Kei­ne Frist­ver­län­ge­rung für Steu­er­be­ra­ter in eige­ner Ange­le­gen­heit

Kei­ne Frist­ver­län­ge­rung für Steu­er­be­ra­ter in eige­ner Ange­le­gen­heit.

Kei­ne Frist­ver­län­ge­rung für Steu­er­be­ra­ter in eige­ner Ange­le­gen­heit

Ein Steu­er­be­ra­ter kann sich nach einem aktu­el­len Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts für sei­ne eige­nen Steu­er­erklä­run­gen nicht auf die in den gleich­lau­ten­den Län­der­erlas­sen über die all­ge­mei­ne Ver­län­ge­rung der Fris­ten zur Abga­be von Steu­er­erklä­run­gen ver­län­ger­te Frist für Steu­er­be­ra­ter beru­fen. Das sog. Bera­ter­pri­vi­leg, wonach Ange­hö­ri­ge der steu­er­be­ra­ten­den Beru­fe all­ge­mein oder in einem ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren Frist­ver­län­ge­run­gen für die Abga­be der Steu­er­erklä­run­gen erhal­ten, gilt nicht für die eige­nen Steu­er­erklä­run­gen des Steu­er­be­ra­ters. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BFH ist das Finanz­amt nicht ver­pflich­tet, einem Steu­er­be­ra­ter die Frist zur Abga­be der eige­nen Steu­er­erklä­rung auf­grund der gleich lau­ten­den Erlas­se der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der über Steu­er­erklä­rungs­fris­ten zu ver­län­gern 1. Dies gilt auch gegen­über einem Steu­er­be­ra­ter, soweit er die Erklä­run­gen für sei­ne Ein­zel­pra­xis durch die von ihm betrie­be­ne Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft erstel­len läßt. Die in den gleich lau­ten­den Erlas­sen der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der gewähr­te all­ge­mei­ne Frist­ver­län­ge­rung kann nach dem Zweck der Rege­lung, näm­lich der Gleich­stel­lung des Steu­er­be­ra­ters in eige­nen Ange­le­gen­hei­ten mit ande­ren Steu­er­pflich­ti­gen, nicht anders ver­stan­den wer­den als in der Wei­se, dass das Bera­ter­pri­vi­leg nicht gilt, soweit sich der Steu­er­be­ra­ter für die eige­ne Steu­er­erklä­rung ledig­lich eige­ner Bediens­te­ter und eige­ner Gesell­schaf­ten bedient. In die­ser Wei­se hat auch der Beklag­te die Ver­wal­tungs­an­wei­sung ver­stan­den und aus­ge­legt.

Dabei kommt der Ein­schal­tung der eige­nen Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft kei­ne für die Aus­le­gung der Ver­wal­tungs­an­wei­sung bedeu­ten­de Abwei­chung vom aus­drück­lich gere­gel­ten Fall zu. Denn im Ergeb­nis hat der Steu­er­be­ra­ter im Streit­fall sei­ne Steu­er­erklä­rung selbst erstellt und ledig­lich for­mal eine juris­ti­sche Per­son zwi­schen­ge­schal­tet.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 14. April 2009 – 13 K 218/​08

  1. vgl. BFH, Urteil vom 29. Janu­ar 2003 XI R 82/​00, BFHE 201, 399, BSt­Bl II 2003, 550