Schutz­schirm­ver­fah­ren – und die Insol­venz­an­fech­tung

Bei ange­ord­ne­ter Eigen­ver­wal­tung ist gemäß § 280 InsO nur der Sach­wal­ter befugt, die Insol­venz­an­fech­tung nach §§ 129 ff InsO gel­tend zu machen.

Schutz­schirm­ver­fah­ren – und die Insol­venz­an­fech­tung

Mit der Auf­he­bung des Insol­venz­ver­fah­rens erlischt gemäß § 259 Abs. 1 InsO das Amt des Insol­venz­ver­wal­ters. Für den Sach­wal­ter fehlt zwar eine ent­spre­chen­de Rege­lung eben­so wie eine aus­drück­li­che Ver­wei­sung auf § 259 Abs. 1 InsO. Da er aber gemäß § 270c InsO anstel­le des Insol­venz­ver­wal­ters bestellt wird und gemäß § 274 InsO auch ande­re Vor­schrif­ten für den Insol­venz­ver­wal­ter auf den Sach­wal­ter ent­spre­chend anwend­bar sind, muss im Fal­le der Auf­he­bung des Ver­fah­rens auch § 259 Abs. 1 InsO ent­spre­chend gel­ten.

Aus den­sel­ben Grün­den ist auch § 259 Abs. 3 InsO auf den Sach­wal­ter ent­spre­chend anwend­bar1. Soweit im Plan kei­ne von § 259 Abs. 3 Satz 2 InsO abwei­chen­de Rege­lung getrof­fen ist, wird der Rechts­streit für Rech­nung der Schuld­ne­rin geführt, an die folg­lich ein aus­zu­ur­tei­len­der Betrag zu zah­len wäre.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Juni 2016 – IX ZR 114/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 24.03.2016 – IX ZR 157/​14, DB 2016, 1013