Aus für die fik­ti­ve Intel­li­genz-Ren­te

Wer zu DDR-Zei­ten kei­ne Ver­sor­gungs­zu­sa­ge für eine Alter­ver­sor­gung der Intel­li­genz erhal­ten hat­te, kann nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts nach­träg­lich fik­tiv ein­be­zo­gen wer­den. Dies führt zu einer erheb­lich höhe­ren Ren­te, ohne dass dafür Ren­ten­bei­trä­ge gezahlt wor­den sind.

Aus für die fik­ti­ve Intel­li­genz-Ren­te

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt hat nun in einer Grund­satz­ent­schei­dung eine sol­che fik­ti­ve Ein­be­zie­hung abge­lehnt. Der zuletzt als Inge­nieur in einem Pro­duk­ti­ons­be­trieb täti­ge Klä­ger habe zwar alle Vor­aus­set­zun­gen für eine Ver­sor­gungs­zu­sa­ge nach dem Recht der DDR erfüllt. Weil er jedoch nie eine Ver­sor­gungs­ur­kun­de erhal­ten hat­te, sei das AAÜG (Anspruchs- und Anwart­schafts­über­füh­rungs­ge­setz) auf ihn nicht anwend­bar. Der bun­des­deut­sche Gesetz­ge­ber habe den Kreis der Ver­sor­gungs­be­rech­tig­ten nicht nach­träg­lich erwei­tern wol­len. Auch das ver­fas­sungs­recht­li­che Gebot der Gleich­be­hand­lung ver­lan­ge kei­ne fik­ti­ve Ein­be­zie­hung, weil der Klä­ger jeder­zeit der Frei­wil­li­gen Zusatz­ren­ten­ver­si­che­rung hät­te bei­tre­ten kön­nen.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Urteil vom 19. März 2009 – L 1 R 91/​06