Steu­er­nach­for­de­rung nach wider­ru­fe­ner Lohn­steu­er­aus­kunft

Beim Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf sind ca. 50 Ver­fah­ren – ent­we­der im Ver­fah­ren des Einst­wei­li­gen Recht­schut­zes oder im Haupt­sa­che­ver­fah­ren, anhän­gig – in denen sich Arbeit­neh­mer unter Beru­fung auf eine zuvor erteil­te Lohn­steu­er­an­ru­fungs­aus­kunft gegen Steu­er­nach­for­de­run­gen der Finanz­ver­wal­tung wen­den. Aus­gangs­punkt des Streits sind Son­der­zah­lun­gen, wel­che der Arbeit­ge­ber im Zusam­men­hang mit dem Wech­sel der Zusatz­ver­sor­gungs­kas­se geleis­tet hat und die in 2002 bis 2005 zu Unrecht der Lohn­ver­steue­rung unter­wor­fen wur­den.

Steu­er­nach­for­de­rung nach wider­ru­fe­ner Lohn­steu­er­aus­kunft

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat nun­mehr in zwei Ent­schei­dung die Voll­zie­hung eines Ein­kom­men­steu­er­än­de­rungs­be­schei­des und eines Nach­for­de­rungs­be­schei­des wegen ernst­li­cher Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der Beschei­de aus­ge­setzt. Die Düs­sel­dor­fer Finanz­rich­ter gehen davon aus, dass auch eine wider­ru­fe­ne Lohn­steu­er­an­ru­fungs­aus­kunft – unge­ach­tet des­sen, ob sie als Ver­wal­tungs­akt oder blo­ße Wis­sens­er­klä­rung zu qua­li­fi­zie­ren ist – nach dem Grund­satz von Treu und Glau­ben Bin­dungs­wir­kung ent­fal­ten kann. Es erschei­ne mög­lich, dass die dem Arbeit­ge­ber erteil­te Lohn­steu­er­an­ru­fungs­aus­kunft zu Guns­ten der Arbeit­neh­mer wir­ke.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 14. Mai 2009 – 13 V 757/​09 A/​E
Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 28. Mai 2009 – 13 V 801/​09 A/​E