Ver­zicht auf münd­li­che Ver­hand­lung – und der nach­fol­gen­de Beweis­be­schluss

Es ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs aner­kannt, dass sich ein Ver­zicht auf münd­li­che Ver­hand­lung nur auf die jeweils nächs­te Sach­ent­schei­dung bezieht 1. Die Ver­zichts­er­klä­rung wird daher durch einen Beweis­be­schluss "ver­braucht".

Ver­zicht auf münd­li­che Ver­hand­lung – und der nach­fol­gen­de Beweis­be­schluss

Das Finanz­ge­richt muss des­halb im Anschluss einen wei­te­ren Ver­zicht auf die Durch­füh­rung der münd­li­chen Ver­hand­lung her­bei­füh­ren oder einen wei­te­ren Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung durch­füh­ren.

Andern­falls ist der Anspruch der Klä­ge­rin auf recht­li­ches Gehör (§ 119 Nr. 3 FGO, Art. 103 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes) sowie § 90 Abs. 1 FGO ver­letzt, da das Urteil ohne wei­te­re münd­li­che Ver­hand­lung ergan­gen ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 3. August 2015 – III B 154/​14

  1. BFH, Beschluss vom 10.03.2005 – X B 182/​03, BFH/​NV 2005, 1068; BFH, Urteil in BFHE 231, 1, BSt­Bl II 2011, 126[]