Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen oder Her­stel­lungs­kos­ten?

Übli­che Instand­set­zungs- oder Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men, also die blo­ße Instand­set­zung vor­han­de­ner Sanitär‑, Elek­tro- und Hei­zungs­an­la­gen, der Fuß­bo­den­be­lä­ge, der Fens­ter und der Dach­ein­de­ckung, sind in der Regel sofort abzieh­ba­re Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen (Wer­bungs­kos­ten im Sin­ne von § 9 Abs. 1 EStG). Indes kön­nen sol­che Maß­nah­men in ihrer Gesamt­heit zu einer wesent­li­chen Ver­bes­se­rung im Sin­ne des § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB füh­ren, wenn dadurch der Gebrauchs­wert (das Nut­zungs­po­ten­ti­al) des Gebäu­des gegen­über dem ursprüng­li­chen Zustand, d.h. hier dem Zustand im Zeit­punkt des Erwerbs, deut­lich erhöht wird. Das ist der Fall, wenn die Maß­nah­men bei min­des­tens drei der Kern-Berei­che (Hei­zung, Sani­tär, Elek­tro und Fens­ter) jeweils zu einer Stan­dard­er­hö­hung geführt haben 1.

Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen oder Her­stel­lungs­kos­ten?

Ob die strei­ti­gen Maß­nah­men als Her­stel­lungs­kos­ten oder Erhal­tungs­auf­wen­dun­gen zu beur­tei­len sind, ist anhand der gesam­ten Umstän­de des Ein­zel­falls zu prü­fen. Dabei ist zunächst zu ermit­teln, wel­chem Stan­dard (sehr ein­fach, mit­tel oder sehr anspruchs­voll) die Kern­be­rei­che im „ursprüng­li­chen Zustand“ im Sin­ne von § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB ent­spra­chen. Für die­se Beur­tei­lung sind die Maß­stä­be zugrun­de zu legen, die zu dem Zeit­punkt, in dem sich das Gebäu­de im ursprüng­li­chen Zustand befand, all­ge­mein üblich waren.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 26. Janu­ar 2012 – 10 K 235/​10

  1. BFH, Urteil vom 22.09.2009 – IX R 21/​08[]