BTM-Han­del – und die Geld­gier

Die zu Las­ten des Ange­klag­ten ein­ge­stell­te Erwä­gung, die­ser habe allein aus Geld­gier gehan­delt, begeg­net im Hin­blick auf das Dop­pel­ver­wer­tungs­ver­bot (§ 46 Abs. 3 StGB) Beden­ken.

BTM-Han­del – und die Geld­gier

Das Tat­be­stands­merk­mal des Han­del­trei­bens setzt stets vor­aus, dass der Täter nach Gewinn strebt, wes­halb eine aus­schließ­lich gewinn­ori­en­tier­te Moti­va­ti­on regel­mä­ßig kei­nen Straf­schär­fungs­grund dar­stellt 1.

Dass bei Bege­hung der Taten ein den Rah­men des Tat­be­stands­mä­ßi­gen deut­lich über­stei­gern­des Gewinn­stre­ben des Ange­klag­ten gege­ben war 2, bele­gen die Fest­stel­lun­gen im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall dage­gen nicht.

Recht­lich bedenk­lich erschien dem Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall auch die im Rah­men der Straf­zu­mes­sung zu Fall 3 pau­scha­le straf­schär­fen­de Berück­sich­ti­gung des Umstan­des, der Ange­klag­te habe wei­te­re Betäu­bungs­mit­tel gekauft, obwohl er noch im Besitz der Betäu­bungs­mit­tel von Fall 1 gewe­sen sei.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 31. Mai 2016 – 3 StR 138/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 24.09.2009 – 3 StR 294/​09, NStZ-RR 2010, 24, 25; vom 20.04.2010 – 4 StR 119/​10, NStZ-RR 2010, 255; Weber, BtMG, 4. Aufl., Vor §§ 29 ff. Rn. 857, 883[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 17.09.2009 – 5 StR 325/​09, NStZ-RR 2010, 25; vom 24.09.2009 – 3 StR 294/​09, aaO[]