Ände­run­gen im Recht der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung

Das Bun­des­ka­bi­nett hat den Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung arz­nei­mit­tel­recht­li­cher und ande­rer Vor­schrif­ten in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht. Mit die­sem Ände­rungs­ge­setz sol­len neben den eigent­li­chen arz­nei­mit­tel­recht­li­chen Vor­schrif­ten qua­si Hucke­pack auch eine Rei­he von Vor­schrif­ten des Sozi­al­ge­setz­buch V, ins­be­son­de­re im Bereich des (Kran­ken­gel­des geän­dert wer­den:

Ände­run­gen im Recht der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung

Kran­ken­geld­wahl­ta­ri­fe

Mit dem Gesetz wird das Fünf­te Buch Sozi­al­ge­setz­buch geän­dert. Selb­stän­di­gen und unstän­dig bzw. kurz­zei­tig Beschäf­tig­ten wird als zusätz­li­che Opti­on neben den Wahl­ta­ri­fen auch wie­der die Wahl des „gesetz­li­chen“ Kran­ken­geld­an­spruchs ab der sieb­ten Woche der Arbeits­un­fä­hig­keit ermög­licht.

Die Neu­re­ge­lung im Über­blick:

  • Frei­wil­lig ver­si­cher­te Selbst­stän­di­ge kön­nen einen Kran­ken­geld­an­spruch ab der sieb­ten Woche der Arbeits­un­fä­hig­keit ent­we­der über das „gesetz­li­che“ Kran­ken­geld zum all­ge­mei­nen Bei­trags­satz oder einen Wahl­ta­rif absi­chern. Auch dar­über hin­aus­ge­hen­de Absi­che­rungs­wün­sche (z. B. höhe­re oder frü­her ein­set­zen­de Kran­ken­geld­an­sprü­che) kön­nen über Wahl­ta­ri­fe rea­li­siert wer­den.
  • Unstän­dig und befris­tet Beschäf­tig­te kön­nen für den Kran­ken­geld­an­spruch ab der sieb­ten Woche der Arbeits­un­fä­hig­keit zwi­schen dem „gesetz­li­chen“ Kran­ken­geld zum all­ge­mei­nen Bei­trags­satz und einem Wahl­ta­rif wäh­len. Wei­te­re Ansprü­che kön­nen über Wahl­ta­ri­fe abge­si­chert wer­den.
  • Ver­si­cher­te der Künst­ler­so­zi­al­kas­se (KSK) haben wei­ter­hin einen Anspruch auf „gesetz­li­ches“ Kran­ken­geld ab der sieb­ten Woche der Arbeits­un­fä­hig­keit. Wer vor der sieb­ten Woche Kran­ken­geld bezie­hen will, muss dafür auch künf­tig einen Wahl­ta­rif abschlie­ßen.

Die­se Neu­re­ge­lung soll unge­recht­fer­tig­te Belas­tun­gen durch die Ein­füh­rung von Kran­ken­geld­wahl­ta­ri­fen ver­mei­den. Wahl­ta­ri­fe dür­fen künf­tig kei­ne Alters­staf­fe­lun­gen mehr ent­hal­ten. Bestehen­de Wahl­ta­ri­fe enden mit Inkraft­tre­ten der Neu­re­ge­lung.

Sozi­al­psych­ia­trie­ver­ein­ba­run­gen

Um die durch Kün­di­gun­gen der Sozi­al­psych­ia­trie­ver­ein­ba­run­gen ent­stan­de­ne Pla­nungs­un­si­cher­heit zu been­den, wird gesetz­lich klar­ge­stellt, dass die Kran­ken­kas­sen für nicht­ärzt­li­che Leis­tun­gen im Rah­men sozi­al­päd­ia­tri­scher und psych­ia­tri­scher Tätig­keit eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung ver­ein­ba­ren müs­sen. Das Nähe­re hier­zu wird im Bun­des­man­tel­ver­trag ver­ein­bart.

Trans­pa­renz bei Apo­the­ken­re­zep­tu­ren

Es sind ergän­zen­de Rege­lun­gen zur Ver­bes­se­rung der Trans­pa­renz bei Abrech­nung von onko­lo­gi­schen Rezep­tu­ren (Zyto­sta­ti­ka) auf­ge­nom­men wor­den. Apo­the­ken sol­len bei der Abrech­nung von Infu­sio­nen die Ein­kaufs­prei­se für die Arz­nei­mit­tel offen legen, damit Ein­kaufs­vor­tei­le den Bei­trags­zah­lern zugu­te kom­men kön­nen.

Klar­stel­lung im Kran­ken­haus­ent­gelt­ge­setz

Im Kran­ken­haus­ent­gelt­ge­setz wird klar gestellt, dass die für die Ver­ein­ba­rung des Lan­des­ba­sis­fall­werts ab dem Jahr 2009 vor­ge­se­he­ne Ermitt­lungs­vor­schrift auch für den Über­gang vom Jahr 2008 auf das Jahr 2009 gilt.