Pati­en­ten­ver­schi­ckung

Wird ein Pati­ent zwi­schen ver­schie­de­nen Betriebs­stät­ten eines Kran­ken­hau­ses ver­legt, hat das Kran­ken­haus gegen­über der Kran­ken­kas­se des Pati­en­ten kei­nen Anspruch auf Ver­gü­tung von Kran­ken­trans­por­ten.

Pati­en­ten­ver­schi­ckung

Dies ent­schied das Sozi­al­ge­richt Dort­mund auf die Kla­ge der St. Mari­en-Hos­pi­tal Hamm gGmbH, die von der AOK West­fa­len-Lip­pe die Bezah­lung von Ver­le­gungs­fahr­ten zwi­schen ihrer Psych­ia­tri­schen Kli­nik und der Kli­nik Knap­pen­stra­ße ver­lang­te. Zur Kla­ge­be­grün­dung hat­te der Kran­ken­haus­trä­ger ange­führt, bei den Betriebs­stel­len han­de­le es sich jeweils um ver­schie­de­ne Kran­ken­häu­ser mit eigen­stän­di­gen Ver­sor­gungs­auf­trä­gen. Mit den Trans­por­ten sei der Ver­si­cher­te jeweils aus der vor­he­ri­gen Kran­ken­haus­be­hand­lung ent­las­sen und in ein ande­res Kran­ken­haus auf­ge­nom­men wor­den.

Das Sozi­al­ge­richt Dort­mund ist die­ser Argu­men­ta­ti­on ent­ge­gen­ge­tre­ten und hat die Kla­ge abge­wie­sen: Es sei kei­ne Ver­le­gung in ein ande­res Kran­ken­haus erfolgt. Das St. Mari­en-Hos­pi­tal Hamm sei in der Gesamt­heit sei­ner Betriebs­stät­ten ein Kran­ken­haus. Die Psych­ia­trie und der wei­te­re Kli­nik­teil erfüll­ten für sich allein nicht den Kran­ken­haus­be­griff, da der Ver­sor­gungs­auf­trag nur für das Kran­ken­haus als gan­zes defi­niert sei. Dem­entspre­chend han­de­le es sich bei dem St. Mari­en-Hos­pi­tal Hamm um ein ein­heit­li­ches Plan­k­ran­ken­haus.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 21. Juli 2009 – S 8 KR 89/​08