Tei­ler­le­di­gung der Haupt­sa­che

Eine Erle­di­gung der Haupt­sa­che ist nur dann gege­ben, wenn ein außer­pro­zes­sua­les Ereig­nis nach Rechts­hän­gig­keit ein­ge­tre­ten ist, das alle im Streit befind­li­chen Sach­fra­gen ‑mit­hin das im Kla­ge­an­trag zum Aus­druck gekom­me­ne Kla­ge­be­geh­ren- gegen­stands­los gemacht hat.

Tei­ler­le­di­gung der Haupt­sa­che

Merk­mal eines der­ar­ti­gen Ereig­nis­ses ist, dass ein Klä­ger sein Rechts­schutz­ziel bereits außer­halb des Pro­zes­ses erreicht hat oder es über­haupt nicht mehr errei­chen kann 1.

Eine Tei­ler­le­di­gung ist des­halb nur mög­lich, wenn das Begeh­ren teil­bar ist oder meh­re­re selb­stän­di­ge Streit­ge­gen­stän­de betrifft. Hier­an fehlt es bei der Ein­kom­men­steu­er­fest­set­zung für einen Ver­an­la­gungs­zeit­raum hin­sicht­lich ein­zel­ner Besteue­rungs­grund­la­gen oder hin­sicht­lich eines bestimm­ten Steu­er­be­trags 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. Juni 2016 – VI R 44/​15

  1. BFH, Urteil vom 19.05.1976 – I R 154/​74, BFHE 119, 219, BSt­Bl II 1976, 785; Beschluss vom 05.03.1979 – GrS 4/​78, BFHE 127, 147, BSt­Bl II 1979, 375[]
  2. Gräber/​Ratschow, Finanz­ge­richts­ord­nung, 8. Aufl., § 115 Rz 6[]