Beweis­fo­tos bei der Geschwin­dig­keits­mes­sung

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat mit zwei Beschlüs­sen jeweils die Rechts­be­schwer­den der Staats­an­walt­schaft Bie­le­feld gegen frei­spre­chen­de Urtei­le des Amts­ge­richts Her­ford als unbe­grün­det ver­wor­fen. Das Amts­ge­richt Her­ford hat­te die Betrof­fe­nen, die sich zur Fra­ge der Fahr­er­ei­gen­schaft nicht geäu­ßert hat­ten, jeweils von dem Vor­wurf der Über­schrei­tung der zuläs­si­gen Höchst­ge­schwin­dig­keit frei­ge­spro­chen. Die gefer­tig­ten Radar­fo­tos hat­te das Amts­ge­richt bei der Beweis­wür­di­gung nicht berück­sich­tigt und hier­zu die Auf­fas­sung ver­tre­ten, es exis­tie­re kei­ne hin­rei­chen­de Rechts­grund­la­ge für die Durch­füh­rung von Geschwin­dig­keits­mes­sun­gen durch die Poli­zei bzw. die Ord­nungs­be­hör­den. Die­ser Auf­fas­sung ist die Staats­an­walt­schaft Bie­le­feld mit den Rechts­be­schwer­den ent­ge­gen getre­ten.

Beweis­fo­tos bei der Geschwin­dig­keits­mes­sung

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat inso­weit klar­ge­stellt, dass es an sei­ner stän­di­gen Recht­spre­chung fest­hal­te, wonach § 100 h StPO eine aus­rei­chen­de Rechts­grund­la­ge für die ver­dachts­ab­hän­gi­ge Anfer­ti­gung von Beweis­fo­tos durch Geschwin­dig­keits­mess­an­la­gen dar­stel­le. Die Erwä­gun­gen des Amts­ge­richts Her­ford zur Pra­xis der Geschwin­dig­keits­mes­sung aus angeb­lich fis­ka­li­schen Inter­es­sen führ­ten nicht zur Annah­me eines Beweis­ver­wer­tungs­ver­bots oder einer feh­len­den Rechts­grund­la­ge.

Die Rechts­be­schwer­den der Staats­an­walt­schaft blie­ben gleich­wohl ohne Erfolg. Zur Durch­set­zung der Bean­stan­dung der Staats­an­walt­schaft, das Amts­ge­richt Her­ford habe durch unter­las­se­ne Beweis­erhe­bun­gen sei­ne Auf­klä­rungs­pflicht ver­letzt, hät­te es der Erhe­bung einer Ver­fah­rens­rüge bedurft, die an stren­ge pro­zes­sua­le Zuläs­sig­keits­an­for­de­run­gen geknüpft ist. Die­sen Rüge­an­for­de­run­gen genüg­ten die Rechts­be­schwer­den der Staats­an­walt­schaft jeweils nicht. In bei­den Fäl­len war es unter­las­sen wor­den, das nach Ansicht des Amts­ge­richts Her­ford zu Unrecht gefer­tig­te Radar­fo­to in Form einer Ablich­tung oder einer genau­en Beschrei­bung zum Gegen­stand der Rechts­be­schwer­den zu machen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschlüs­se vom 15. März 2011 – III-3 RBs 62/​11; und vom 22. März 2011 – III-3 RBs 61/​11