Gerichts­kos­ten vor Rechts­kraft

Gerichts­kos­ten kön­nen nach Ansicht des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz schon dann ange­for­dert wer­den, wenn das Ver­fah­ren wegen Ein­le­gung der Revi­si­on noch nicht abge­schlos­sen ist.

Gerichts­kos­ten vor Rechts­kraft

Im Streit­fall wur­de die Kla­ge der Antrag­stel­le­rin mit Urteil vom Janu­ar 2012 abge­wie­sen. Mitt­ler­wei­le hat sie Revi­si­on ein­ge­legt, über die noch nicht ent­schie­den ist. Mit Beschluss vom Juni 2012 hat das Finanz­ge­richt den Streit­wert auf rd. 275.000.- € fest­ge­setzt. Auf der Grund­la­ge die­ses Streit­wer­tes wur­de dann mit der Kos­ten­rech­nung vom Juli 2012 ein Betrag von rd. 8.000.- € ange­for­dert.

Im Erin­ne­rungs­ver­fah­ren trug die Antrag­stel­le­rin dar­auf­hin u.a. vor, dass nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs die Gerichts­kos­ten erst mit einer unbe­ding­ten Kos­ten­ent­schei­dung fäl­lig wür­den. Das ein­ge­leg­te Rechts­mit­tel der Revi­si­on ver­hin­de­re die Rechts­kraft des Urteils und ste­he somit der Fäl­lig­keit der mit der Kos­ten­rech­nung gel­tend gemach­ten Gerichts­kos­ten ent­ge­gen.

Die­ser Ansicht ver­moch­te sich das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz nicht anzu­schlie­ßen und wies die Erin­ne­rung gegen den Kos­ten­an­satz zurück: Nach § 6 GKG wer­de die Ver­fah­rens­ge­bühr bereits mit der Ein­rei­chung der Kla­ge­schrift – sogleich und in vol­ler Höhe – fäl­lig. § 9 GKG (Fäl­lig­keit der Gebüh­ren in sons­ti­gen Fäl­len, Fäl­lig­keit der Aus­la­gen) tref­fe nicht den Streit­fall. Die (älte­re) Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist nach Ansicht des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz zur Aus­le­gung der nun­mehr maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten nicht her­an­zu­zie­hen, denn sie bezie­he sich auf eine frü­he­re Geset­zes­fas­sung (§ 63 Abs. 1 GKG aF).

Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 15. Okto­ber 2012 – 6 Ko 2327/​12