Häus­li­ches Arbeits­zim­mer – und die Auf­tei­lung der Auf­wen­dun­gen

Eine Auf­tei­lung der Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer ist nicht mög­lich.

Häus­li­ches Arbeits­zim­mer – und die Auf­tei­lung der Auf­wen­dun­gen

Gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG dür­fen Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer sowie die Kos­ten der Aus­stat­tung den Gewinn nicht min­dern. Das gilt nicht, wenn für die betrieb­li­che oder beruf­li­che Tätig­keit kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung steht (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 EStG). In die­sem Fall wird die Höhe der abzieh­ba­ren Auf­wen­dun­gen auf 1.250 EUR begrenzt; die Beschrän­kung der Höhe nach gilt nicht, wenn das Arbeits­zim­mer den Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung bil­det (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG). Dies gilt gemäß § 9 Abs. 5 Satz 1 EStG ent­spre­chend für den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug.

Die­se Rege­lung hat der Gro­ße Bun­des­fi­nanz­hof des Bun­des­fi­nanz­hofs im Beschluss vom 27.07.2015 1 dahin aus­ge­legt, dass Auf­wen­dun­gen für einen in die häus­li­che Sphä­re des Steu­er­pflich­ti­gen ein­ge­bun­de­nen Raum, der sowohl zur Erzie­lung von Ein­künf­ten als auch ‑in mehr als nur unter­ge­ord­ne­tem Umfang- zu pri­va­ten Zwe­cken genutzt wird, ins­ge­samt nicht abzieh­bar sind.

Danach sind im vor­lie­gen­den Streit­fall die Auf­wen­dun­gen für das häus­li­ches Arbeits­zim­mer ins­ge­samt nicht als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. Die wis­sen­schaft­li­che Tätig­keit des Arbeit­neh­mers, für die er das Arbeits­zim­mer zu 30 % nutz­te, dien­te unstrei­tig nicht der Ein­künf­te­er­zie­lung. Die Nut­zung des Arbeits­zim­mers für Zwe­cke einer nicht steu­er­ba­ren Tätig­keit ist einer pri­va­ten Nut­zung gleich­zu­stel­len. Denn maß­geb­lich für das Vor­lie­gen eines Arbeits­zim­mers ist nach den Vor­ga­ben des Gro­ßen Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs die (nahe­zu) aus­schließ­li­che betriebliche/​berufliche Nut­zung, d.h. die Nut­zung zur Ein­künf­te­er­zie­lung.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Febru­ar 2016 – IX R 20/​13

  1. BFH, Beschluss vom 27.07.2015 – GrS 1/​14, BFHE 251, 408[]