Der gekündigte Trainerstab

Eine Kündigung, die sich auf eine Klausel im Anstellungsvertrag stützt, die gegen die zwingenden Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes verstößt, ist unwirksam.

Der gekündigte Trainerstab

Mit dieser Begründung hat das Arbeitsgericht Aachen in dem hier vorliegenden Fall den Kündigungsschutzklagen des Trainerstabs eines Sportvereins aus Aachen stattgegeben. Der beklagte überregional bekannter Verein glaubte sich bei den Kündigungen des Cheftrainer, dessen Co-Trainern und dem Torwarttrainer vom 3. September 2012 auf ein Klauselwerk im Anstellungsvertrag stützen zu können, das im Bereich des Profifußballs üblich ist: Nach dieser Klausel kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis jederzeit kündigen und muss dem Arbeitnehmer lediglich drei Bruttomonatsgehälter Abfindung zahlen. Im Gegenzug verzichtet der Arbeitnehmer auf die Erhebung der Kündigungsschutzklage.

Unter dem 9. Januar 2013 erhielten der Cheftrainer und der Co-Trainer eine weitere Kündigung. Diese Kündigungen wollte der beklagte Fußballverein auf eine weitere Klausel im Anstellungsvertag stützen, die ihm ein Sonderkündigungsrecht einräumt, wenn der Verein den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst.

Nach Auffassung des Arbeitsgerichts Aachen entziehe der Verzicht auf die Erhebung der Kündigungsschutzklage dem Arbeitnehmer in unzulässiger Weise das gesetzlich verbriefte Recht, sich gegen unberechtigte Kündigungen zur Wehr zu setzen. Dieses Recht könne nicht einseitig zugunsten des Arbeitgebers verkürzt werden, auch wenn ihm für den Fall der Kündigung eine Abfindung zugesagt war. Daher sei der Verzicht unwirksam. Da auch kein anderer tragfähiger Kündigungsgrund vorlag, war die Kündigung nach Ansicht des Arbeitsgerichts unwirksam.

Weiterhin hat das Arbeitsgericht festgestellt, dass die Kündigungen vom 9. Januar 2013, die sich auf die Klausel im Anstellungsvertag stützen, die dem Verein ein Sonderkündigungsrecht einräumt, wenn der Verein den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst, unwirksam sind. Denn auch diese Klausel verstoße gegen die zwingenden Regelungen des Kündigungsschutzgesetzes.

Arbeitsgericht Aachen, Urteil vom 22. Februar 2013 – 6 Ca 3662/12