Wei­ter­be­schäf­ti­gung für die Dau­er des lau­fen­den Kün­di­gungs­rechts­streits

Seit der Grund­satz­ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 27.02.1985 1 ist in der Recht­spre­chung aner­kannt, dass ein Arbeit­neh­mer sei­ne Wei­ter­be­schäf­ti­gung für die Dau­er des lau­fen­den Kün­di­gungs­rechts­streits ver­lan­gen kann, wenn sein Beschäf­ti­gungs­in­ter­es­se das Inter­es­se des Arbeit­ge­bers an der Nicht­be­schäf­ti­gung über­wiegt.

Wei­ter­be­schäf­ti­gung für die Dau­er des lau­fen­den Kün­di­gungs­rechts­streits

Ein Über­wie­gen des Beschäf­ti­gungs­in­ter­es­ses wird im Regel­fall dann ange­nom­men, wenn ein die Unwirk­sam­keit der Kün­di­gung fest­stel­len­des Inst­anz­ur­teil ergeht 2.

Die Kla­ge auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung kann im Wege der objek­ti­ven Kla­ge­häu­fung mit der Kün­di­gungs­schutz­kla­ge ver­bun­den wer­den. Auch wenn sich aus dem der Kla­ge­an­trag kei­ne aus­drück­li­che Beschrän­kung des Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­ver­lan­gens auf die Dau­er des Kün­di­gungs­rechts­streits ergibt, ist er im Zwei­fel mit der Beschrän­kung für die Dau­er des Kün­di­gungs­rechts­streits aus­zu­le­gen 3.

Will der Arbeit­neh­mer einen wei­ter­ge­hen­den Beschäf­ti­gungs­an­trag über die Dau­er des Kün­di­gungs­schutz­pro­zes­ses hin­aus gel­tend machen, muss er dies durch sei­ne Kla­ge­be­grün­dung deut­lich machen.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Ham­burg., Urteil vom 24. Febru­ar 2016 – 6 Sa 31/​15 4

  1. BAG GS 1/​24, BAGE 48, 122 ff.[]
  2. vgl. hier­zu KR, 10. Aufl., Bearb. Etzel § 102 BetrVG Rn 275 m.w.N.[]
  3. KR, 10. Aufl., Bearb. Etzel § 102 BetrVG Rn 284[]
  4. nicht rkr.: BAG – 5 AZR 337/​16[]