Unzu­rei­chen­de Revi­si­ons­be­grün­dung

Nach § 72 Abs. 5 ArbGG iVm. § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 ZPO gehört zum not­wen­di­gen Inhalt der Revi­si­ons­be­grün­dung die Anga­be der Revi­si­ons­grün­de. Bei einer Sach­rü­ge muss die Revi­si­ons­be­grün­dung den Rechts­feh­ler des Lan­des­ar­beits­ge­richts so auf­zei­gen, dass Gegen­stand und Rich­tung des Revi­si­ons­an­griffs erkenn­bar sind.

Unzu­rei­chen­de Revi­si­ons­be­grün­dung

Des­halb muss die Revi­si­ons­be­grün­dung eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den Grün­den des ange­foch­te­nen Urteils ent­hal­ten. Dies erfor­dert die kon­kre­te Dar­le­gung der Grün­de, aus denen das ange­foch­te­ne Urteil rechts­feh­ler­haft sein soll 1.

Dadurch soll sicher­ge­stellt wer­den, dass der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Revi­si­ons­klä­gers das ange­foch­te­ne Urteil im Hin­blick auf das Rechts­mit­tel über­prüft und mit Blick­rich­tung auf die Rechts­la­ge genau durch­dacht hat. Außer­dem soll die Revi­si­ons­be­grün­dung durch ihre Kri­tik des ange­foch­te­nen Urteils zur rich­ti­gen Rechts­fin­dung durch das Revi­si­ons­ge­richt bei­tra­gen. Die blo­ße Dar­stel­lung ande­rer Rechts­an­sich­ten ohne jede Aus­ein­an­der­set­zung mit den Grün­den des Beru­fungs­ur­teils genügt den Anfor­de­run­gen an eine ord­nungs­ge­mä­ße Revi­si­ons­be­grün­dung vor die­sem Hin­ter­grund nicht 2.

Hat das Beru­fungs­ge­richt sei­ne Ent­schei­dung auf zwei von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, selbst­stän­dig tra­gen­de recht­li­che Erwä­gun­gen gestützt, muss die Revi­si­ons­be­grün­dung bei­de Erwä­gun­gen angrei­fen. Andern­falls ist das Rechts­mit­tel ins­ge­samt unzu­läs­sig 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 22. Juli 2014 – 9 AZR 449/​12

  1. st. Rspr., zB BAG 15.01.2013 – 9 AZR 276/​11, Rn. 9 mwN[]
  2. BAG 18.05.2011 – 10 AZR 346/​10, Rn. 10 mwN[]
  3. BAG 17.10.2007 – 4 AZR 755/​06, Rn. 10 mwN; BGH 20.05.2011 – V ZR 250/​10, Rn. 6[]