Medi­ta­ti­ves Tan­zen – Wunsch­traum oder Erwerbs­tä­tig­keit?

Wird nicht näher dar­ge­legt, wie mit Tanz­kur­sen Ein­künf­te aus Gewer­be­be­trieb erzielt wer­den sol­len, sind Semi­nar­ge­büh­ren für "Medi­ta­ti­ves Tan­zen" nicht als vor­weg­ge­nom­me­ne Betriebs­aus­ga­ben abzugs­fä­hig. Der Wunsch­traum, mit eini­gen Leu­ten die­se Frei­zeit­be­schäf­ti­gung aus­zu­üben und viel­leicht auch Kur­se zu ver­an­stal­ten, reicht nicht aus, um die Absicht zur Ein­kunfts­er­zie­lung zu erläu­ten.

Medi­ta­ti­ves Tan­zen – Wunsch­traum oder Erwerbs­tä­tig­keit?

Mit die­ser Begrün­dung hat das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Man­nes abge­wie­sen, der Semi­nar­ge­büh­ren in sei­ner Steu­er­erklä­rung als vor­weg­ge­nom­me­ne Betriebs­aus­ga­ben gel­tend machen woll­te. Der Klä­ger besuch­te im Jahr 2010 ein drei­tä­gi­ges Semi­nar "Medi­ta­ti­ves Tan­zen" in einem Exer­zi­ti­en­haus. Die Semi­nar­kos­ten (170,00 Euro) mach­te er in sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung als vor­weg­ge­nom­me­ne Betriebs­aus­ga­ben gel­tend, mit der Begrün­dung, er wol­le zukünf­tig selbst sol­che Kur­se anbie­ten. Das Finanz­amt erkann­te die Auf­wen­dun­gen nicht an, wor­auf der Klä­ger Kla­ge beim Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz erhob. Er mach­te gel­tend, er sei krank­heits- und alters­be­dingt nicht mehr so leis­tungs­fä­hig und suche daher nach ande­ren For­men einer Erwerbs­tä­tig­keit. Er habe in einem sei­ner Miet­häu­ser einen Tanz­raum ein­ge­rich­tet, in dem er Tanz‑, Kunst- und Medi­ta­ti­ons­kur­se anbie­ten wol­le. Das Vor­hal­ten die­ses Rau­mes bele­ge, dass er die Absicht zur Ein­kunfts­er­zie­lung habe. Um dort Tän­ze leh­ren zu kön­nen, müs­se er die­se auch ler­nen. Sein pri­va­tes Inter­es­se dar­an habe nur eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le gespielt. Neben den Semi­nar­kos­ten sei­en auch Auf­wen­dun­gen für die Aus­stat­tung der Räum­lich­kei­ten in Höhe von 1.200,00 Euro ent­stan­den (Beleuch­tung, Deko­ra­ti­on, Möblie­rung, Spie­gel­schrank, Kühl­schrank, Herd, Spü­le, Ober­schrank, Tische, Stüh­le, Gar­di­nen, Lei­ter, Tep­pich, Dusch­vor­hang aus pri­va­tem Eigen­tum). Auch die­se Kos­ten sei­en als Betriebs­aus­ga­ben anzu­er­ken­nen.

Nach Auf­fas­sung des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz habe der Klä­ger nicht näher dar­ge­legt, wie er mit Tanz­kur­sen oder der­glei­chen Ein­künf­te aus Gewer­be­be­trieb erzie­len wol­le. Es möge zwar sein Wunsch­traum sein, mit eini­gen Leu­ten die­se Frei­zeit­be­schäf­ti­gung aus­zu­üben und viel­leicht auch Kur­se zu ver­an­stal­ten. Wie er sich aber vor­stel­le, hier jemals posi­ti­ve Ein­künf­te zu erzie­len, habe er nicht ansatz­wei­se erläu­tern kön­nen.

Daher wies das Finanz­ge­richt die Kla­ge als unbe­grün­det ab.

Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 26. August 2013 – 1 K 2278/​12