Alter­na­ti­ve Urteils­be­grün­dun­gen – und die Beru­fungs­be­grün­dung

Ist die Beru­fungs­ent­schei­dung in Bezug auf einen Streit­ge­gen­stand auf zwei oder meh­re­re von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Revi­si­ons­be­grün­dung bei­de bzw. alle Erwä­gun­gen angrei­fen.

Alter­na­ti­ve Urteils­be­grün­dun­gen – und die Beru­fungs­be­grün­dung

Nur dann ist sie im Fal­le ihrer Berech­ti­gung geeig­net, die Ent­schei­dung in Fra­ge zu stel­len. Setzt sich die Revi­si­ons­be­grün­dung nur mit einer der Begrün­dun­gen aus­ein­an­der, ist die Revi­si­on für die­sen Streit­ge­gen­stand ins­ge­samt unzu­läs­sig 1.

So auch in dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt beur­teil­ten Fall: Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Beru­fung in Bezug auf die­sen Streit­ge­gen­stand zurück­ge­wie­sen, weil ein blo­ßer Nor­men­voll­zug vor­lie­ge, wes­we­gen ein Anspruch auf der Grund­la­ge des arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes aus­schei­de. Unab­hän­gig davon habe die Klä­ge­rin die Vor­aus­set­zun­gen eines sol­chen Anspruchs nicht schlüs­sig dar­ge­legt. Nur mit Letz­te­rem setzt sich die Revi­si­on aus­ein­an­der. Die unab­hän­gig davon vom Lan­des­ar­beits­ge­richt gege­be­ne, selb­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gung des blo­ßen Nor­men­voll­zugs greift sie weder mit einer Sach- noch einer Ver­fah­rens­rüge an.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 2. August 2018 – 6 AZR 437/​17

  1. BAG 6.07.2016 – 4 AZR 966/​13, Rn. 16; 19.03.2008 – 5 AZR 442/​07, Rn. 14 mwN[]