Instand­set­zungs­maß­nah­men im Sanie­rungs­ge­biet – und die Fra­ge der Objekt­be­zo­gen­heit

Nach § 7h Abs. 3 EStG (i.V.m. § 10f EStG) sind die Absät­ze 1 und 2 auf Gebäu­de­tei­le, die selb­stän­di­ge unbe­weg­li­che Wirt­schafts­gü­ter sind, sowie auf Eigen­tums­woh­nun­gen und auf im Teil­ei­gen­tum ste­hen­de Räu­me ent­spre­chend anzu­wen­den. Das Gesetz ver­langt nach Wort­laut und Sys­te­ma­tik ein bestimm­tes Objekt (Gebäu­de, Gebäu­de­tei­le, die selb­stän­di­ge unbe­weg­li­che Wirt­schafts­gü­ter sind, Eigen­tums­woh­nun­gen oder im Teil­ei­gen­tum ste­hen­de Räu­me), auf das sich die Maß­nah­men i.S. des § 7h Abs. 1 Sät­ze 1 und 2 EStG bezie­hen müs­sen.

Instand­set­zungs­maß­nah­men im Sanie­rungs­ge­biet – und die Fra­ge der Objekt­be­zo­gen­heit

Die nach § 7h Abs. 1 EStG steu­er­recht­lich begüns­tig­ten Maß­nah­men sind daher stets objekt­be­zo­gen. Der Dif­fe­ren­zie­rung im objek­ti­ven Tat­be­stand der Steu­er­norm ent­spre­chen die gemäß § 7h Abs. 2 Satz 1 EStG von der zustän­di­gen Gemein­de­be­hör­de zu beschei­ni­gen­den objekt- und maß­nah­me­be­zo­ge­nen Nach­wei­s­er­for­der­nis­se 1.

Im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall lie­gen Gebäu­de­tei­le vor, die selb­stän­di­ge unbe­weg­li­che Wirt­schafts­gü­ter sind. Meh­re­re selb­stän­di­ge unbe­weg­li­che Wirt­schafts­gü­ter lie­gen vor, wenn ein Gebäu­de in ver­schie­de­nen Nut­zungs- und Funk­ti­ons­zu­sam­men­hän­gen steht. Ein sol­cher unter­schied­li­cher Nut­zungs- und Funk­ti­ons­zu­sam­men­hang ist ins­be­son­de­re dann gege­ben, wenn das Gebäu­de ‑hier mit 10, 47 m² und 161 m²- teil­wei­se zu eige­nen pri­va­ten Zwe­cken und teil­wei­se zu frem­den Wohn­zwe­cken genutzt wird. Die erhöh­ten Abset­zun­gen bzw. der Son­der­aus­ga­ben­ab­zug kön­nen ledig­lich für den jewei­li­gen Gebäu­de­teil in Anspruch genom­men wer­den. Fol­ge­rich­tig ist die Beschei­ni­gung im Fal­le von Gebäu­de­tei­len, die selb­stän­di­ge unbe­weg­li­che Wirt­schafts­gü­ter sind, für die­se Gebäu­de­tei­le aus­zu­stel­len. Eine Beschei­ni­gung, die sich ledig­lich auf das Gesamt­ge­bäu­de bezieht, genügt in die­sen Fäl­len nicht.

Nach die­sen Maß­stä­ben liegt im Streit­fall ‑unbe­scha­det der Tat­sa­che, dass ggf. eine den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen genü­gen­de Beschei­ni­gung von der Stadt noch aus­ge­stellt wer­den könn­te- kei­ne den Anfor­de­run­gen des § 7h Abs. 2 Satz 1 EStG (i.V.m. § 10f EStG) genü­gen­de Beschei­ni­gung vor.

Die Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin möch­te die Steu­er­be­güns­ti­gun­gen nach § 7h EStG für die fremd­ver­mie­te­ten Woh­nun­gen und nach § 10f i.V.m. § 7h EStG für den eigen­ge­nutz­ten Auf­ent­halts­raum in Anspruch neh­men, wäh­rend sich die Beschei­ni­gung der Behör­de nach den inso­weit nicht mit Revi­si­ons­rügen ange­grif­fe­nen und damit den Bun­des­fi­nanz­hof nach § 118 Abs. 2 FGO bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Finanz­ge­richt auf das Gebäu­de als Gesamt­heit bezieht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 6. Dezem­ber 2016 – IX R 17/​15

  1. grund­le­gend BFH, Urtei­le in BFHE 246, 61, BSt­Bl II 2015, 581; in BFH/​NV 2014, 1729; in BFH/​NV 2014, 1731; s.a. BFH, Urtei­le in BFHE 247, 562, BSt­Bl II 2015, 367; vom 16.09.2014 – X R 29/​12, BFH/​NV 2015, 194 ‑zu § 7i Abs. 2 EStG[]