Beruf­li­che Nut­zung eines selbst­ge­steu­er­ten Pri­vat­flug­zeugs

Gel­tend gemach­te Auf­wen­dun­gen für die Nut­zung eines selbst­ge­steu­er­ten Pri­vat­flug­zeugs sind nicht als Wer­bungs­kos­ten abzugs­fä­hig.

Beruf­li­che Nut­zung eines selbst­ge­steu­er­ten Pri­vat­flug­zeugs

So hat das Hes­si­sche Finanz­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines GmbH-Geschäfts­füh­rers ent­schie­den, der Auf­wen­dun­gen für die beruf­li­che Nut­zung eines selbst­ge­steu­er­ten Pri­vat­flug­zeugs und für den Erwerb einer inter­na­tio­na­len Flug­zeug­li­zenz nicht als Wer­bungs­kos­ten abzie­hen kann. Der kla­gen­de Geschäfts­füh­rer, der nicht am Kapi­tal der GmbH betei­ligt war und der im Streit­jahr steu­er­pflich­ti­ge Ein­nah­men in Höhe von ca. 250.000 Euro erziel­te, war Eigen­tü­mer eines klei­ne­ren Pri­vat­flug­zeugs und im Besitz eines ent­spre­chen­den Flug­scheins. Von den 111 Flug­stun­den im Streit­jahr ent­fie­len ca. 30 Flug­stun­den auf Flü­ge zur Wahr­neh­mung von beruf­lich ver­an­lass­ten Aus­wärts­ter­mi­nen. Für letz­te­re mach­te der Klä­ger, der sich u.a. auf Zeit­er­spar­nis, Ter­min­not und die Ein­spa­rung von Über­nach­tungs­kos­ten berief, kei­ne Erstat­tung gegen­über dem Arbeit­ge­ber aber einen ent­spre­chen­den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug beim Finanz­amt gel­tend. Die übri­gen Rei­se­kos­ten des Streit­jah­res für die Benut­zung von Lini­en­flug­zeu­gen und des Fir­men-Pkw hat­te der Arbeit­ge­ber über­nom­men.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Hes­si­sche Finaz­ge­richt aus­ge­führt, dass nach den Gesamt­um­stän­den der Klä­ger das von ihm selbst gesteu­er­te Pri­vat­flug­zeug aus Freu­de am Flie­gen und damit aus pri­va­ten Moti­ven ande­ren Ver­kehrs­mit­teln vor­ge­zo­gen habe. Zwar hät­ten sich durch die Nut­zung sei­nes Pri­vat­flug­zeu­ges die Rei­se- bzw. Abwe­sen­heits­zei­ten ver­kürzt. Gleich­zei­tig habe aber – im Gegen­satz zu Lini­en­flü­gen und Bahn­fahr­ten – kei­ne Zeit für Tele­fo­na­te, Durch­sicht von Geschäfts­un­ter­la­gen oder elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on bestan­den. Für die Erhö­hung der effek­ti­ven Arbeits­zeit habe dem Klä­ger auch kein Anspruch auf ent­spre­chen­de Ver­gü­tung durch den Arbeit­ge­ber zuge­stan­den. Damit sei die Nut­zung des Pri­vat­flug­zeugs für die beruf­li­chen Aus­wärts­ter­mi­ne zumin­dest pri­vat mit­ver­an­lasst gewe­sen, wobei es auch an einem geeig­ne­ten Auf­tei­lungs­maß­stab für die Auf­tei­lung in beruf­lich und pri­vat ver­an­lass­te Auf­wen­dun­gen feh­le.

Schließ­lich sei­en auch die Auf­wen­dun­gen in Höhe von 25.000 bis 30.000 Euro für den Erwerb der inter­na­tio­na­len Flug­li­zenz (Com­mer­ci­al Pri­va­te Licence) bereits des­halb nicht als Wer­bungs­kos­ten abzugs­fä­hig, weil der Klä­ger die­sen Flug­schein für die von ihm aus­ge­üb­te Tätig­keit als Geschäfts­füh­rer nicht benö­tigt habe. Zudem bestün­den auch kei­ne hin­rei­chen­den Anhalts­punk­te dafür, dass die­se Auf­wen­dun­gen als vor­ab ent­stan­de­ne bzw. vor­weg­ge­nom­me­ne Wer­bungs­kos­ten hin­sicht­lich einer ange­streb­ten, anders gear­te­ten Tätig­keit anzu­er­ken­nen sei­en.

Gegen das Urteil wur­de Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de beim Bun­des­fi­nanz­hof (Az. VI B 137/​14) ein­ge­legt.

Hes­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 14. Okto­ber 2014 – 4 K 781/​12