In-vitro-Fer­ti­li­sa­ti­on

Auf­wen­dun­gen für die Behand­lung einer Krank­heit, die nicht von der Kran­ken­kas­se oder vom Arbeit­ge­ber nach bei­hil­fe­recht­li­chen Vor­schrif­ten erstat­tet wer­den, kön­nen als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung steu­er­min­dernd zu berück­sich­ti­gen sein.

In-vitro-Fer­ti­li­sa­ti­on

Kos­ten für die Her­bei­füh­rung einer Schwan­ger­schaft bei einer emp­fäng­nis­un­fä­hi­gen Frau durch sog. In-vitro-Fer­ti­li­sa­tio­nen wer­den nach dem Recht der pri­va­ten und gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung sowie nach bei­hil­fe­recht­li­chen Vor­schrif­ten zwar in bestimm­tem Umfang über­nom­men, aber nur bei ver­hei­ra­te­ten Frau­en und nur, wenn für die künst­li­che Befruch­tun­gen Eizel­len und Samen des Ehe­paa­res ver­wen­det wer­den. Bei nicht ver­hei­ra­te­ten, emp­fäng­nis­un­fä­hi­gen Frau­en dür­fen In-vitro-Fer­ti­li­sa­tio­nen nach den Berufs­ord­nun­gen der Lan­des­ärz­te­kam­mern zwar durch­ge­führt wer­den, wenn die Frau in einer sta­bi­len Part­ner­schaft lebt und die bei der jewei­li­gen Ärz­te­kam­mer ein­ge­rich­te­te Kom­mis­si­on die künst­li­che Befruch­tung geneh­migt hat, die Kos­ten wer­den aber nicht erstat­tet.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs han­delt es sich bei den Kos­ten einer emp­fäng­nis­un­fä­hi­gen Frau für künst­li­che Befruch­tun­gen nicht um unmit­tel­ba­re Heil­be­hand­lungs­maß­nah­men, die typi­sie­rend als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung i.S. § 33 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes anzu­se­hen sei­en. Bei ver­hei­ra­te­ten Frau­en sei es jedoch gerecht­fer­tigt, nicht erstat­te­te Auf­wen­dun­gen für künst­li­che Befruch­tun­gen als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung steu­er­lich zu berück­sich­ti­gen, weil die Ehe und die in gemein­sa­mer Ver­ant­wor­tung getrof­fe­ne Ent­schei­dung des Ehe­paa­res für gemein­sa­me Kin­der nach Art. 6 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes unter dem beson­de­ren Schutz der staat­li­chen Ord­nung stün­den und weil die Auf­wen­dun­gen auch nach Kran­ken­ver­si­che­rungs- und Bei­hil­fe­recht weit­ge­hend über­nom­men wür­den.

BFH, Urteil vom 28.07.2005 – III R 30/​03

Dage­gen hält der BFH in Über­ein­stim­mung mit den Vor­schrif­ten im Kran­ken­ver­si­che­rungs- und Bei­hil­fe­recht die Auf­wen­dun­gen einer emp­fäng­nis­un­fä­hi­gen, in fes­ter Part­ner­schaft leben­den Frau für In-vitro-Fer­ti­li­sa­tio­nen nicht für abzieh­bar. Aus der Ver­fas­sung las­se sich nicht ablei­ten, dass Auf­wen­dun­gen, die nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaf­ten für künst­li­che Befruch­tun­gen ent­stün­den, eben­falls als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung steu­er­min­dernd berück­sich­tigt wer­den müss­ten. Bei der Ent­schei­dung sei auch die in der Gesell­schaft vor­herr­schen­de Auf­fas­sung zu berück­sich­ti­gen, dass