Die Vergütung des vorzeitig entlassenen Insolvenzverwalters

Wird ein Insolvenzverwalter oder Treuhänder vorzeitig aus seinem Amt entlassen, berechnet sich seine Vergütung nach dem Schätzwert der Insolvenzmasse zum Zeitpunkt seines Ausscheidens1.

Die Vergütung des vorzeitig entlassenen Insolvenzverwalters

Für die Bewertung gelten wegen der Verweisung in § 10 InsVV die Grundsätze des § 1 InsVV2. Maßgeblich ist, weil der Beteiligte zu 1 vorzeitig entlassen wurde, der Schätzwert der Masse, die bis zu seiner Ablösung seiner Verwaltung unterlegen hat3.

Im Regelfall berechnet sich die Vergütung des Insolvenzverwalters wie auch diejenige des Treuhänders nach dem Wert der Insolvenzmasse, auf die sich die Schlussrechnung bezieht (§ 1 Abs. 1 Satz 1, § 10 InsVV). Wird das Verfahren nach Bestätigung eines Insolvenzplans aufgehoben oder durch Einstellung vorzeitig beendet, ist die Vergütung nach dem Schätzwert der Masse zum Zeitpunkt der Beendigung des Verfahrens zu berechnen (§ 1 Abs. 1 Satz 2 InsVV). In entsprechender Wertung muss dann, wenn die Tätigkeit des Treuhänders durch seine vorzeitige Entlassung endet, die Vergütung nach dem Wert der Insolvenzmasse zur Zeit der Entlassung ermittelt werden.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 11. Juni 2015 – IX ZB 18/13

  1. Anschluss an BGH, WM 2006, 141[]
  2. BGH, Beschluss vom 24.05.2005 – IX ZB 6/03, WM 2005, 1663; vom 12.10.2006 – IX ZB 191/05, NZI 2007, 55 Rn. 7[]
  3. BGH, Beschluss vom 10.11.2005 – IX ZB 168/04, WM 2006, 141, 142[]