Beweis­wür­di­gung und Urteils­grün­de

Die Beweis­wür­di­gung ist dem Tat­ge­richt vor­be­hal­ten (§ 261 StPO). Es obliegt allein ihm, sich unter dem umfas­sen­den Ein­druck der Haupt­ver­hand­lung ein Urteil über die Schuld oder Unschuld des Ange­klag­ten zu bil­den. Sei­ne Schluss­fol­ge­run­gen brau­chen nicht zwin­gend zu sein; es genügt, dass sie mög­lich sind [1].

Beweis­wür­di­gung und Urteils­grün­de

Der Beur­tei­lung durch das Revi­si­ons­ge­richt unter­liegt nur, ob dem Tat­ge­richt Rechts­feh­ler unter­lau­fen sind. Das ist dann der Fall, wenn die Beweis­wür­di­gung wider­sprüch­lich, unklar oder lücken­haft ist, wenn sie gegen Denk­ge­set­ze oder gesi­cher­te Erfah­rungs­sät­ze ver­stößt oder das Gericht über­spann­te Anfor­de­run­gen an die Über­zeu­gungs­bil­dung gestellt hat [2].

Dabei hat das Revi­si­ons­ge­richt die tatrich­ter­li­che Über­zeu­gungs­bil­dung selbst dann hin­zu­neh­men, wenn eine ande­re Beur­tei­lung näher gele­gen hät­te oder über­zeu­gen­der gewe­sen wäre [3].

Die schrift­li­chen Urteils­grün­de müs­sen dabei so sorg­fäl­tig und struk­tu­riert abge­fasst sein, dass die tat­ge­richt­li­che Ent­schei­dung nach­voll­zieh­bar und einer revi­si­ons­recht­li­chen Über­prü­fung anhand die­ses Maß­sta­bes zugäng­lich ist [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Juli 2016 – 1 StR 128/​16

  1. sie­he nur BGH, Beschlüs­se vom 07.08.2014 – 3 StR 224/​14 Rn. 5 [in NStZ-RR 2014, 349 nur redak­tio­nel­ler Leit­satz]; und vom 25.02.2015 – 4 StR 39/​15 Rn. 2 [NStZ-RR 2015, 80 nur redak­tio­nel­ler Leit­satz][]
  2. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urtei­le vom 10.12 2014 – 5 StR 136/​14 Rn.20 mwN; und vom 15.12 2015 – 1 StR 236/​15 Rn. 18; BGH, Beschluss vom 25.02.2015 – 4 StR 39/​15 Rn. 2 [NStZ-RR 2015, 80 nur redak­tio­nel­ler Leit­satz][]
  3. vgl. BGH, Urtei­le vom 05.12 2013 – 4 StR 371/​13, NStZ-RR 2014, 87; und vom 15.12 2015 – 1 StR 236/​15 Rn. 18; sie­he auch BGH, Urteil vom 12.05.2016 – 4 StR 569/​15 Rn. 26; San­der in LR-StPO, 26. Aufl., § 261 Rn. 182 mwN[]
  4. st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteil vom 07.08.2014 – 3 StR 224/​14 Rn. 5 mwN; BGH, Beschluss vom 25.02.2015 – 4 StR 39/​15 Rn. 2 [NStZ-RR 2015, 180 nur redak­tio­nel­ler Leit­satz][]