Kein Anspruch auf kom­plet­te Befrei­ung von Zuzah­lungs­pflicht

Gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­te haben Zuzah­lun­gen zu Arz­nei­mit­teln, Heil­mit­teln und sta­tio­nä­ren Maß­nah­men bis zur per­sön­li­chen Belas­tungs­gren­ze zu leis­ten. Die­se Gren­ze rich­tet sich nach den jähr­li­chen Brut­to­ein­nah­men zum Lebens­un­ter­halt des Ver­si­cher­ten. Eine dar­über hin­aus gehen­de voll­stän­di­ge Befrei­ung von der Zuzah­lungs­pflicht ist nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts dage­gen nicht mög­lich.

Kein Anspruch auf kom­plet­te Befrei­ung von Zuzah­lungs­pflicht

In dem jetzt vom Darm­städ­ter Lan­des­so­zi­al­ge­richt ent­schie­de­nen Fall wur­de ein Rent­ner-Ehe­paar aus dem Main-Tau­nus-Kreis von der AOK über sei­ne per­sön­li­che Belas­tungs­gren­ze infor­miert. Dar­auf­hin bean­trag­ten die Rent­ner beim Sozi­al­ge­richt, per einst­wei­li­ge Anord­nung voll­stän­dig von „Zuzah­lun­gen aller Art“ befreit zu wer­den. Zudem berie­fen sie sich dar­auf, dass die Kran­ken­kas­se anstel­le des Brut­to­be­tra­ges nur den Net­to­be­trag ihrer Ren­ten zur Berech­nung der Belas­tungs­gren­ze hät­te her­an­zie­hen dür­fen.

Anders die Rich­ter bei­der Instan­zen in dem einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren: Seit Anfang 2004 müss­ten Ver­si­cher­te Zuzah­lun­gen bis zu einer Belas­tungs­gren­ze leis­ten. Die­se betra­ge 2 % der jähr­li­chen Ein­nah­men zum Lebens­un­ter­halt – für chro­nisch Kran­ke 1 %. Nach der gesetz­li­chen Rege­lung sei­en dabei aus­schließ­lich die Brut­to­ein­nah­men maß­geb­lich.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Beschluss vom 18. März 2009 – L 8 KR 52/​09 B ER