Der Bun­des­wehr­ein­satz – jetzt doch auch im Innern

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te 2006 die frisch in § 14 Abs. 3 Luft­si­cher­heits­ge­setz (Luft­SiG) ein­ge­füg­te Ermäch­ti­gung für nich­tig erklärt, nach der die Luft­waf­fe Flug­zeu­ge abschie­ßen durf­te, die gegen das Leben von Men­schen ein­ge­setzt wer­den 1. Gleich­zei­tig hat­te der Gesetz­ge­ber bei sei­ner Novel­le von 2005 aber auch Bestim­mun­gen in das Luft­si­cher­heits­ge­setz ein­zu­fü­gen, mit den die Vor­aus­set­zun­gen und Moda­li­tä­ten gere­gelt wur­den, unter denen die Streit­kräf­te zur Abwehr beson­ders schwe­rer von Luft­fahr­zeu­gen aus­ge­hen­der Unglücks­fäl­le ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Und natür­lich lan­de­te auch die­ses Gesetz wie­der zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Über­prü­fung in Karls­ru­he, dies­mal auf­grund einer abs­trak­ten Nor­men­kon­troll­kla­ge der Hes­si­schen Lan­des­re­gie­rung und der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung zu der Fra­ge der Ver­ein­bar­keit von § 13, § 14 Abs. 1, 2 und 4 und § 15 Luft­SiG mit dem Grund­ge­setz. Hier­über ist zwar noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den, gleich­wohl hat das Ple­num des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zwi­schen­zeit­lich die Wei­chen für die­se Ent­schei­dung gestellt.

Der Bun­des­wehr­ein­satz – jetzt doch auch im Innern

Die Ple­n­ar­ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts[↑]

Die­se Ple­n­ar­ent­schei­dung war erfor­der­lich gewor­den, weil der Zwei­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, der für die Ent­schei­dung der aktu­el­len Nor­men­kon­troll­kla­ge zustän­dig ist, von den Grund­sät­zen abwei­chen will, der der 2006 zustän­di­ge Ers­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei­nem dama­li­gen Urteil zugrun­de gelegt hat­te.

Mit die­sem Urteil hat­te der Ers­te Senat 2006 die Bestim­mung des § 14 Abs. 3 Luft­SiG, der die Streit­kräf­te zum Abschuss als Waf­fe gegen das Leben von Men­schen ein­ge­setz­ter Luft­fahr­zeu­ge ermäch­tig­te, unter ande­rem wegen Ver­sto­ßes gegen das Grund­recht auf Leben und gegen die Men­schen­wür­de für ver­fas­sungs­wid­rig und nich­tig erklärt. Die Ent­schei­dung des Ers­ten Senats stütz­te sich dabei auf die Annah­men,

  1. dass sich die Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis des Bun­des für die Rege­lun­gen der §§ 13 bis 15 Luft­SiG nur auf Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 GG stüt­zen las­se, wonach die Streit­kräf­te zur regio­na­len und über­re­gio­na­len Unter­stüt­zung der Poli­zei­kräf­te der Län­der bei Natur­ka­ta­stro­phen oder einem beson­ders schwe­ren Unglücks­fall ein­ge­setzt wer­den kön­nen,
  2. dass Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 GG einen Ein­satz der Streit­kräf­te mit spe­zi­fisch mili­tä­ri­schen Waf­fen nicht zulas­se, und
  3. dass die in § 13 Abs. 3 Satz 2 und 3 Luft­SiG gere­gel­te Eil­kom­pe­tenz des Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters in Fäl­len des über­re­gio­na­len Kata­stro­phen­not­stan­des nicht mit Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG ver­ein­bar sei, der eine Ent­schei­dung der Bun­des­re­gie­rung ver­lan­ge.

Nach­dem der Ers­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf die Anfra­ge des Zwei­ten Senats noch­mals bekräf­tigt hat, an sei­ner bis­he­ri­gen Rechts­auf­fas­sung fest­zu­hal­ten, hat der Zwei­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts die­se drei Rechts­auf­fas­sun­gen mit Beschluss vom 3. Mai 2011 zum Gegen­stand der Vor­la­ge an das Ple­num gemacht. Das Ple­num des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat jetzt über die Vor­la­ge­fra­gen ent­schie­den:

  1. Die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit des Bun­des für die Rege­lun­gen der §§ 13 bis 15 Luft­SiG 2 ergibt sich nicht aus Art. 35 Abs. 2 und 3 GG, son­dern aus Art. 73 Nr. 6 GG a. F. (heu­te Art. 73 Abs. 1 Nr. 6 GG), der dem Bund die aus­schließ­li­che Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für den Luft­ver­kehr zuweist.
  2. Arti­kel 35 Absatz 2 Satz 2 und Absatz 3 des Grund­ge­set­zes schlie­ßen eine Ver­wen­dung spe­zi­fisch mili­tä­ri­scher Waf­fen bei einem Ein­satz der Streit­kräf­te nach die­sen Vor­schrif­ten nicht grund­sätz­lich aus, las­sen sie aber nur unter engen Vor­aus­set­zun­gen zu, die sicher­stel­len, dass nicht die strik­ten Begren­zun­gen unter­lau­fen wer­den, die einem bewaff­ne­ten Ein­satz der Streit­kräf­te im Inne­ren durch Arti­kel 87a Absatz 4 GG gesetzt sind.
  3. Der Ein­satz der Streit­kräf­te nach Arti­kel 35 Absatz 3 Satz 1 des Grund­ge­set­zes ist, auch in Eil­fäl­len, allein auf­grund eines Beschlus­ses der Bun­des­re­gie­rung als Kol­le­gi­al­or­gan zuläs­sig.

Der Rich­ter Gai­er hat hin­sicht­lich der Vor­la­ge­fra­ge zu 2. ein Son­der­vo­tum abge­ge­ben.

Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des[↑]

Die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für § 13, § 14 Abs. 1, 2 und 4 und § 15 Luft­SiG ergibt sich nicht aus Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 GG, son­dern als Annex­kom­pe­tenz aus Art. 73 Nr. 6 GG in der bis zum Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 3 gel­ten­den Fas­sung (Art. 73 Nr. 6 GG a.F.; heu­te Art. 73 Abs. 1 Nr. 6 GG), der dem Bund die aus­schließ­li­che Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für den Luft­ver­kehr zuweist. Ob und inwie­weit dane­ben Art. 73 Nr. 1 GG a.F. heu­te Art. 73 Abs. 1 Nr. 1 GG) als Kom­pe­tenz­grund­la­ge in Betracht kommt, bleibt offen.

Art. 35 Abs. 2 und 3 GG bie­ten für Bun­des­recht, das den Ein­satz der Streit­kräf­te im Kata­stro­phen­not­stand regelt, kei­ne aus­drück­li­che Kom­pe­tenz­grund­la­ge. Ihrem Wort­laut nach regeln die­se Bestim­mun­gen, soweit sie den Ein­satz der Streit­kräf­te betref­fen, mate­ri­el­le und pro­ze­du­ra­le Vor­aus­set­zun­gen für einen sol­chen Ein­satz. Unge­schrie­be­ne Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis­se des Bun­des in Sach­nor­men außer­halb des VII. Abschnitts des Grund­ge­set­zes (Art. 70 ff. GG) auf­zu­su­chen, liegt auch in sys­te­ma­ti­scher Hin­sicht und nach dem Schutz­zweck der föde­ra­len Zustän­dig­keits­ord­nung, die grund­sätz­lich nicht durch die Nor­men des mate­ri­el­len Ver­fas­sungs­rechts, son­dern durch geson­der­te, strikt aus­zu­le­gen­de 4 und in ihrer Reich­wei­te von mate­ri­ell­recht­li­chen Vor­ga­ben unab­hän­gi­ge Kom­pe­tenz­vor­schrif­ten bestimmt ist, nicht nahe. Gegen eine sol­che Kom­pe­tenz­zu­schrei­bung spricht zudem, dass sich aus ihr nur schwer Klar­heit über die Rechts­na­tur der zuge­schrie­be­nen Kom­pe­tenz – aus­schließ­lich oder kon­kur­rie­rend – gewin­nen lässt.

Eine Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des für die §§ 13 ff. Luft­SiG folgt aus Art. 73 Nr. 6 GG a.F. (heu­te Art. 73 Abs. 1 Nr. 6 GG), der dem Bund die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für den Luft­ver­kehr zuweist. Nach tra­dier­ter und im Grund­satz unbe­strit­te­ner Auf­fas­sung steht dem Bund, soweit er für ein bestimm­tes Sach­ge­biet die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit hat, als Annex­kom­pe­tenz auch die Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis für die damit in einem not­wen­di­gen Zusam­men­hang ste­hen­den Rege­lun­gen zur Auf­recht­erhal­tung von Sicher­heit und Ord­nung in die­sem Bereich zu 5.

Dies gilt auch für das Sach­ge­biet "Luft­ver­kehr". Die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für den Luft­ver­kehr umfasst daher als Annex jeden­falls die Befug­nis, Rege­lun­gen zur Abwehr sol­cher Gefah­ren zu tref­fen, die gera­de aus dem Luft­ver­kehr her­rüh­ren 6.

Aller­dings bedarf die Not­wen­dig­keit des Zusam­men­hangs zwi­schen einer dem Bund zuge­wie­se­nen Rege­lungs­kom­pe­tenz für ein bestimm­tes Sach­ge­biet und ein­schlä­gi­gen Rege­lun­gen zur Auf­recht­erhal­tung der Sicher­heit und Ord­nung stren­ger Prü­fung. Dies gilt erst recht, wenn die sach­ge­biet­li­che Kom­pe­tenz zu den aus­schließ­li­chen Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen des Bun­des, ins­be­son­de­re also zu den in Art. 73 GG auf­ge­führ­ten, gehört. Jeden­falls für die Abwehr der­je­ni­gen spe­zi­fisch aus dem Luft­ver­kehr her­rüh­ren­den Gefah­ren, auf die die Rege­lun­gen des Luft­si­cher­heits­ge­set­zes zie­len, ist der erfor­der­li­che not­wen­di­ge Zusam­men­hang gege­ben. Denn bei dezen­tra­ler Rege­lungs­kom­pe­tenz hät­ten unzu­rei­chend abwehr­wirk­sa­me Rege­lun­gen eines ein­zel­nen Lan­des erheb­li­che nega­ti­ve Fol­gen für die Sicher­heit, die mit eini­ger Wahr­schein­lich­keit nicht im Wesent­li­chen auf das betref­fen­de Land beschränkt wären.

Art. 73 Nr. 6 GG a.F. schei­det als Kom­pe­tenz­grund­la­ge für die §§ 13 ff. Luft­SiG nicht des­halb aus, weil es sich bei die­sen Bestim­mun­gen nicht um eigen­stän­di­ges Gefah­ren­ab­wehr­recht des Bun­des, son­dern allein um Ver­fah­rens- und Mit­tel­be­reit­stel­lungs­re­ge­lun­gen für den Fall der Unter­stüt­zung von Gefah­ren­ab­wehr­maß­nah­men der Län­der han­del­te 7. Unge­ach­tet der Fra­ge, ob dies eine Zuord­nung zum Gefah­ren­ab­wehr­recht aus­schlös­se, beschrän­ken sich die Vor­schrif­ten nicht auf das Vor­feld außen­wirk­sa­mer Ein­grif­fe. § 13 Luft­SiG regelt nicht nur die Vor­aus­set­zun­gen für die unter­stüt­zen­de Bereit­stel­lung von Streit­kräf­ten, son­dern unmit­tel­bar die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass Streit­kräf­te, wenn auch in einer unter­stüt­zen­den Funk­ti­on, "ein­ge­setzt wer­den" kön­nen (Abs. 1), sowie die Zustän­dig­kei­ten zur Ent­schei­dung über "einen Ein­satz" (Abs. 2 und 3) und die nor­ma­ti­ven Rah­men­be­din­gun­gen hier­für (Abs. 4: "Das Nähe­re wird zwi­schen Bund und Län­dern gere­gelt. Die Unter­stüt­zung durch die Streit­kräf­te rich­tet sich nach den Vor­schrif­ten die­ses Geset­zes."). Auch § 14 und § 15 Luft­SiG sind als mate­ri­el­le Ein­griffs­nor­men gefasst. Sie regeln, dass die Streit­kräf­te Luft­fahr­zeu­ge abdrän­gen, zur Lan­dung zwin­gen, den Ein­satz von Waf­fen­ge­walt andro­hen oder Warn­schüs­se abge­ben "dür­fen" (§ 14 Abs. 1 Luft­SiG), dass sie auf Ersu­chen der zustän­di­gen Flug­si­che­rungs­stel­le im Luft­raum Luft­fahr­zeu­ge "über­prü­fen, umlei­ten oder war­nen" kön­nen (§ 15 Abs. 1 Satz 2 Luft­SiG), wel­che "Maß­nah­men" sie "aus­zu­wäh­len" haben (§ 14 Abs. 2 Satz 1 Luft­SiG), wel­che sons­ti­gen Maß­ga­ben im Hin­blick auf Erfor­der­lich­keit und Ver­hält­nis­mä­ßig­keit im enge­ren Sin­ne ein­zu­hal­ten sind (§ 14 Abs. 2 Satz 2, § 15 Abs. 1 Satz 1 Luft­SiG), und dass der Bun­des­mi­nis­ter der Ver­tei­di­gung den Inspek­teur der Luft­waf­fe ermäch­ti­gen kann, die frag­li­chen "Maß­nah­men … anzu­ord­nen" (§ 15 Abs. 2 Satz 1 Luft­SiG). Der zwi­schen­zeit­lich für nich­tig erklär­te § 14 Abs. 3 Luft­SiG bestimm­te, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen die unmit­tel­ba­re Ein­wir­kung mit Waf­fen­ge­walt "zuläs­sig" sein soll­te. Auch § 21 Luft­SiG, der mit Blick auf das Zitier­ge­bot des Art.19 Abs. 1 Satz 2 GG aus­drück­lich fest­hält, dass – unter ande­rem – das Grund­recht auf Leben und kör­per­li­che Unver­sehrt­heit "nach Maß­ga­be die­ses Geset­zes ein­ge­schränkt" wird, spricht für eine unmit­tel­bar ein­griffs­er­mäch­ti­gen­de Bedeu­tung der Rege­lun­gen zum Streit­kräf­te­ein­satz.

Die Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te ergibt kei­ne Anhalts­punk­te, die die­sen Befund in Fra­ge stel­len, son­dern bestä­tigt, dass nicht etwa nur die Bereit­stel­lung von Res­sour­cen für allein auf lan­des­recht­li­cher Grund­la­ge wahr­zu­neh­men­de Auf­ga­ben der Gefah­ren­ab­wehr gere­gelt, son­dern unmit­tel­ba­res Ein­griffs­recht geschaf­fen wer­den soll­te. So heißt es in der Begrün­dung des Regie­rungs­ent­wurfs, jen­seits des von den Gefah­ren­ab­wehr­be­hör­den der Län­der Bewäl­tig­ba­ren soll­ten die Streit­kräf­te "ihre Maß­nah­men" tref­fen 8. § 14 Luft­SiG rege­le "die Zwangs­mit­tel der Streit­kräf­te, die ihnen zur Unter­stüt­zung der Poli­zei zur Ver­fü­gung ste­hen", und Absatz 3 ver­lei­he "die Befug­nis, unmit­tel­bar mit Waf­fen­ge­walt auf Luft­fahr­zeu­ge ein­zu­wir­ken" 9. In Bun­des­rat und Bun­des­tag wur­den die im Gesetz­ent­wurf vor­ge­se­he­nen Rege­lun­gen zum Streit­kräf­te­ein­satz dem­entspre­chend als "Befug­nis­nor­men" ver­stan­den, die zu Maß­nah­men der Gefah­ren­ab­wehr "aus eige­nem Recht" ermäch­ti­gen soll­ten 10. Nach den Wor­ten des dama­li­gen Bun­des­in­nen­mi­nis­ters Schi­ly soll­te das Gesetz "Luft­si­cher­heit aus einer Hand" und damit "Rechts­si­cher­heit und Rechts­klar­heit, zumal für die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten der Bun­des­wehr", gewähr­leis­ten 11. Auch damit war vor­aus­ge­setzt, dass die §§ 13 ff. Luft­SiG nicht bloß inner­fö­de­ra­le Bereit­stel­lungs­vor­gän­ge regeln, son­dern zugleich außen­wirk­sa­me Ein­griffs­er­mäch­ti­gun­gen ent­hal­ten.

Da der Bund dem­nach gemäß Art. 73 Nr. 6 GG a.F. rege­lungs­zu­stän­dig war, bedarf kei­ner Ent­schei­dung, ob dar­über hin­aus Art. 73 Nr. 1 GG a.F., der im Regie­rungs­ent­wurf des Geset­zes zur Neu­re­ge­lung von Luft­si­cher­heits­auf­ga­ben als Kom­pe­tenz­grund­la­ge für die §§ 13 ff. Luft­SiG in Anspruch genom­men wur­de 12, eine Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für die­se Bestim­mun­gen kraft Sach­zu­sam­men­hangs ihres Rege­lungs­ge­gen­stan­des mit dem Ver­tei­di­gungs­we­sen begrün­de­te.

Ver­fas­sungs­recht­li­che Zuläs­sig­keit eines Streit­kräf­te­ein­sat­zes mit spe­zi­fisch mili­tä­ri­schen Waf­fen beim Kata­stro­phen­not­stand[↑]

Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 GG schlie­ßen eine Ver­wen­dung spe­zi­fisch mili­tä­ri­scher Waf­fen bei Ein­sät­zen der Streit­kräf­te nach die­sen Bestim­mun­gen nicht grund­sätz­lich aus, las­sen Ein­sät­ze aber nur unter engen Vor­aus­set­zun­gen zu, die ins­be­son­de­re sicher­stel­len, dass nicht die strik­ten Begren­zun­gen unter­lau­fen wer­den, die nach Art. 87a Abs. 4 GG einem Ein­satz der Streit­kräf­te zum Kampf in inne­ren Aus­ein­an­der­set­zun­gen gesetzt sind.

Außer zur Ver­tei­di­gung dür­fen nach Art. 87a Abs. 2 GG die Streit­kräf­te nur ein­ge­setzt wer­den, soweit das Grund­ge­setz es aus­drück­lich zulässt. Die begren­zen­de Funk­ti­on die­ser Rege­lung ist durch strik­te Text­treue bei der Aus­le­gung der grund­ge­setz­li­chen Bestim­mun­gen über den Ein­satz der Streit­kräf­te im Innern zu wah­ren 13.

Die Ver­fas­sung begrenzt einen Streit­kräf­te­ein­satz im Inne­ren in bewuss­ter Ent­schei­dung auf äußers­te Aus­nah­me­fäl­le. Soweit es um den Schutz vor Straf­tä­tern und Geg­nern der frei­heit­li­chen Ord­nung geht, stellt des­halb Art. 87a Abs. 4 GG für einen Ein­satz der Streit­kräf­te stren­ge Anfor­de­run­gen, die selbst im Fall des inne­ren Not­stands gemäß Art. 91 GG noch nicht auto­ma­tisch erreicht sind. Im Unter­schied dazu erlau­ben Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 GG einen Streit­kräf­te­ein­satz zur Unter­stüt­zung der Poli­zei­kräf­te bei einer Natur­ka­ta­stro­phe oder einem beson­ders schwe­ren Unglücks­fall. Auch damit bin­det die Ver­fas­sung den Ein­satz der Streit­kräf­te an Anfor­de­run­gen, die nicht immer schon dann erfüllt sind, wenn die Poli­zei durch das all­ge­mei­ne Ziel der Auf­recht­erhal­tung und Wie­der­her­stel­lung der öffent­li­chen Sicher­heit und Ord­nung über­for­dert ist; dies zeigt sich bereits dar­in, dass in Fäl­len von beson­de­rer Bedeu­tung gemäß Art. 35 Abs. 2 Satz 1 GG grund­sätz­lich nur Unter­stüt­zung durch Kräf­te und Ein­rich­tun­gen des Bun­des­grenz­schut­zes ange­for­dert wer­den kann.

Nicht zuletzt um die­sen dif­fe­ren­zier­ten und restrik­ti­ven Rege­lun­gen der Ver­fas­sung Rech­nung zu tra­gen, sah der Ers­te Senat den Streit­kräf­te­ein­satz im Rah­men des Art. 35 GG auf Mit­tel begrenzt, die nach dem Gefah­ren­ab­wehr­recht des Ein­satz­lan­des der Poli­zei zur Ver­fü­gung ste­hen oder ver­füg­bar gemacht wer­den dür­fen. Hier­an hält das Ple­num nicht fest. Die von der Ver­fas­sung gewoll­ten engen Gren­zen für einen Streit­kräf­te­ein­satz im Inne­ren erge­ben sich aus ande­ren Kri­te­ri­en.

Eine Beschrän­kung des Streit­kräf­te­ein­sat­zes auf die­je­ni­gen Mit­tel, die nach dem Gefah­ren­ab­wehr­recht des Ein­satz­lan­des der Poli­zei zur Ver­fü­gung ste­hen oder ver­füg­bar gemacht wer­den dürf­ten, ist durch den Wort­laut des Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 GG und die Sys­te­ma­tik des Grund­ge­set­zes nicht zwin­gend vor­ge­ge­ben; der Rege­lungs­zweck spricht eher gegen eine sol­che Beschrän­kung. Auch eine Gesamt­be­trach­tung der Geset­zes­ma­te­ria­li­en zwingt nicht zu der Annah­me, dass der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber eine der­ar­ti­ge Beschrän­kung beab­sich­tigt hat.

Nach Art. 35 GG kann unter den jeweils näher bezeich­ne­ten Vor­aus­set­zun­gen im regio­na­len Kata­stro­phen­not­stand ein Land "Kräf­te und Ein­rich­tun­gen … der Streit­kräf­te" anfor­dern (Art. 35 Abs. 2 Satz 2 GG) und im über­re­gio­na­len Kata­stro­phen­not­stand die Bun­des­re­gie­rung "Ein­hei­ten … der Streit­kräf­te" ein­set­zen (Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG). Eine Beschrän­kung der damit zuge­las­se­nen Ein­sät­ze auf die Ver­wen­dung poli­zei­li­cher Ein­satz­mit­tel muss dem Wort­laut der Bestim­mun­gen nicht ent­nom­men wer­den. Sie ergibt sich ins­be­son­de­re nicht zwin­gend dar­aus, dass Art. 35 GG den Ein­satz der Streit­kräf­te nur zur "Unter­stüt­zung der Poli­zei­kräf­te" (Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG) bezie­hungs­wei­se zur poli­zei­un­ter­stüt­zen­den "Hil­fe" (Art. 35 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. Satz 1 GG) vor­sieht. Mit wel­chen Mit­teln die Hil­fe oder Unter­stüt­zung geleis­tet wer­den darf, ist damit noch nicht fest­ge­legt.

Sys­te­ma­ti­sche Erwä­gun­gen spre­chen dafür, dass aus der von Art. 35 Abs. 2 und 3 GG vor­ge­ge­be­nen unter­stüt­zen­den Funk­ti­on der Streit­kräf­te kei­ne Beschrän­kung auf die aktu­ell oder poten­ti­ell poli­zei­recht­lich zuläs­si­gen Ein­satz­mit­tel folgt. Denn auch Art. 87a Abs. 4 Satz 1 GG lässt für den dort umschrie­be­nen Fall des inne­ren Not­stan­des einen Ein­satz der Streit­kräf­te nur "zur Unter­stüt­zung" der Lan­des- und der Bun­des­po­li­zei zu, beschränkt damit aber aner­kann­ter­ma­ßen den dort gere­gel­ten Ein­satz, jeden­falls soweit es um die Bekämp­fung orga­ni­sier­ter und mili­tä­risch bewaff­ne­ter Auf­stän­di­scher geht, nicht von vorn­her­ein auf die Mit­tel, die den unter­stütz­ten Poli­zei­en zur Ver­fü­gung ste­hen 14. Die Iden­ti­tät der For­mu­lie­run­gen deu­tet trotz der unter­schied­li­chen Zusam­men­hän­ge, in denen sie ver­wen­det wer­den, dar­auf hin, dass ihnen kei­ne unter­schied­li­che Bedeu­tung zukom­men soll­te, zumal die Bestim­mun­gen im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren durch Auf­spal­tung einer ursprüng­lich ein­heit­li­chen Rege­lung ent­stan­den sind und daher nicht davon aus­zu­ge­hen ist, dass dem Gesetz­ge­ber die Über­ein­stim­mung des Wort­lauts nicht vor Augen stand.

Zu berück­sich­ti­gen ist zudem, dass die Zulas­sung des Streit­kräf­te­ein­sat­zes in den erfass­ten Kata­stro­phen­fäl­len eine wirk­sa­me Gefah­ren­ab­wehr ermög­li­chen soll. Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG unter­streicht dies mit der Bezug­nah­me auf das zur "wirk­sa­men Bekämp­fung" Erfor­der­li­che. Daher spre­chen nach Auf­fas­sung des Ple­nums die bes­se­ren Grün­de für eine Aus­le­gung, die unter den engen Vor­aus­set­zun­gen, unter denen ein Ein­satz der Streit­kräf­te nach Art. 35 GG über­haupt in Betracht kommt, die Ver­wen­dung ihrer spe­zi­fi­schen Mit­tel nicht gene­rell aus­schließt.

Die Ent­ste­hungs­ge­schich­te steht dem nicht ent­ge­gen. Dem ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber stand aller­dings als typi­scher Anwen­dungs­fall der Ver­fas­sungs­be­stim­mun­gen zum Kata­stro­phen­not­stand nicht ein Ein­satz­fall wie der in § 13 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit § 14 Abs. 1 Luft­SiG gere­gel­te, son­dern vor allem die Erfah­rung der nord­deut­schen Flut­ka­ta­stro­phe des Jah­res 1962 vor Augen 15. Auch wenn die­ses Ereig­nis die Vor­stel­lung der am Gesetz­ge­bungs­pro­zess Betei­lig­ten von den Erfor­der­nis­sen eines Streit­kräf­te­ein­sat­zes in einer begren­zen­den Wei­se geprägt haben mag, schließt das nicht aus, Art. 35 Abs. 2 und 3 GG auch auf anders­ar­ti­ge von Wort­laut und Sys­te­ma­tik der Vor­schrift erfass­te Bedro­hungs­la­gen anzu­wen­den, und zwingt nicht zu einer ange­sichts heu­ti­ger Bedro­hungs­la­gen nicht mehr zweck­ge­rech­ten Aus­le­gung des Art. 35 Abs. 2 und 3 GG.

Die Geset­zes­ma­te­ria­li­en geben zur Fra­ge der zuläs­si­gen Ein­satz­mit­tel kei­ne ein­deu­ti­gen Auf­schlüs­se. Zwar ist der Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te zu ent­neh­men, dass der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber die Rege­lung des Kata­stro­phen­not­stan­des bewusst aus der Rege­lung des inne­ren Not­stan­des her­aus­ge­löst hat, um die Bekämp­fung des Kata­stro­phen­not­stan­des von der des inne­ren Not­stands deut­li­cher abzu­he­ben. Auch fin­den sich Anhalts­punk­te dafür, dass ein­zel­nen am Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren Betei­lig­ten für den Ein­satz der Streit­kräf­te nach Art. 35 GG, sei es gene­rell oder für den Fall des regio­na­len Kata­stro­phen­not­stan­des nach Absatz 2, eine Beschrän­kung der zuläs­si­gen Ein­satz­mit­tel durch das Poli­zei­recht des Ein­satz­lan­des vor­schweb­te. Ins­ge­samt ergibt sich jedoch kein kla­res Bild, das die Annah­me eines inso­weit bestimm­ten Wil­lens des ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­bers stüt­zen könn­te.

Nach dem Bericht des Rechts­aus­schus­ses, auf den die Gesetz gewor­de­ne Fas­sung der hier zu betrach­ten­den Grund­ge­setz­be­stim­mun­gen zurück­geht, soll­te mit des­sen Vor­schlä­gen zur Rege­lung des inne­ren Not­stan­des "die Schwel­le für den Ein­satz der Streit­kräf­te als bewaff­ne­te Macht ange­ho­ben" und der bewaff­ne­te Ein­satz der Bun­des­wehr nur zuge­las­sen wer­den, "wenn dies zur Bekämp­fung mili­tä­risch bewaff­ne­ter Auf­stän­di­scher erfor­der­lich" sei 16. Die­se Äuße­rung muss nicht dahin ver­stan­den wer­den, dass sie über die Kon­stel­la­ti­on des inne­ren Not­stan­des hin­aus auch auf die des Kata­stro­phen­not­stan­des zielt, und zwingt daher nicht zu der Annah­me, dass für den Fall des Kata­stro­phen­not­stan­des ein bewaff­ne­ter Ein­satz der Streit­kräf­te prin­zi­pi­ell aus­ge­schlos­sen wer­den soll­te.

Die Erläu­te­run­gen zum vor­ge­schla­ge­nen Art. 35 GG behan­deln die Fra­ge der ein­setz­ba­ren Mit­tel nicht. Zu Art. 35 Abs. 2 GG wird zwar unter ande­rem aus­ge­führt, dass die zur Ver­fü­gung gestell­ten Kräf­te ande­rer Län­der und des Bun­des den Nor­men des im Ein­satz­land gel­ten­den Lan­des­po­li­zei­rechts unter­ste­hen sol­len 17; zu Art. 35 Abs. 3 GG fin­det sich dage­gen kei­ne ent­spre­chen­de Erläu­te­rung. Aus der Berichts­be­grün­dung zu Art. 87a Abs. 4 GG geht her­vor, dass der Aus­schuss nach dem Ergeb­nis der durch­ge­führ­ten Anhö­run­gen die im Regie­rungs­ent­wurf vor­ge­se­he­ne For­mu­lie­rung, wonach die Streit­kräf­te "als Poli­zei­kräf­te" ein­setz­bar sein soll­ten, für zu eng befun­den hat­te, da eine Beschrän­kung etwa auf den Ein­satz nicht­mi­li­tä­ri­scher Waf­fen nicht sach­ge­recht sei. Der Aus­schuss schlug daher statt­des­sen vor, dass die Streit­kräf­te nur "zur Unter­stüt­zung der Poli­zei" ein­ge­setzt wer­den dürf­ten 18. Dem folg­te der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber. Die glei­che Abkehr von der ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen For­mu­lie­rung ist aber auch in Art. 35 Abs. 2 und 3 GG erfolgt. Die­ser gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung muss eine Bedeu­tung für die Aus­le­gung des Art. 35 GG nicht des­halb abge­spro­chen wer­den, weil erst der Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges 19 vor­ge­schla­gen hat, die nach dem Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung 20 in Art. 91 GG ange­sie­del­te Rege­lung des Streit­kräf­te­ein­sat­zes bei Natur­ka­ta­stro­phen und beson­ders schwe­ren Unglücks­fäl­len aus dem Zusam­men­hang der Bestim­mun­gen zum inne­ren Not­stand zu lösen und in Art. 35 Abs. 2 und 3 GG zu regeln. Umge­kehrt lässt sich auch argu­men­tie­ren, dass gera­de die­se Her­aus­lö­sung aus dem ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen ein­heit­li­chen Rege­lungs­zu­sam­men­hang es nahe­ge­legt hät­te, für den Fall des nun­mehr geson­dert in Art. 35 GG gere­gel­ten Kata­stro­phen­not­stan­des einem etwai­gen Wil­len, die Art und Wei­se des zuläs­si­gen Ein­sat­zes enger zu bestim­men als für den Fall des inne­ren Not­stan­des, durch ent­spre­chend unter­schied­li­che For­mu­lie­rung der jewei­li­gen Rege­lun­gen Aus­druck zu geben.

Das Pro­to­koll der Anhö­rung zum The­ma "Der inne­re Not­stand und der Kata­stro­phen­not­stand", auf die aus­weis­lich des Berichts des Rechts­aus­schus­ses 21 des­sen Vor­schlag zurück­geht, die Wor­te "als Poli­zei­kräf­te" durch die Gesetz gewor­de­nen For­mu­lie­run­gen zu erset­zen, zeigt zudem, dass sowohl bei den ange­hör­ten Sach­ver­stän­di­gen als auch auf Sei­ten der Abge­ord­ne­ten, die sich an der Aus­spra­che betei­lig­ten, in der Fra­ge der Zuläs­sig­keit des Ein­sat­zes mili­tä­ri­scher Waf­fen unter­schied­li­che und häu­fig – unter ande­rem hin­sicht­lich des Zusam­men­hangs mit der Fra­ge der maß­ge­ben­den ein­fach­recht­li­chen Ein­griffs­grund­la­gen – auch unkla­re Auf­fas­sun­gen bestan­den 22.

So wie­sen etwa der schles­wig-hol­stei­ni­sche Innen­mi­nis­ter Dr. Schle­gel­ber­ger und der ham­bur­gi­sche Innen­se­na­tor Ruh­nau unwi­der­spro­chen auf die Funk­ti­on des Streit­kräf­te­ein­sat­zes hin, Ein­satz­mit­tel bereit­zu­stel­len, über die die Poli­zei nicht ver­fü­ge 23, ver­tra­ten aber – im Zusam­men­hang mit Ein­sät­zen im Fall des inne­ren Not­stan­des – zugleich die Auf­fas­sung, dass Ein­sät­ze sich auf der Grund­la­ge "des Poli­zei­rechts mit poli­zei­li­chen Mit­teln" bezie­hungs­wei­se "nach den Ein­satz­prin­zi­pi­en und mit den Ein­satz­mit­teln der Poli­zei" voll­zie­hen müss­ten 24. Dabei wur­de zudem nicht deut­lich, ob allein an das Lan­des­po­li­zei­recht 25 als Rechts­grund­la­ge gedacht war oder auch an Bun­des­recht, das in ver­schie­de­nen Dis­kus­si­ons­bei­trä­gen als anwend­bar vor­aus­ge­setzt wur­de 26. Ver­schie­de­ne Äuße­run­gen deu­ten dar­auf hin, dass man sich einen Ein­satz der Streit­kräf­te im Kata­stro­phen­not­stand vor allem in der Form des Objekt­schut­zes und der Abwehr von Plün­de­run­gen vor­stell­te 27. Zur Spra­che kam ander­seits aber auch der Fall der Spren­gung eines Hau­ses oder einer Brü­cke 28.

In der Zwei­ten Bera­tung des Gesetz­ent­wurfs, der neben dem Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung der Bericht des Rechts­aus­schus­ses 29 zugrun­de lag, fie­len nur ver­ein­zelt Äuße­run­gen, die einen Bezug zum Inhalt der beschlos­se­nen Rege­lun­gen in der Fra­ge des bei Ein­sät­zen der Streit­kräf­te anwend­ba­ren Rechts oder unmit­tel­bar in der Fra­ge der bei sol­chen Ein­sät­zen anwend­ba­ren Mit­tel auf­wei­sen. Auch die­se Äuße­run­gen sind nicht ein­deu­tig und wei­sen, sofern sie über­haupt bestimm­te Vor­stel­lun­gen vom Inhalt der beschlos­se­nen Rege­lun­gen zum Aus­druck brin­gen soll­ten, in unter­schied­li­che Rich­tun­gen 30.

Aus der Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te wird danach weder ein ein­deu­ti­ger Wil­le des ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­bers hin­sicht­lich der in den Fäl­len des Art. 35 Abs. 2 und 3 GG ein­setz­ba­ren Mit­tel noch eine kla­re Kon­zep­ti­on in der Fra­ge des anwend­ba­ren Rechts erkenn­bar. Ange­sichts die­ses Befun­des ist es nicht zwin­gend, im Rah­men des Art. 35 Abs. 2 und 3 GG einen nach text­li­cher, sys­te­ma­ti­scher und teleo­lo­gi­scher Aus­le­gung nicht aus­ge­schlos­se­nen Ein­satz der Streit­kräf­te mit spe­zi­fisch mili­tä­ri­schen Mit­teln – der, soweit es um die Abwehr von Gefah­ren durch ein als Angriffs­mit­tel genutz­tes Luft­fahr­zeug geht, nur auf bun­des­recht­li­cher Ein­griffs­grund­la­ge in Betracht kommt – allein des­halb für unzu­läs­sig zu hal­ten, weil die kon­kre­ten Gefah­ren­fäl­le, die ihn erfor­der­lich machen könn­ten, dem his­to­ri­schen ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber noch nicht gegen­wär­tig waren.

Der Ein­satz der Streit­kräf­te als sol­cher wie auch der Ein­satz spe­zi­fisch mili­tä­ri­scher Kampf­mit­tel kommt aller­dings nur unter engen Vor­aus­set­zun­gen in Betracht.

Bei der Aus­le­gung und Anwen­dung der Vor­aus­set­zun­gen, unter denen Art. 35 Abs. 2 und 3 GG einen Ein­satz der Streit­kräf­te erlaubt, sind der Zweck des Art. 87a Abs. 2 GG und das Ver­hält­nis der den Kata­stro­phen­not­stand betref­fen­den Bestim­mun­gen zu den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben für den Ein­satz der Streit­kräf­te im inne­ren Not­stand (Art. 87a Abs. 4 GG) zu berück­sich­ti­gen. Art. 87a Abs. 2 GG zielt dar­auf, die Mög­lich­kei­ten für einen Ein­satz der Streit­kräf­te im Innern zu begren­zen 31. Art. 87a Abs. 4 GG unter­wirft auf dem Hin­ter­grund his­to­ri­scher Erfah­run­gen 32 den Ein­satz der Streit­kräf­te zur Bewäl­ti­gung inne­rer Aus­ein­an­der­set­zun­gen beson­ders stren­gen Beschrän­kun­gen. Die­se Beschrän­kun­gen dür­fen nicht dadurch umgan­gen wer­den, dass der Ein­satz statt auf der Grund­la­ge des Art. 87a Abs. 4 GG auf der des Art. 35 Abs. 2 oder 3 GG erfolgt. Das gilt erst recht für die Ver­wen­dung spe­zi­fisch mili­tä­ri­scher Kampf­mit­tel im Rah­men eines sol­chen Ein­sat­zes.

Enge Gren­zen sind dem Ein­satz der Streit­kräf­te im Kata­stro­phen­not­stand auf die­sem Hin­ter­grund durch das in Art. 35 Abs. 2 Satz 2 GG aus­drück­lich genann­te und von Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG in Bezug genom­me­ne Tat­be­stands­merk­mal des beson­ders schwe­ren Unglücks­falls gesetzt.

Die genann­ten Bestim­mun­gen unter­schei­den Natur­ka­ta­stro­phen und beson­ders schwe­re Unglücks­fäl­le. Bei­de Ereig­nis­ar­ten wur­den bereits im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren unter dem Begriff der Kata­stro­phe zusam­men­ge­fasst 33. Hier­aus wie auch aus der nor­ma­ti­ven Par­al­le­li­sie­rung von Natur­ka­ta­stro­phen und beson­ders schwe­ren Unglücks­fäl­len in Art. 35 Abs. 2 und 3 GG wird deut­lich, dass der hier ver­wen­de­te Begriff des beson­ders schwe­ren Unglücks­falls nur Ereig­nis­se von kata­stro­phi­schen Dimen­sio­nen erfasst 34. Ins­be­son­de­re stellt nicht jede Gefah­ren­si­tua­ti­on, die ein Land mit­tels sei­ner Poli­zei nicht zu beherr­schen imstan­de ist, allein schon aus die­sem Grund einen beson­ders schwe­ren Unglücks­fall im Sin­ne des Art. 35 Abs. 2 Satz 2, Abs. 3 Satz 1 GG dar, der den Streit­kräf­te­ein­satz erlaub­te 35. Beson­ders schwe­re Unglücks­fäl­le sind viel­mehr unge­wöhn­li­che Aus­nah­me­si­tua­tio­nen. Eine Betrau­ung der Streit­kräf­te mit Auf­ga­ben der Gefah­ren­ab­wehr, die über die Bewäl­ti­gung sol­cher Son­der­si­tua­tio­nen hin­aus­ge­hen, kann daher nicht auf Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 Satz 1 GG gestützt wer­den.

Die Vor­aus­set­zun­gen des beson­ders schwe­ren Unglücks­falls gemäß Art. 35 Abs. 2 und 3 GG bestim­men sich zugleich in Abgren­zung zu den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben für den Ein­satz der Streit­kräf­te im inne­ren Not­stand (Art. 87a Abs. 4 GG i.V.m. Art. 91 Abs. 2 Satz 1 GG).

Art. 87a Abs. 4 in Ver­bin­dung mit Art. 91 Abs. 2 Satz 1 GG regelt den Ein­satz der Streit­kräf­te zur Abwehr von Gefah­ren für den Bestand oder die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung des Bun­des oder eines Lan­des, die das Land, in dem die Gefahr droht, zu bekämp­fen selbst nicht in der Lage oder nicht bereit ist. Dabei erlaubt Art. 87a Abs. 4 GG den Ein­satz der Streit­kräf­te ins­be­son­de­re zur Unter­stüt­zung der Poli­zei bei der Bekämp­fung orga­ni­sier­ter und mili­tä­risch bewaff­ne­ter Auf­stän­di­scher. Die Rege­lung der Abwehr inne­rer Unru­hen, die von nicht­staat­li­chen Angrei­fern aus­ge­hen, hat damit ihren Platz in Art. 87a Abs. 4 in Ver­bin­dung mit Art. 91 GG gefun­den 36. Inso­weit ent­fal­tet daher die­se Vor­schrift grund­sätz­lich eine Sperr­wir­kung für den Ein­satz der Streit­kräf­te nach ande­ren Bestim­mun­gen 37.

Der Annah­me eines beson­ders schwe­ren Unglücks­falls steht bei einem Ereig­nis von kata­stro­phi­schem Aus­maß nicht ent­ge­gen, dass es absicht­lich her­bei­ge­führt ist 38. Ange­sichts der in Art. 87a Abs. 4 in Ver­bin­dung mit Art. 91 GG getrof­fe­nen Rege­lung der mili­tä­ri­schen Bekämp­fung nicht­staat­li­cher Geg­ner kön­nen die Streit­kräf­te auf der Grund­la­ge von Art. 35 Abs. 2 und 3 GG jedoch zur Bekämp­fung eines Angrei­fers nur in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen ein­ge­setzt wer­den, die nicht von der in Art. 87a Abs. 4 GG gere­gel­ten Art sind. So stel­len nament­lich Gefah­ren für Men­schen und Sachen, die aus oder von einer demons­trie­ren­den Men­schen­men­ge dro­hen, kei­nen beson­ders schwe­ren Unglücks­fall im Sin­ne des Art. 35 GG dar, der es recht­fer­ti­gen könn­te, Streit­kräf­te auf der Grund­la­ge die­ser Bestim­mung ein­zu­set­zen. Denn nach Art. 87a Abs. 4 Satz 1 GG dür­fen selbst zur Bekämp­fung orga­ni­sier­ter und mili­tä­risch bewaff­ne­ter Auf­stän­di­scher Streit­kräf­te auch dann, wenn das betref­fen­de Land zur Bekämp­fung der Gefahr nicht bereit oder in der Lage ist (Art. 87a Abs. 4 Satz 1 GG i.V.m. Art. 91 Abs. 2 Satz 1 GG), nur unter der Vor­aus­set­zung ein­ge­setzt wer­den, dass Gefahr für den Bestand oder die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung des Bun­des oder eines Lan­des besteht 39.

Der Unglücks­fall muss, wie im Wort­laut des Art. 35 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 Satz 1 deut­lich zum Aus­druck kommt, bereits vor­lie­gen, damit zu sei­ner Bekämp­fung oder zur Bekämp­fung sei­ner Scha­dens­fol­gen Streit­kräf­te ein­ge­setzt wer­den dür­fen. Das bedeu­tet nicht, dass auch Schä­den not­wen­di­ger­wei­se bereits ein­ge­tre­ten sein müs­sen 40. Von einem Unglücks­fall kann auch dann gespro­chen wer­den, wenn zwar die zu erwar­ten­den Schä­den noch nicht ein­ge­tre­ten sind, der Unglücks­ver­lauf aber bereits begon­nen hat und der Ein­tritt kata­stro­pha­ler Schä­den unmit­tel­bar droht. Ist die Kata­stro­phe bereits in Gang gesetzt und kann sie nur noch durch den Ein­satz der Streit­kräf­te unter­bro­chen wer­den, muss nicht abge­war­tet wer­den, bis der Scha­den sich rea­li­siert hat. Der Scha­dens­ein­tritt muss jedoch unmit­tel­bar bevor­ste­hen. Dies ist der Fall, wenn der kata­stro­pha­le Scha­den, sofern ihm nicht recht­zei­tig ent­ge­gen­ge­wirkt wird, mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit in Kür­ze ein­tre­ten wird 41. Ein ins Vor­feld des Kata­stro­phen­ge­sche­hens ver­la­ger­ter Ein­satz der Streit­kräf­te ist unzu­läs­sig.

Der Ein­satz der Streit­kräf­te wie der Ein­satz spe­zi­fisch mili­tä­ri­scher Abwehr­mit­tel ist zudem auch in einer sol­chen Gefah­ren­la­ge nur als ulti­ma ratio zuläs­sig. Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG sieht für den Fall des über­re­gio­na­len Kata­stro­phen­not­stan­des aus­drück­lich vor, dass die Streit­kräf­te nur ein­ge­setzt wer­den dür­fen, soweit es zur wirk­sa­men Bekämp­fung der durch eine Natur­ka­ta­stro­phe oder einen beson­ders schwe­ren Unglücks­fall ver­an­lass­ten Gefahr erfor­der­lich ist. Die Erfor­der­lich­keits­klau­sel des Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG zielt auf die Sub­si­dia­ri­tät der Bun­des­in­ter­ven­ti­on im Ver­hält­nis zu den Län­dern 42. Im Übri­gen ent­spricht die stren­ge Beschrän­kung auf das Erfor­der­li­che – sowohl was das Ob als auch was das Wie, ein­schließ­lich der kon­kre­ten Ein­satz­mit­tel, angeht – für Ein­sät­ze nach Absatz 2 Satz 2 wie für Ein­sät­ze nach Absatz 3 Satz 1 des Art. 35 GG dem in Art. 87a Abs. 2 GG zum Aus­druck gebrach­ten Wil­len des Ver­fas­sungs­ge­bers zur engen Begren­zung des zuläs­si­gen Streit­kräf­te­ein­sat­zes im Innern 43.

Im Ergeb­nis sieht Art. 35 GG dif­fe­ren­zier­te Mög­lich­kei­ten einer Ver­wen­dung der Streit­kräf­te zur Gewähr­leis­tung der Luft­si­cher­heit vor.

Aus Art. 87a Abs. 2 GG erge­ben sich Gren­zen hin­sicht­lich der Abwehr von Gefah­ren, die von einem als Angriffs­mit­tel genutz­ten Flug­zeug aus­ge­hen, nur, soweit es sich um einen Ein­satz han­delt. Des­halb sind Maß­nah­men der Streit­kräf­te in einer den Ver­ur­sa­chern gegen­über rein unter­stüt­zen­den und sol­che Unter­stüt­zung vor­be­rei­ten­den Funk­ti­on – etwa zur Hil­fe bei tech­nisch oder durch gesund­heit­li­che Pro­ble­me eines Pilo­ten beding­ten Ori­en­tie­rungs­schwie­rig­kei­ten und zur Auf­klä­rung, ob sol­che Hil­fe benö­tigt wird – nicht aus­ge­schlos­sen. Art. 87a Abs. 2 GG bin­det nicht jede Nut­zung per­so­nel­ler und säch­li­cher Res­sour­cen der Streit­kräf­te an eine aus­drück­li­che grund­ge­setz­li­che Zulas­sung, son­dern nur ihre Ver­wen­dung als Mit­tel der voll­zie­hen­den Gewalt in einem Ein­griffs­zu­sam­men­hang 44. Dem­entspre­chend kann auf Luft­zwi­schen­fäl­le in rein tech­nisch­un­ter­stüt­zen­der Funk­ti­on reagiert wer­den. Dies ver­bleibt im Rah­men des Art. 35 Abs. 1 GG und ist daher von den Beschrän­kun­gen, die für einen Ein­satz der Streit­kräf­te nach Art. 35 Abs. 2 und 3 GG gel­ten, nicht betrof­fen. Aller­dings liegt eine Ver­wen­dung in einem Ein­griffs­zu­sam­men­hang nicht erst bei einem kon­kre­ten Vor­ge­hen mit Zwang, son­dern bereits dann vor, wenn per­so­nel­le oder sach­li­che Mit­tel der Streit­kräf­te in ihrem Droh- oder Ein­schüch­te­rungs­po­ten­ti­al genutzt wer­den 45.

Eine umfas­sen­de Gefah­ren­ab­wehr für den Luft­raum mit­tels der Streit­kräf­te kann auf Art. 35 Abs. 2 und 3 GG nicht gestützt wer­den. Ins­be­son­de­re berech­tigt nicht jeder Luft­zwi­schen­fall, zu des­sen Bewäl­ti­gung eine tech­ni­sche Unter­stüt­zung nicht aus­reicht, auto­ma­tisch zum Ein­satz der Streit­kräf­te. De con­sti­tu­tio­ne lata ist der Ein­satz der Streit­kräf­te nur bei beson­ders gra­vie­ren­den Luft­zwi­schen­fäl­len zuläs­sig, die den qua­li­fi­zier­ten Anfor­de­run­gen des Art. 35 Abs. 2 und 3 GG genü­gen.

Anord­nungs­kom­pe­tenz der Bun­des­re­gie­rung[↑]

Der Ein­satz der Streit­kräf­te nach Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG ist, auch in Eil­fäl­len, allein auf­grund eines Beschlus­ses der Bun­des­re­gie­rung als Kol­le­gi­al­or­gan zuläs­sig.

Das Grund­ge­setz unter­schei­det sys­te­ma­tisch zwi­schen Befug­nis­sen und Zustän­dig­kei­ten der Bun­des­re­gie­rung und sol­chen ein­zel­ner Bun­des­mi­nis­ter (s. etwa einer­seits Art. 84 Abs. 2, Art. 87a Abs. 4 Satz 1, Art. 91 Abs. 2 Satz 3, Art. 108 Abs. 7 GG, ande­rer­seits Art. 65 Satz 2, Art. 65a, Art. 95 Abs. 2, Art. 112 Satz 1 GG). Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG weist die Befug­nis, im Fall des über­re­gio­na­len Kata­stro­phen­not­stan­des Ein­hei­ten der Streit­kräf­te ein­zu­set­zen, der Bun­des­re­gie­rung zu. Die Bun­des­re­gie­rung besteht nach Art. 62 GG aus dem Bun­des­kanz­ler und den Bun­des­mi­nis­tern. Der Ein­satz der Streit­kräf­te im über­re­gio­na­len Kata­stro­phen­not­stand setzt danach einen Beschluss der Bun­des­re­gie­rung als Kol­le­gi­um 46 vor­aus. Es gilt nichts ande­res als für den Ein­satz der Streit­kräf­te im Fall des inne­ren Not­stan­des, für den Art. 87a Abs. 4 Satz 1 GG eben­falls die Ent­schei­dungs­zu­stän­dig­keit der Bun­des­re­gie­rung vor­sieht und der unstrei­tig nur auf­grund eines Kabi­netts­be­schlus­ses zuläs­sig ist 47.

Zu einer Dele­ga­ti­on der zuge­wie­se­nen Beschluss­zu­stän­dig­keit auf ein ein­zel­nes Mit­glied 48 ist die Bun­des­re­gie­rung nicht befugt. Staats­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­che Kom­pe­ten­zen ste­hen im Grund­satz nicht zur frei­en Dis­po­si­ti­on ihrer Trä­ger 49. Sie sind daher grund­sätz­lich weder ver­zicht­bar noch belie­big dele­gier­bar. Dar­in unter­schei­den sie sich von sub­jek­ti­ven Rech­ten, über die der Inha­ber im Prin­zip ver­fü­gen kann.

Eine Eil­kom­pe­tenz für ein ande­res als das regu­lär vor­ge­se­he­ne Organ, wie sie in ver­schie­de­nen Grund­ge­setz­be­stim­mun­gen für den Fall der Gefahr im Ver­zug vor­ge­se­hen ist (Art. 13 Abs. 2, Abs. 3 Satz 4, Abs. 4 Satz 2, Abs. 5 Satz 2, 2. Halb­satz GG; vgl. auch Art. 119 Satz 3 GG: Aus­wech­se­lung des Wei­sungs­adres­sa­ten bei Gefahr im Ver­zug), sieht Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG nicht vor; ermäch­tigt wird allein die Bun­des­re­gie­rung. Danach besteht eine Dele­ga­ti­ons­be­fug­nis der Bun­des­re­gie­rung oder eine Befug­nis des Gesetz­ge­bers zu abwei­chen­der Zustän­dig­keits­be­stim­mung auch für Eil­fäl­le nicht 50.

Die Res­sort­zu­stän­dig­keit der Bun­des­mi­nis­ter (Art. 65 Satz 2 GG) und die Zuwei­sung der Befehls- und Kom­man­do­ge­walt über die Streit­kräf­te an den Bun­des­mi­nis­ter der Ver­tei­di­gung (Art. 65a GG) kön­nen eine abwei­chen­de Aus­le­gung 51102B, S. 8)) nicht begrün­den, weil Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG für die Befug­nis, über den Ein­satz der Streit­kräf­te im über­re­gio­na­len Kata­stro­phen­not­stand zu ent­schei­den, eine dem­ge­gen­über spe­zi­el­le­re Rege­lung trifft.

Etwas ande­res folgt auch nicht dar­aus, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in ein­zel­nen Berei­chen Eil­zu­stän­dig­kei­ten in Abwei­chung von einer grund­sätz­lich gege­be­nen Par­la­ments­zu­stän­dig­keit aner­kannt hat 52. Dies betraf Berei­che, für die die Ent­schei­dungs­zu­stän­dig­keit im Grund­ge­setz gera­de nicht aus­drück­lich gere­gelt ist. Die Fra­ge, ob und inwie­weit Son­der­kom­pe­ten­zen für Eil­fäl­le auch ent­ge­gen aus­drück­lich – und ohne Aus­nah­me für den Eil­fall – im Grund­ge­setz getrof­fe­nen Zustän­dig­keits­re­ge­lun­gen aner­ken­nungs­fä­hig sein könn­ten, ist damit nicht beant­wor­tet.

Ange­sichts der nach Wort­laut und Sys­te­ma­tik ein­deu­ti­gen aus­schließ­li­chen Kom­pe­tenz­zu­wei­sung an die Bun­des­re­gie­rung kann eine abwei­chen­de Zustän­dig­keit nicht aus einem auf wirk­sa­me Gefah­ren­ab­wehr gerich­te­ten Zweck des Art. 35 Abs. 3 GG 53 oder aus staat­li­chen Schutz­pflich­ten 54 abge­lei­tet wer­den. Der Ver­fas­sungs­ge­setz­ge­ber hat Ein­sät­ze der Streit­kräf­te bewusst nur unter engen Vor­aus­set­zun­gen zuge­las­sen. Für die Aus­le­gung der betref­fen­den Vor­schrif­ten, die in einer poli­tisch hoch­um­strit­te­nen Mate­rie als Ergeb­nis aus­führ­li­cher, kon­tro­ver­ser Dis­kus­sio­nen zustan­de­ge­kom­men sind, gilt das Gebot strik­ter Text­treue. Jeden­falls des­halb ver­bie­tet sich eine auf die Ver­mei­dung von Schutz­lü­cken gerich­te­te teleo­lo­gi­sche Ver­fas­sungs­in­ter­pre­ta­ti­on, die vom bewusst und in Über­ein­stim­mung mit der Sys­te­ma­tik gewähl­ten aus­drück­li­chen Wort­laut abweicht. Aus dem­sel­ben Grund kann – unab­hän­gig von der all­ge­mei­ne­ren Fra­ge des mög­li­chen Stel­len­werts von Not­stands­ge­sichts­punk­ten, die in posi­ti­ven Ver­fas­sungs­be­stim­mun­gen gera­de nicht auf­ge­grif­fen sind – auch auf unge­schrie­be­ne Son­der­kom­pe­ten­zen für Eil- und Not­fäl­le 55 jeden­falls bei Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG nicht zurück­ge­grif­fen wer­den.

Das Son­der­vo­tum des Rich­ters Gai­er zum Kata­stro­phen­not­stand[↑]

Das Grund­ge­setz in sei­ner gegen­wär­ti­gen Fas­sung schließt den Kampf­ein­satz der Streit­kräf­te im Inne­ren mit spe­zi­fisch mili­tä­ri­schen Waf­fen sowohl in Fäl­len des regio­na­len (Art. 35 Abs. 2 Satz 2 GG) wie in Fäl­len des über­re­gio­na­len (Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG) Kata­stro­phen­not­stan­des aus. Mit sei­ner Ant­wort auf die zwei­te Vor­la­ge­fra­ge wür­digt das Ple­num weder hin­rei­chend den Wort­laut der ein­schlä­gi­gen Ver­fas­sungs­nor­men unter Berück­sich­ti­gung der Ent­ste­hungs­ge­schich­te noch erfolgt eine sys­te­ma­ti­sche Aus­le­gung mit Blick auf die Ein­heit der Ver­fas­sung als „vor­nehms­tes Inter­pre­ta­ti­ons­prin­zip“. Inso­weit hat der Ple­nar­be­schluss im Ergeb­nis die Wir­kun­gen einer Ver­fas­sungs­än­de­rung.

Auch und gera­de seit­dem nach der Not­stands­ge­setz­ge­bung anders als vor 1968 der Ein­satz des Mili­tärs im Inne­ren nicht mehr schlecht­hin unzu­läs­sig ist, bleibt stren­ge Restrik­ti­on gebo­ten. Es ist sicher­zu­stel­len, dass die Streit­kräf­te nie­mals als innen­po­li­ti­sches Macht­in­stru­ment ein­ge­setzt wer­den. Abge­se­hen von dem extre­men Aus­nah­me­fall des Staats­not­stan­des, in dem nur zur Bekämp­fung orga­ni­sier­ter und mili­tä­risch bewaff­ne­ter Auf­stän­di­scher als letz­tes Mit­tel auch Kampf­ein­sät­ze der Streit­kräf­te im Inland zuläs­sig sind (Art. 87a Abs. 4 GG), bleibt die Auf­recht­erhal­tung der inne­ren Sicher­heit allein Auf­ga­be der Poli­zei. Ihre Funk­ti­on ist die der Gefah­ren­ab­wehr und nur über hier­für geeig­ne­te und erfor­der­li­che Waf­fen darf die Poli­zei ver­fü­gen; hin­ge­gen sind Kampf­ein­sät­ze der Streit­kräf­te auf die Ver­nich­tung des Geg­ners gerich­tet, was spe­zi­fisch mili­tä­ri­sche Bewaff­nung not­wen­dig macht. Mit die­ser strik­ten Tren­nung zieht unse­re Ver­fas­sung aus his­to­ri­schen Erfah­run­gen die gebo­te­nen Kon­se­quen­zen und macht den grund­sätz­li­chen Aus­schluss der Streit­kräf­te von bewaff­ne­ten Ein­sät­zen im Inland zu einem fun­da­men­ta­len Prin­zip des Staats­we­sens. Wer hier­an etwas ändern will, muss die zu einer Ver­fas­sungs­än­de­rung erfor­der­li­chen par­la­men­ta­ri­schen Mehr­hei­ten für sich gewin­nen, was Anfang 2009 nicht gelun­gen ist. Es ist nicht Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, hier kor­ri­gie­rend ein­zu­grei­fen.

Dass ein Ein­satz der Streit­kräf­te mit mili­tä­ri­scher Bewaff­nung in bei­den Fäl­len des Kata­stro­phen­not­stan­des von Ver­fas­sungs wegen unter­sagt ist, lässt sich mit einer his­to­ri­schen Ver­fas­sungs­in­ter­pre­ta­ti­on, vor allem aber mit einer sys­te­ma­ti­schen Aus­le­gung des Grund­ge­set­zes begrün­den. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ple­nums hat der Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges im Rah­men der Not­stands­ge­setz­ge­bung im Jahr 1968 eine kla­re Ent­schei­dung getrof­fen und in sei­nem dama­li­gen Bericht, der Grund­la­ge für den Gesetz­ge­bungs­be­schluss des Bun­des­ta­ges zur Ver­fas­sungs­än­de­rung war, unmiss­ver­ständ­lich vor­ge­schla­gen, den Ein­satz mili­tä­risch bewaff­ne­ter Streit­kräf­te auf den Staats­not­stand als eine beson­ders gefähr­den­de Situa­ti­on des inne­ren Not­stan­des (Art. 87a Abs. 4 GG) zu beschrän­ken. Zudem lässt das Ple­num völ­lig außer Acht, dass zur Zeit der Not­stands­ge­setz­ge­bung eine wei­ter­ge­hen­de Zulas­sung des Ein­sat­zes mili­tä­risch bewaff­ne­ter Ein­hei­ten der Streit­kräf­te im Inne­ren poli­tisch nicht durch­setz­bar gewe­sen wäre. Im Ein­klang damit steht die Sys­te­ma­tik, die das Grund­ge­setz mit der Imple­men­tie­rung der „Not­stands­ver­fas­sung“ erfah­ren hat. Die strik­te Tren­nung der Rege­lung des Kata­stro­phen­not­stan­des einer­seits von der des inne­ren Not­stan­des ande­rer­seits belegt, dass die­se bei­den Fäl­le des Streit­kräf­te­ein­sat­zes im Inne­ren völ­lig unter­schied­li­che, sich nicht über­schnei­den­de Anwen­dungs­be­rei­che haben und des­halb nicht durch die Zulas­sung spe­zi­fisch mili­tä­ri­scher Bewaff­nung auch in Fäl­len des Kata­stro­phen­not­stan­des ver­mengt wer­den dür­fen. Zudem lässt auch der Umstand, dass der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber mit der Bun­des­re­gie­rung einem Kol­le­gi­al­or­gan die Zustän­dig­keit für die Ein­satz­ent­schei­dung zuweist, nur den Schluss zu, dass er von vorn­her­ein den Ein­satz spe­zi­fisch mili­tä­ri­scher Waf­fen im Kata­stro­phen­not­stand nicht für erfor­der­lich hielt und damit auch nicht legi­ti­mie­ren woll­te. Denn Gefähr­dungs­la­gen, denen effek­tiv nur mit dem Ein­satz sol­cher Waf­fen mit Ver­nich­tungs­kraft begeg­net wer­den kann, sind dadurch gekenn­zeich­net, dass ihrer Besei­ti­gung jede zeit­li­che Ver­zö­ge­rung abträg­lich ist. Daher wäre die Betrau­ung eines in der Ent­schei­dungs­fin­dung ver­gleichs­wei­se schwer­fäl­li­gen Kol­le­gi­al­or­gans mit der Initia­tiv­be­fug­nis zum Ein­schrei­ten gera­de auch mit Blick auf die vom ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber ange­streb­te „wirk­sa­me Bekämp­fung“ dys­funk­tio­nal.

Der Ple­nar­be­schluss kann mit den von ihm ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en eine Umge­hung der engen Vor­aus­set­zun­gen des inne­ren Not­stan­des nach Art. 87a Abs. 4 GG durch die weni­ger stren­gen Vor­aus­set­zun­gen des Kata­stro­phen­not­stan­des nicht ver­hin­dern. Der Ver­such der wei­te­ren Ein­gren­zung des bewaff­ne­ten Streit­kräf­te­ein­sat­zes durch das Erfor­der­nis eines „unmit­tel­bar bevor­ste­hen­den“ Scha­dens­ein­tritts „von kata­stro­phi­schen Dimen­sio­nen“ wird der nöti­gen Klar­heit und Bere­chen­bar­keit nicht gerecht. Es han­delt sich um gänz­lich unbe­stimm­te, gericht­lich kaum effek­tiv kon­trol­lier­ba­re Kate­go­ri­en, die in der täg­li­chen Anwen­dungs­pra­xis – etwa bei regie­rungs­kri­ti­schen Groß­de­mons­tra­tio­nen – viel Spiel­raum für sub­jek­ti­ve Ein­schät­zun­gen, wenn nicht gar vor­ei­li­ge Pro­gno­sen las­sen. Das ist jeden­falls bei Inlands­ein­sät­zen mili­tä­risch bewaff­ne­ter Streit­kräf­te nicht hin­nehm­bar. Im Schat­ten eines Arse­nals mili­tä­ri­scher Waf­fen kann freie Mei­nungs­äu­ße­rung schwer­lich gedei­hen.

Im Übri­gen bie­tet der durch den Ple­nar­be­schluss nun erwei­ter­te Ein­satz bewaff­ne­ter Streit­kräf­te im Inne­ren für den Schutz der Bevöl­ke­rung nament­lich vor ter­ro­ris­ti­schen Angrif­fen kei­ne mess­ba­ren Vor­tei­le. Zwar mag es danach nun­mehr zuläs­sig sein, dass Kampf­flug­zeu­ge unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 14 Abs. 1 Luft­SiG „Luft­fahr­zeu­ge abdrän­gen, zur Lan­dung zwin­gen, den Ein­satz von Waf­fen­ge­walt andro­hen oder Warn­schüs­se abge­ben“. Die erfolg­rei­che Gefah­ren­ab­wehr durch sol­che Maß­nah­men wird aller­dings ins­be­son­de­re in „Renegade“-Fällen des­halb wenig wahr­schein­lich sein, weil der Abschuss von Flug­zeu­gen, in denen sich Pas­sa­gie­re und Besat­zungs­mit­glie­der befin­den, mit dem Grund­recht auf Leben in Ver­bin­dung mit der Garan­tie der Men­schen­wür­de unver­ein­bar ist und unzu­läs­sig bleibt. Es kommt hin­zu, dass – auch nach der Auf­fas­sung des Ple­nums – ohne Ver­fas­sungs­än­de­rung allein die Bun­des­re­gie­rung nach Maß­ga­be des Art. 35 Abs. 3 Satz 1 GG über den Ein­satz mili­tä­ri­scher Waf­fen gegen Luft­fahr­zeu­ge befin­den kann, was ange­sichts des ver­gleichs­wei­se klei­nen deut­schen Luft­raums kaum jemals zu einer recht­zei­ti­gen Maß­nah­me füh­ren wird. Soll danach der Rah­men, den das mate­ri­el­le Ver­fas­sungs­recht für eine effek­ti­ve Abwehr von Gefah­ren aus dem Luft­raum lässt, genutzt wer­den, so ist trotz der nun erwei­ter­ten Zuläs­sig­keit von Kampf­ein­sät­zen eine Ver­fas­sungs­än­de­rung gleich­wohl unver­meid­lich.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 3. Juli 2012 – 2 PBvU 1/​11

  1. BVerfG, Urteil vom 15.02.2006 – 2 BvF 1/​05[]
  2. in der Fas­sung des Arti­kels 1 des Geset­zes zur Neu­re­ge­lung von Luft­si­cher­heits­auf­ga­ben vom 11.01.2005, BGBl. I S. 78[]
  3. BGBl I S.2034[]
  4. vgl. BVerfGE 12, 205, 228; 15, 1, 17[]
  5. vgl. BVerfGE 3, 407, 433; 8, 143,, 150; 78, 374, 386 f.; 109, 190, 215[]
  6. vgl., mit im Ein­zel­nen unter­schied­li­chen Abgren­zun­gen, jeweils aber min­des­tens die eben genann­te Rege­lungs­kom­pe­tenz ein­schlie­ßend, BVerw­GE 95, 188, 191; BVerwG, Urteil vom 10.12.1996 – 1 C 33/​94, NVwZRR 1997, S. 350, 351; Laschew­ski, Der Ein­satz der deut­schen Streit­kräf­te im Inland, 2005, S. 130; Paul­ke, Die Abwehr von Ter­ror­ge­fah­ren im Luft­raum, 2005, S. 24; Bur­ki­c­zak, NZWehrr 2006, S. 89, 95; Schen­ke, NJW 2006, S. 736, 737; Oden­dahl, Die Ver­wal­tung 38, 2005, S. 425, 438; Bal­dus, NVwZ 2004, S. 1278, 1279 f.; Gramm, NZWehrr 2003, S. 89, 96[]
  7. vgl. BVerfGE 115, 118, 141[]
  8. vgl. BT-Drucks 15/​2361, S.20[]
  9. a.a.O., S. 21[]
  10. vgl. aus dem Bun­des­rat die Nie­der­schrift der 812. Sit­zung des Aus­schus­ses für Inne­re Ange­le­gen­hei­ten des Bun­des­ra­tes, vom 04.12.2003 – In 0141 (812) – Nr. 52/​03, S. 37 f.; aus dem Bun­des­tag s. die hin­sicht­lich der Aus­le­gung als ein­griffs­er­mäch­ti­gen­de Befug­nis­nor­men unwi­der­spro­che­nen Rede­bei­trä­ge der Abge­ord­ne­ten Bos­bach, BT-Pl.Prot. 15/​89, S. 7884, und Bin­nin­ger, a.a.O., S. 7891[]
  11. BT-Pl.Prot. 15/​89, S. 7881 f.[]
  12. BT-Drucks 15/​2361, S. 14[]
  13. vgl. BVerfGE 90, 286, 356 f.; 115, 118, 142; BVerw­GE 127, 1, 12 f.[]
  14. vgl. BVerfGE 115, 118, 148; BT-Drucks V/​2873, S. 2, 14; Hase, in: AKGG, Bd. 3, 3. Aufl.2001, Art. 87a Abs. 4 Rn. 5; Depen­heu­er, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 87a Rn. 169, 177 (Stand 10/​2008); Bal­dus, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 3, 6. Aufl.2010, Art. 87a Abs. 4 Rn. 165; Kokott, in: Sachs, GG, 6. Aufl.2011, Art. 87a Rn. 68; Kei­del, Poli­zei und Poli­zei­ge­walt im Not­stands­fall, 1971, S.195 f., 197; Kar­pin­ski, Öffent­lich­recht­li­che Grund­sät­ze für den Ein­satz der Streit­kräf­te im Staats­not­stand, 1974, S. 76; Bal­dus, NVwZ 2004, S. 1278, 1280; Lin­ke, AöR 129, 2004, S. 489[]
  15. vgl. BVerfGE 115, 118, 148, m.w.N.[]
  16. BT-Drucks V/​2873, S. 2, All­ge­mei­nes, Abschnitt B., "Inne­rer Not­stand", 14, Ein­zel­er­läu­te­run­gen zu Art. 87a Abs. 4; vgl. auch Kurz­pro­to­koll der 71. Sit­zung des Rechts­aus­schus­ses vom 15.02.1968, S. 10; Lenz, Not­stands­ver­fas­sung des Grund­ge­set­zes, 1971, Art. 35 Rn. 2[]
  17. vgl. BT-Drucks V/​2873, S. 10[]
  18. a.a.O., S. 14[]
  19. vgl. BT-Drucks V/​2873[]
  20. BT-Drucks V/​1879[]
  21. vgl. BT-Drucks V/​2873, S. 14[]
  22. vgl. Pro­to­koll der 3. öffent­li­chen Infor­ma­ti­ons­sit­zung des Rechts­aus­schus­ses und des Innen­aus­schus­ses am 30.11.1967, Nr. 59, Nr. 75[]
  23. a.a.O., S. 3, 6, 12[]
  24. a.a.O., S. 4, 6, 12[]
  25. vgl. Ruh­nau, a.a.O., S. 14[]
  26. vgl. zum UZwG des Bun­des: Ruh­nau u.a., a.a.O., S. 7, 58; für den Fall über­re­gio­na­ler Ein­sät­ze auch S. 14[]
  27. a.a.O., S. 5, 27, 28, 57 f., 71[]
  28. a.a.O., S. 63[]
  29. BT-Drucks V/​2873[]
  30. BT-Pl.Prot. 5/​174, S. 9313 f.; 5/​175, S. 9437, 9452[]
  31. vgl. BVerfGE 115, 118, 142[]
  32. vgl. Wie­land, in: Fleck, Rechts­fra­gen der Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung durch Streit­kräf­te, 2004, S. 167, 169 ff., m.w.N.[]
  33. vgl. die Anhö­rung des Rechts- und des Innen­aus­schus­ses zum The­ma "Der inne­re Not­stand und der Kata­stro­phen­not­stand", Pro­to­koll der 3. öffent­li­chen Infor­ma­ti­ons­sit­zung des Rechts­aus­schus­ses und des Innen­aus­schus­ses am 30.11.1967, Nr. 59, Nr. 75[]
  34. vgl. BVerfGE 115, 118, 143[]
  35. vgl. Krings/​Burkiczak, NWVBl 2004, S. 249, 252[]
  36. vgl. Maunz, in: Maunz/​Dürig, Art. 35 Rn. 15; Wolff, ThürVBl 2003, S. 176, 177[]
  37. vgl. auch Fie­big, Der Ein­satz der Bun­des­wehr im Innern, 2004, S. 326; Fischer, JZ 2004, S. 376, 381; Satt­ler, NVwZ 2004, S. 1286, 1290[]
  38. vgl. BVerfGE 115, 118, 143 f.[]
  39. vgl. Arndt, DVBl 1968, S. 729, 731 f.[]
  40. vgl. BVerfGE 115, 118, 144 f.[]
  41. vgl. BVerfGE 115, 118, 145[]
  42. vgl. Magen, in: Umbach/​Clemens, GG, Bd. I, 1. Aufl.2002, Art. 35 Rn. 37; Bau­er, in: Drei­er, GG, Bd. II, 2. Aufl.2006, Art. 35 Rn. 32; v. Dan­witz, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, 6. Aufl.2010, Bd. 2, Art. 35 Rn. 79; Sann­wald, in: SchmidtBleibtreu/​Hofmann/​Hopfauf, GG, 12. Aufl.2011, Art. 35 Rn. 53; Gubelt, in: v. Münch/​Kunig, GG, Bd. 1, 6. Aufl.2012, Art. 35 Rn. 29[]
  43. vgl. Knöd­ler, BayVBl 2002, S. 107, 108[]
  44. vgl. BT-Drucks V/​2873, S. 13; BVerw­GE 132, 110, 119; Brenn­ei­sen, in: ders./Staack/Kischewski, 60 Jah­re Grund­ge­setz, 2010, S. 485, 488; Wolff, in: Wein­gärt­ner, Die Bun­des­wehr als Armee im Ein­satz, 2010, S. 171, 177[]
  45. vgl. BVerw­GE 132, 110, 119 f.; Fehn/​Brauns, Bun­des­wehr und inne­re Sicher­heit, 2003, S. 38 f.; Sen­ger, Streit­kräf­te und mate­ri­el­les Poli­zei­recht, 2011, S. 79 ff., 80[]
  46. vgl. BVerfGE 26, 338, 396; 91, 148, 166; 115, 118, 149[]
  47. s. statt vie­ler Heun, in: Drei­er, GG, Bd. III, 2. Aufl.2008, Art. 87a Rn. 33; Bal­dus, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 3, 6. Aufl.2010, Art. 87a Rn. 160; Ruge, in: SchmidtBleibtreu/​Hofmann/​Hopfauf, GG, 12. Aufl.2011, Art. 87a Rn. 8; Her­ne­kamp, in: v. Münch/​Kunig, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2012, Art. 87a Rn. 37; Den­nin­ger, in: Benda/​Maihofer/​Vogel, HdVer­fR, 2. Aufl.1994, § 16 Rn. 60[]
  48. vgl. Rob­bers, in: Öffent­li­che Anhö­rung des Innen­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges vom 26.04.2004, Pro­to­koll Nr. 15/​35, S. 54[]
  49. vgl. zum Ver­hält­nis von Bun­des- und Län­der­kom­pe­ten­zen BVerfGE 1, 14, 35; 39, 96, 109; 41, 291, 311; 63, 1, 39[]
  50. vgl. Bau­er, in: Drei­er, GG, 2. Aufl.2006, Art. 35 Rn. 32; v. Dan­witz, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, 6. Aufl.2010, Bd. 2, Art. 35 Rn. 79; Hömig, in: ders., GG, 9. Aufl.2010, Art. 35 Rn. 10; Erb­guth, in: Sachs, GG, 6. Aufl.2011, Art. 35 Rn. 41; Pieroth, in: Jarass/​Pieroth, GG, 11. Aufl.2011, Art. 35 Rn. 8; Sann­wald, in: SchmidtBleibtreu/​Hofmann/​Hopfauf, GG, 12. Aufl.2011, Art. 35 Rn. 49; Gubelt, in: v. Münch/​Kunig, GG, Bd. 1, 6. Aufl.2012, Art. 35 Rn. 29; Mar­tí­nez Soria, DVBl 2004, S. 597, 603; v. Dan­witz, Rechts­fra­gen ter­ro­ris­ti­scher Angrif­fe auf Kern­kraft­wer­ke, 2002, S. 56; Arndt, DVBl 1968, S. 729, 732; Satt­ler, NVwZ 2004, S. 1286, 1289; Lep­si­us, in: Fest­ga­be für Dr. Burk­hard Hirsch, 2006, S. 47, 57[]
  51. vgl. Epping, Schrift­li­che Stel­lung­nah­me im Rah­men der öffent­li­chen Sach­ver­stän­di­gen­an­hö­rung des Innen­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges vom 26.04.2004, ADrs 15((4[]
  52. vgl. BVerfGE 90, 286, 388 und BVerfG, Urteil des Zwei­ten Senats vom 28.02.2012 – 2 BvE 8/​11, Rn. 109 ff., 113, 150[]
  53. vgl. Franz, Der Staat 45, 2006, S. 501, 530; Franz/​Günther, VBlBW 2006, S. 340, 343; Schen­ke, NJW 2006, S. 736, 737 f.; Palm, AöR 132, 2007, S. 95, 104; Ladi­ges, Die Bekämp­fung nicht­staat­li­cher Angrei­fer im Luft­raum, 2007, S. 252[]
  54. Epping, a.a.O., S. 8[]
  55. vgl. Wie­land, in: Fleck, Rechts­fra­gen der Ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung durch Streit­kräf­te, 2004, S. 167, 179; Epping, Schrift­li­che Stel­lung­nah­me, a.a.O., S. 8[]
  56. vgl. BVerfGE 90, 286[]