Steu­er­pflicht für Poker­ge­win­ne

Poker­ge­win­ne sind steu­er­pflich­tig. Die Gewin­ne eines erfolg­rei­chen Poker­spie­lers unter­lie­gen der Ein­kom­men­steu­er.

Steu­er­pflicht für Poker­ge­win­ne

Vor dem Finanz­ge­richt Köln hat­te ein Flug­ka­pi­tän geklagt, der seit vie­len Jah­ren an Poker­tur­nie­ren teil­nimmt und in den letz­ten Jah­ren Preis­gel­der im sechs­stel­li­gen Bereich erzielt hat. Die­se hat das Finanz­amt in dem ange­foch­te­nen Steu­er­be­scheid als Ein­künf­te aus Gewer­be­be­trieb besteu­ert. Es steht auf dem Stand­punkt, dass Gewin­ne aus Poker­spie­len nur bei einem Hob­by­spie­ler steu­er­frei sei­en. Betrei­be ein Steu­er­pflich­ti­ger das Poker­spiel dage­gen berufs­mä­ßig, so erzie­le er sowohl mit sei­nen Spiel­ge­win­nen als auch mit sei­nen Fern­seh- und Wer­be­gel­dern steu­er­pflich­ti­ge Ein­künf­te.

Vor dem Finanz­ge­richt strit­ten die Betei­lig­ten ins­be­son­de­re dar­um, ob beim Pokern das Glück oder das Geschick über­wiegt. Der Ver­tre­ter der Finanz­ver­wal­tung ver­glich das Poker­spiel mit einer sport­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung, bei der der­je­ni­ge mit den bes­ten ana­ly­ti­schen und psy­cho­lo­gi­schen Fähig­kei­ten gewin­ne. Dem­ge­gen­über sag­te der Klä­ger: “Jeder kann ein Poker­tur­nier gewin­nen. Gera­de die gro­ßen Tur­nie­re wer­den immer wie­der von Anfän­gern gewon­nen. Letzt­end­lich ent­schei­det das Kar­ten­glück“.

Das Finanz­ge­richt Köln über­zeug­ten die Argu­men­te des Klä­gers nicht, es wies die Kla­ge mit der Begrün­dung ab, dass Gewin­ne eines Poker­spie­lers jeden­falls dann der Ein­kom­men­steu­er unter­lie­gen, wenn er regel­mä­ßig über Jah­re hin­weg erfolg­reich an nam­haf­ten, mit hohen Prei­sen dotier­ten Tur­nie­ren teil­nimmt. Es kom­me für die Beur­tei­lung der Steu­er­pflicht nicht dar­auf an, ob der Erfolg beim Poker­spiel für einen Durch­schnitts­spie­ler oder bezo­gen auf ein ein­zel­nes Blatt auf Zufalls­er­geb­nis­sen beru­he. Maß­ge­bend sei, ob der Steu­er­pflich­ti­ge nach sei­nen indi­vi­du­el­len Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten mit guten Erfolgs­aus­sich­ten an renom­mier­ten Poker­tur­nie­ren teil­neh­men kön­ne und wie­der­holt Gewin­ne erzie­le.

Finanz­ge­richt, Urteil vom 31. Okto­ber 2012 – 12 K 1136/​11