anwen­dung von § 7 Alt. 1 ZPO nach dem gemäß § 3 ZPO zu schät­zen­den Inter­es­se des Klä­gers an der Dul­dungs­pflicht des Nach­barn. Der Wert die­ses Inter­es­ses ent­spricht der Wert­stei­ge­rung, wel­che das Grund­stück des Klä­gers durch die Gewäh­rung des Not­weg­rechts erfährt.

Streit­wert fürs Not­we­ge­recht

Maß­ge­bend für den Wert der Beschwer im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren ist das Inter­es­se des Rechts­mit­tel­klä­gers an der Abän­de­rung der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung [1]. Danach bemisst sich die Beschwer des Beklag­ten, wel­che er in dem ange­streb­ten Revi­si­ons­ver­fah­ren gel­tend machen könn­te, nach der Wert­min­de­rung, die sein Grund­stück durch die Pflicht zur Dul­dung des Not­wegs erlei­det [2]. Die aus­ge­ur­teil­te Gegen­leis­tung in Form der Not­weg­ren­te bleibt unbe­rück­sich­tigt. Inso­weit gilt nichts ande­res als für die Wert­be­mes­sung im Fall der Ver­ur­tei­lung zur Bestel­lung einer Wege­grund­dienst­bar­keit [3].

Das Inter­es­se des beklag­ten Eigen­tü­mers an der Besei­ti­gung der Dul­dungs­ver­ur­tei­lung ist nicht gleich hoch zu bewer­ten wie das Inter­es­se des kla­gen­den Eigen­tü­mers an der Ver­ur­tei­lung. Die­ses – und damit der Wert der Beschwer im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren bei einer Abwei­sung der Kla­ge – bemisst sich nach dem Wert, den das Not­weg­recht für sein Grund­stück hat [4]. Von die­sem Inter­es­se ist das Inter­es­se des Beklag­ten an der Besei­ti­gung der Ver­ur­tei­lung unab­hän­gig. Bei­de Inter­es­sen stim­men nicht über­ein.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Dezem­ber 2013 – V ZR 52/​13

  1. BGH, Beschluss vom 12.07.2012 – V ZR 19/​12, Grund­ei­gen­tum 2012, 1314 f.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 09.06.2011 – V ZB 293/​10, Grund­ei­gen­tum 2011, 1080[]
  3. dazu BGH, Beschluss vom 26.03.2009 – V ZR 209/​08, Grund­ei­gen­tum 2009, 715 f.; Beschluss vom 02.10.2003 – V ZB 18/​03, VIZ 2004, 134 jeweils mwN[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 12.07.2012 – V ZR 29/​12[]