Adhä­si­ons­an­trag – und sei­ne For­ma­lia

Nach § 404 Abs. 1 Satz 2 StPO muss der Antrag unter ande­rem den Gegen­stand und den Grund des gel­tend gemach­ten Anspruchs bestimmt bezeich­nen 1.

Adhä­si­ons­an­trag – und sei­ne For­ma­lia

Das ist im vor­lie­gen­den Fall nicht gesche­hen: Zwar hat die Bevoll­mäch­tig­te der Neben­klä­ge­rin­nen durch einen in der Haupt­ver­hand­lung recht­zei­tig (§ 404 Abs. 1 Satz 1 StPO) über­ge­be­nen Schrift­satz für die­se jeweils einen unbe­zif­fer­ten Schmer­zens­geld­an­spruch als Adhä­si­ons­an­trag gel­tend gemacht. In dem Schrift­satz wird zum Grund der Ansprü­che und zur Höhe der ver­lang­ten Schmer­zens­gel­der aber ledig­lich auf das zu erwar­ten­de Ergeb­nis der Haupt­ver­hand­lung ver­wie­sen ("hin­sicht­lich des Tat­her­gangs und der psy­chi­schen und phy­si­schen Ver­let­zungs­hand­lun­gen"). Eine wei­te­re Kon­kre­ti­sie­rung ist – soweit ersicht­lich – nicht erfolgt, auch nicht in Form einer Bezug­nah­me auf die in der Ankla­ge­schrift erho­be­nen Tat­vor­wür­fe, was bei ein­fach gela­ger­ten Sach­ver­hal­ten aus­rei­chen kann 2. Schon mit Blick dar­auf, dass der Adhä­si­ons­an­trag die­sel­ben Wir­kun­gen wie die Erhe­bung einer zivil­recht­li­chen Kla­ge hat 3, hät­te es im vor­lie­gen­den Fall, in dem es um zahl­rei­che Tat­vor­wür­fe gegen zwei Ange­klag­te ging, nähe­rer Dar­le­gun­gen der Neben­klä­ge­rin­nen bedurft, auf wel­che der Taten zu ihrem Nach­teil sie ihre Adhä­si­ons­an­trä­ge stüt­zen woll­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. März 2017 – 4 StR 22/​17

  1. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 13.08.2013 – 4 StR 281/​13, BGHR StPO § 404 Abs. 1 Antrag­stel­lung 7; LR-StPO/Hil­ger, 26. Aufl., § 404 Rn. 1[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 22.10.2013 – 4 StR 368/​13, BGHR StPO § 404 Abs. 1 Satz 2 Wirk­sam­keit 1[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 17.12 2003 – 1 StR 412/​03, Stra­Fo 2004, 144[]