Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on – und das Feh­len zuver­läs­si­ger Berech­nungs­grund­la­gen

Feh­len zuver­läs­si­ge Berech­nungs­grund­la­gen für die Bestim­mung der Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on zur Tat­zeit, ist der Tatrich­ter zwar gehal­ten, sich unter Beach­tung des Zwei­fels­sat­zes eine Über­zeu­gung davon zu ver­schaf­fen, wel­che Höchst­men­ge auf­ge­nom­me­nen Alko­hols nach der Sach­la­ge in Betracht kommt 1.

Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on – und das Feh­len zuver­läs­si­ger Berech­nungs­grund­la­gen

Bei Vor­lie­gen hin­rei­chen­der tat­säch­li­cher Anhalts­punk­te ist eine Schät­zung zuläs­sig und gebo­ten 2.

Der Tatrich­ter ist aber nicht ver­pflich­tet, Sach­ver­hal­te zuguns­ten des Ange­klag­ten zu unter­stel­len, für die es kei­nen begrün­de­ten Anhalt gibt 3.

Las­sen sich nach Erschöp­fung aller Beweis­mög­lich­kei­ten kei­ne Erkennt­nis­se dar­über gewin­nen, dass der Täter erheb­lich alko­ho­li­siert war, ist daher vol­le Schuld­fä­hig­keit anzu­neh­men 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Okto­ber 2017 – 2 StR 118/​16

  1. BGH, Beschluss vom 18.08.1992 – 4 StR 332/​92, StV 1993, 466; Beschluss vom 28.04.2010 – 5 StR 135/​10, NStZ-RR 2010, 257, 258[]
  2. BGH, Beschluss vom 18.08.1992 – 4 StR 332/​92; Beschluss vom 28.04.2010 – 5 StR 135/​10, jeweils aaO[]
  3. BGH, Urteil vom 06.03.1986 – 4 StR 48/​86, BGHSt 34, 29, 34; Beschluss vom 07.10.2014 – 4 StR 397/​14 8[]
  4. BGH, Urteil vom 15.09.1987 – 5 StR 260/​87, BGHR StGB § 21 Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on 9[]