Nach­ehe­li­cher Unter­halt und Wie­der­ver­hei­ra­tung

Der Unter­halts­be­darf des geschie­de­nen Ehe­gat­ten ist bei Wie­der­ver­hei­ra­tung des unter­halts­pflich­ti­gen Ehe­gat­ten zur gleich­mä­ßi­gen Auf­tei­lung des Ein­kom­mens der Betei­lig­ten nach der soge­nann­ten Drit­tel­me­tho­de zu bemes­sen 1.

Nach­ehe­li­cher Unter­halt und Wie­der­ver­hei­ra­tung

Auf Sei­ten des neu­en Ehe­gat­ten kommt es bei der Unter­halts­be­mes­sung nicht auf des­sen Anspruch auf Fami­li­en­un­ter­halt an, son­dern auf den hypo­the­ti­schen Unter­halts­an­spruch im Fall einer Schei­dung. Kommt hier­für ein Anspruch wegen Kin­der­be­treu­ung in Fra­ge, so haben eltern­be­zo­ge­ne Grün­de nach § 1570 Abs. 2 BGB, die auf der Rol­len­ver­tei­lung in der neu­en Ehe beru­hen, grund­sätz­lich außer Betracht zu blei­ben.

Im Abän­de­rungs­ver­fah­ren ist der Ein­wand der Befris­tung aus­ge­schlos­sen, wenn sich seit Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung im vor­aus­ge­gan­ge­nen Ver­fah­ren die für eine Befris­tung wesent­li­chen tat­säch­li­chen und recht­li­chen Ver­hält­nis­se nicht geän­dert haben 2. Beruht der Unter­halts­an­spruch als Auf­sto­ckungs­un­ter­halt allein auf § 1573 Abs. 2 BGB und wur­de die­ser zuletzt im Jahr 2007 durch Urteil fest­ge­legt, so ergibt sich aus dem Inkraft­tre­ten des § 1578 b BGB am 1. Janu­ar 2008 für sich genom­men noch kei­ne Ände­rung der wesent­li­chen Ver­hält­nis­se. Auch § 36 Nr. 1 EGZPO bie­tet in die­sem Fall gegen­über § 323 ZPO kei­ne eigen­stän­di­ge Abän­de­rungs­mög­lich­keit.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Novem­ber 2009 – XII ZR 65/​09

  1. im Anschluss an BGHZ 177, 356 = Fam­RZ 2008, 1911; BGH, Urteil vom 01.10.2008 – XII ZR 62/​07, Fam­RZ 2009, 23; BGHZ 179, 196 = Fam­RZ 2009, 411; und BGH, Urteil vom 28.01.2009 – XII ZR 119/​07, Fam­RZ 2009, 579[]
  2. im Anschluss an BGH, Urtei­le vom 09.06.2004 – XII ZR 308/​01, Fam­RZ 2004, 1357 und vom 05.07.2000 – XII ZR 104/​98, Fam­RZ 2001, 905[]