Zwei Sän­ger mit glei­chem Namen

Es besteht kei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr zwi­schen zwei Sän­gern mit dem glei­chen Namen (hier Wend­ler), wenn sich auf­grund der Bekannt­heit des Einen (Micha­el Wend­ler) kei­ne Ver­let­zung von Rech­ten des Ande­ren an sei­nem bür­ger­li­chen Namen (Frank Wend­ler) erge­ben kann.

Zwei Sän­ger mit glei­chem Namen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Düs­sel­dorf die Kla­ge des Sän­gers mit bür­ger­li­chem Namen Frank Wend­ler abge­wie­sen. Die­ser hat­te bean­tragt, dem bun­des­weit bekann­ten Schla­ger­star mit dem Künst­ler­na­men “Micha­el Wend­ler“ zu unter­sa­gen, sich als “Der Wend­ler“ zu bezeich­nen.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts besteht auf­grund der Bekannt­heit des Beklag­ten, Micha­el Wend­ler, kei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr zwi­schen den bei­den Sän­gern, aus der sich eine Ver­let­zung von Rech­ten des Klä­gers an sei­nem bür­ger­li­chen Namen “Frank Wend­ler“ erge­ben kann. Im Zusam­men­hang mit dem Namen Wend­ler wird in der Öffent­lich­keit über­wie­gend eine Ver­bin­dung zu dem Beklag­ten Micha­el Wend­ler und nicht zum Klä­ger her­ge­stellt. Somit erfolgt durch die Ver­wen­dung der Bezeich­nung “Der Wend­ler“ kei­ne Ver­wechs­lung oder Täu­schung, die den Klä­ger benach­tei­li­ge.

Wei­ter­hin sieht das Land­ge­richt Düs­sel­dorf kei­ne Ver­let­zung von Mar­ken­rech­ten des Klä­gers. Zwar hat die­ser sich den Begriff “Der Wend­ler“ im Jah­re 2008 als soge­nann­te Wort­mar­ke für u.a. Ton- und Bild­trä­ger sowie Musik­dar­bie­tun­gen schüt­zen las­sen. Der Beklag­te tritt aber schon seit dem Jah­re 1998 unter sei­nem Künst­ler­na­men “Micha­el Wend­ler“ auf und hat bereits vor der Ein­tra­gung der Wort­mar­ke 15 Alben und 24 Sin­gles – teil­wei­se mit “Gold“ oder “Pla­tin“ prä­miert – unter die­sem Namen her­aus­ge­bracht. Da er dar­über hin­aus schon vor dem Jah­re 2008 diver­se Kon­zer­te mit meh­re­ren Zehn­tau­send Besu­chern gege­ben hat und über ihn in Pres­se und TV viel­fach berich­tet wor­den ist, ste­hen ihm an dem Namen älte­re Rech­te zu. Vor die­sem Hin­ter­grund kann der Beklag­te vom Klä­ger auch die Löschung der Wort­mar­ke ver­lan­gen. Auf­grund des Gegen­an­trags des Beklag­ten muss der Klä­ger daher in die Löschung der von ihm im Jah­re 2008 beim Deut­schen Patent- und Mar­ken­amt ein­ge­tra­ge­nen Wort­mar­ke “Der Wend­ler“, ein­wil­li­gen.

Ob sich der Klä­ger auch zukünf­tig auf sei­nen Ton­trä­gern und bei sei­nen Auf­trit­ten als “Der Wend­ler“ bezeich­nen darf, hat­te das Land­ge­richt nicht zu ent­schei­den.

Land­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 14. März 2012 – 2a O 317/​11