Der Kin­der­geld­an­spruch und die Arbeits­su­chend­mel­dung des Kin­des

Der Regis­trie­rung des arbeit­su­chen­den Kin­des bzw. der dar­an anknüp­fen­den Beschei­ni­gung der Agen­tur für Arbeit kommt kei­ne (ech­te) Tat­be­stands­wir­kung für den Kin­der­geld­an­spruch nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG zu. Ent­schei­dend für den Kin­der­geld­an­spruch ist viel­mehr, ob sich das Kind im kon­kre­ten Fall tat­säch­lich bei der Arbeits­ver­mitt­lung als Arbeit­su­chen­der gemel­det hat bzw. die­se Mel­dung alle drei Mona­te erneu­ert hat.

Der Kin­der­geld­an­spruch und die Arbeits­su­chend­mel­dung des Kin­des

Ent­ge­gen der Dienst­an­wei­sung zur Durch­füh­rung des steu­er­li­chen Fami­li­en­leis­tungs­aus­gleichs nach dem X. Abschnitt des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (BStBl I 2004, 743, 761) Ziff. 63.3.1 Abs. 3 kommt der Regis­trie­rung des arbeit­su­chen­den Kin­des bzw. der dar­an anknüp­fen­den Beschei­ni­gung der Arbeits­ver­mitt­lung der Agen­tur für Arbeit nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs kei­ne (ech­te) Tat­be­stands­wir­kung zu. Eine posi­ti­ve Beschei­ni­gung der Agen­tur für Arbeit reicht zwar in aller Regel als Nach­weis der Regis­trie­rung als Arbeit­su­chen­der aus. Der Kin­der­geld­an­spruch kann aber nicht allein von einer Beschei­ni­gung der Agen­tur für Arbeit über die Mel­dung des Kin­des abhän­gig gemacht wer­den.

Ent­schei­dend abzu­stel­len ist viel­mehr dar­auf, ob sich das Kind im kon­kre­ten Fall tat­säch­lich bei der Arbeits­ver­mitt­lung als Arbeit­su­chen­der gemel­det bzw. die­se Mel­dung alle drei Mona­te erneu­ert hat und damit sei­ne kin­der­geld­recht­li­chen Mit­wir­kungs­pflich­ten wahr­ge­nom­men hat. Die Bezug­nah­me auf die Drei-Monats-Frist in § 38 Abs. 4 Satz 2 SGB III gibt inso­weit (ledig­lich) einen Anhalt für die zeit­li­che Kon­kre­ti­sie­rung der kin­der­geld­recht­li­chen Mit­wir­kungs­pflich­ten, bei deren Ver­let­zung der Kin­der­geld­an­spruch ent­fällt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2008 – III R 91/​07