Arbeits­ver­trä­ge – und das Trans­pa­renz­ge­bot

Das Trans­pa­renz­ge­bot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB ver­pflich­tet den Ver­wen­der All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen, die Rech­te und Pflich­ten sei­nes Ver­trags­part­ners mög­lichst klar, ver­ständ­lich und durch­schau­bar dar­zu­stel­len 1.

Arbeits­ver­trä­ge – und das Trans­pa­renz­ge­bot

Es ver­pflich­tet den Ver­wen­der nicht nur dazu, die ein­zel­nen Klau­seln des von ihm vor­for­mu­lier­ten Ver­trags klar zu for­mu­lie­ren. Die­se müs­sen auch im Kon­text mit den übri­gen Rege­lun­gen des Ver­trags ver­ständ­lich sein. Zusam­men­ge­hö­ren­de Rege­lun­gen müs­sen grund­sätz­lich im Zusam­men­hang auf­ge­führt wer­den oder der Bezug in ande­rer Wei­se, etwa durch Bezug­nah­me auf ande­re Klau­seln, deut­lich gemacht wer­den.

Ist das nicht der Fall und hat das die Fol­ge, dass die Ver­trags­ge­stal­tung objek­tiv dazu geeig­net ist, den Arbeit­neh­mer hin­sicht­lich sei­ner Rechts­stel­lung irre­zu­füh­ren, ist das Trans­pa­renz­ge­bot ver­letzt. Das gilt ins­be­son­de­re für wider­sprüch­li­che Klau­seln 2.

Sinn des Trans­pa­renz­ge­bots ist es, der Gefahr vor­zu­beu­gen, dass der Ver­trags­part­ner des Klau­sel­ver­wen­ders von der Durch­set­zung bestehen­der Rech­te abge­hal­ten wird. Die Vor­aus­set­zun­gen und der Umfang der Leis­tungs­pflicht müs­sen des­halb so bestimmt oder zumin­dest so bestimm­bar sein, dass der Ver­trags­part­ner des Ver­wen­ders bereits bei Ver­trags­schluss erken­nen kann, was auf ihn zukommt.

Eine Klau­sel ver­letzt das Bestimmt­heits­ge­bot, wenn sie ver­meid­ba­re Unklar­hei­ten ent­hält und Spiel­räu­me eröff­net. Ein Ver­stoß gegen das Trans­pa­renz­ge­bot liegt des­halb nicht schon dann vor, wenn der Arbeit­neh­mer kei­ne oder nur eine erschwer­te Mög­lich­keit hat, die betref­fen­de Rege­lung zu ver­ste­hen.

Erst in der Gefahr, dass der Ver­trags­part­ner des Klau­sel­ver­wen­ders wegen unklar abge­fass­ter All­ge­mei­ner Ver­trags­be­din­gun­gen von der Wahr­neh­mung sei­ner Rech­te abge­hal­ten wird, liegt eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung iSv. § 307 Abs. 1 BGB 3.

Dies gilt auch bei der Kon­trol­le der zeit­li­chen Befris­tung einer Ver­trags­be­din­gung 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 21. Juni 2018 – 6 AZR 38/​17

  1. BAG 24.08.2017 – 8 AZR 378/​16, Rn. 18[]
  2. BAG 23.03.2017 – 6 AZR 705/​15, Rn. 31, BAGE 158, 349[]
  3. st. Rspr. vgl. BAG 20.06.2017 – 3 AZR 540/​16, Rn. 58; zur Unter­schei­dung von Abschluss- und Abwick­lungs­trans­pa­renz vgl. BAG 26.01.2017 – 6 AZR 671/​15, Rn.20 ff. mwN, BAGE 158, 81[]
  4. vgl. BAG 10.12 2014 – 7 AZR 1009/​12, Rn. 51; 2.09.2009 – 7 AZR 233/​08, Rn. 23, BAGE 132, 59[]
  5. GVOBl. NEK S. 41, 46[]