Rechts­mit­tel­ver­fah­ren in Unter­brin­gungs­sa­chen – und die Gerichts­kos­ten­frei­heit

Rechts­mit­tel­ver­fah­ren in Unter­brin­gungs­sa­chen sind auch unter Gel­tung des Geset­zes über Kos­ten der frei­wil­li­gen Gerichts­bar­keit für Gerich­te und Nota­re vom 23. Juli 2013 (Gerichts- und Notar­kos­ten­ge­setz – GNotKG) [1] gerichts­ge­büh­ren­frei. Die­se Gebüh­ren­frei­heit gilt eben­falls für unstatt­haf­te Rechts­mit­tel.

Rechts­mit­tel­ver­fah­ren in Unter­brin­gungs­sa­chen – und die Gerichts­kos­ten­frei­heit

Der Gesetz­ge­ber woll­te mit Ein­füh­rung des Gerichts- und Notar­kos­ten­ge­setz nichts an dem durch § 128 b Satz 1 Kos­tO aus­drück­lich gere­gel­ten Zustand ändern, dass Unter­brin­gungs­ver­fah­ren gerichts­ge­büh­ren­frei sind [2]. Des­halb sieht das Gesetz bereits kei­nen Gebüh­ren­tat­be­stand für Unter­brin­gungs­ver­fah­ren vor [3]. Für die gericht­li­chen Aus­la­gen wird durch § 26 Abs. 3 GNotKG – mit dem die Rege­lung des § 128 b Satz 2 Kos­tO über­nom­men wer­den soll­te [4] – bestimmt, dass dem Betrof­fe­nen nur die an den Ver­fah­rens­pfle­ger zu zah­len­den Beträ­ge auf­er­legt wer­den kön­nen und dies auch nur dann, wenn die Aus­la­gen nicht als Gerichts­kos­ten einem ande­ren auf­er­legt sind. Wie schon unter der Gel­tung der Kos­ten­ord­nung [5] erstreckt sich die Gebüh­ren­frei­heit dabei auf die Rechts­mit­tel­in­stan­zen. Dass der Gesetz­ge­ber inso­weit eine Ände­rung der Rechts­la­ge vor­neh­men woll­te, ist nicht ersicht­lich.

Die Gebüh­ren­frei­heit gilt auch für unstatt­haf­te Rechts­mit­tel in Unter­brin­gungs­ver­fah­ren. Denn anders als im Anwen­dungs­be­reich der §§ 66 Abs. 8, 68 Abs. 3 GKG [6], bei denen es sich um spe­zi­el­le Gebüh­ren­be­frei­ungs­tat­be­stän­de für kos­ten­recht­li­che Rechts­mit­tel­ver­fah­ren han­delt, lässt sich für Rechts­mit­tel in Unter­brin­gungs­ver­fah­ren weder aus der gesetz­li­chen Sys­te­ma­tik noch aus dem Geset­zes­zweck eine Beschrän­kung der Gebüh­ren­be­frei­ung ledig­lich auf statt­haf­te Rechts­mit­tel ent­neh­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Mai 2014 – XII ZB 540/​13

  1. BGBl. I S. 2586[]
  2. BT-Drs. 17/​11471 S. 160[]
  3. vgl. Beck­OK KostO/​Wendtland [Stand: 15.02.2014] § 128 b Rn. 11; Fried­rich in Fackelmann/​Heinemann GNotKG § 26 Rn. 1; Som­mer­feldt in Bormann/​Diehn/​Sommerfeldt GNotKG § 26 Rn. 10[]
  4. BT-Drs. 17/​11471 S. 162[]
  5. vgl. Lap­pe in Korintenberg/​Lappe/​Bengel/​Reimann Kos­tO § 128 b Rn. 5; Beck­OK KostO/​Wendtland [Stand: 15.02.2014] § 128 b Rn. 3[]
  6. vgl. dazu BGH Beschlüs­se vom 03.03.2014 – IV ZB 4/​14 2 ff.; vom 07.12 2010 – VIII ZB 77/​10; und vom 14.06.2007 – V ZB 42/​07 []