Die Ver­gü­tung des vor­zei­tig ent­las­se­nen Insol­venz­ver­wal­ters

Wird ein Insol­venz­ver­wal­ter oder Treu­hän­der vor­zei­tig aus sei­nem Amt ent­las­sen, berech­net sich sei­ne Ver­gü­tung nach dem Schätz­wert der Insol­venz­mas­se zum Zeit­punkt sei­nes Aus­schei­dens [1].

Die Ver­gü­tung des vor­zei­tig ent­las­se­nen Insol­venz­ver­wal­ters

Für die Bewer­tung gel­ten wegen der Ver­wei­sung in § 10 InsVV die Grund­sät­ze des § 1 InsVV [2]. Maß­geb­lich ist, weil der Betei­lig­te zu 1 vor­zei­tig ent­las­sen wur­de, der Schätz­wert der Mas­se, die bis zu sei­ner Ablö­sung sei­ner Ver­wal­tung unter­le­gen hat [3].

Im Regel­fall berech­net sich die Ver­gü­tung des Insol­venz­ver­wal­ters wie auch die­je­ni­ge des Treu­hän­ders nach dem Wert der Insol­venz­mas­se, auf die sich die Schluss­rech­nung bezieht (§ 1 Abs. 1 Satz 1, § 10 InsVV). Wird das Ver­fah­ren nach Bestä­ti­gung eines Insol­venz­plans auf­ge­ho­ben oder durch Ein­stel­lung vor­zei­tig been­det, ist die Ver­gü­tung nach dem Schätz­wert der Mas­se zum Zeit­punkt der Been­di­gung des Ver­fah­rens zu berech­nen (§ 1 Abs. 1 Satz 2 InsVV). In ent­spre­chen­der Wer­tung muss dann, wenn die Tätig­keit des Treu­hän­ders durch sei­ne vor­zei­ti­ge Ent­las­sung endet, die Ver­gü­tung nach dem Wert der Insol­venz­mas­se zur Zeit der Ent­las­sung ermit­telt wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Juni 2015 – IX ZB 18/​13

  1. Anschluss an BGH, WM 2006, 141[]
  2. BGH, Beschluss vom 24.05.2005 – IX ZB 6/​03, WM 2005, 1663; vom 12.10.2006 – IX ZB 191/​05, NZI 2007, 55 Rn. 7[]
  3. BGH, Beschluss vom 10.11.2005 – IX ZB 168/​04, WM 2006, 141, 142[]