Die Finan­zie­rung der Pfle­ge­kräf­te durch den Behin­der­ten

Unter Berück­sich­ti­gung des Wirt­schaft­lich­keits­ge­bo­tes ist ein Leis­tungs­trä­ger nicht ver­pflich­tet, pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge- und Assis­tenz­kräf­te für einen behin­der­ten Men­schen im Rah­men des Arbeit­ge­ber­mo­dells auf der Grund­la­ge des TöVD zu finan­zie­ren. Der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge ist als Pri­vat­mann nicht tarif­ge­bun­den.

Die Finan­zie­rung der Pfle­ge­kräf­te durch den Behin­der­ten

So das Sozi­al­ge­richt Dort­mund in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines schwerst­be­hin­der­ten Man­nes aus Mesche­de, der eine Erhö­hung sei­nes per­sön­li­chen Bud­gets von 9500,- Euro auf 13900,- Euro vom Hoch­sauer­land­kreis ver­langt. Der Klä­ger hat sein Begeh­ren u.a. damit begrün­det, dass die von ihm beschäf­tig­ten Pfle­ge­kräf­te Lohn­kos­ten nach Ent­gelt­grup­pe 4 des TöVD zuzüg­lich Neben­leis­tun­gen wie Urlaubs- und Weih­nachts­geld sowie Zuschlä­ge für Nacht- und Sonn­tags­ar­beit ver­ur­sa­chen.

Nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts Dort­mund ist das monat­li­che Bud­get des Klä­gers von 9500,- Euro bis­lang bedarfs­de­ckend. Unter Berück­sich­ti­gung des Wirt­schaft­lich­keits­ge­bo­tes ist der Beklag­te nicht ver­pflich­tet, pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge- und Assis­tenz­kräf­te im Rah­men des Arbeit­ge­ber­mo­dells auf der Grund­la­ge des TöVD zu finan­zie­ren. Der Klä­ger ist als Pri­vat­mann nicht tarif­ge­bun­den und eine All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung des TöVD liegt nicht vor. Eine blo­ße frei­wil­li­ge Ver­pflich­tung des Klä­gers zur Anwen­dung des TöVD mit Abschluss ent­spre­chen­der Arbeits­ver­trä­ge ver­mag die ent­spre­chen­de Kos­ten­über­nah­me­pflicht nicht zu begrün­den. Es han­delt sich auch nicht um die übli­che Ver­gü­tung i.S.d. § 612 Abs. 2 BGB, weil die Anwen­dung des TöVD ein­schließ­lich aller Zula­gen und Son­der­zah­lun­gen im Bereich pri­va­ter ambu­lan­ter Pfle­ge­diens­te gera­de nicht üblich ist. Die Kla­ge ist abge­wie­sen wor­den.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 26. März 2012 – S 62 SO 5/​10